Maschinen, die denken. Roboter, die Gefühle zeigen. Computer, die auch dann noch Probleme lösen, wenn Menschen die Ideen ausgehen. Genau das, was viele darunter verstehen, ist künstliche Intelligenz (KI) heute nicht. „KI hat wenig damit zu tun, was man sich darunter vorstellt“, sagt Chris Boos, KI-Pionier und Computerwissenschaftler. Woran das liegt? Beispielsweise an gut gemachter Science-Fiction: Filme wie „2001: Odyssee im Weltraum“, „Terminator“ oder „I, Robot“ haben das Bild geprägt, vor dem sich beispielswiese smarte Sprachassistenten, intelligente KI-Smartphones und selbstfahrende Autos beweisen sollen. Aber: „KI von heute ist eigentlich ein Fachidiot auf Softwarebasis“, sagt Boos. Als Gründer von Arago weiß er genau, wovon er spricht und was KI heute kann.

Mehr Zeit für Kunden, Kerngeschäft und Innovation

Arago, 1995 gegründet, gilt als absoluter KI-Frühstarter. KIs von Arago treffen intelligente Entscheidungen, um Probleme effizienter zu lösen. Dazu optimiert und automatisiert das IT-Unternehmen Geschäftsprozesse. Anwender lassen sich bei Routineaufgaben entlasten, bekommen Kopf und Hände frei und gewinnen Zeit etwa für Kunden, Kerngeschäft und Innovation.

„80 Prozent aller Prozesse in Unternehmen lassen sich heute automatisieren“, sagt Boos. Dabei findet KI immer schneller und immer kostengünstiger optimale Lösungen für individuelle Probleme – beliebig oft und schneller als der Mensch. „Jeder macht mal Fehler und wird müde. KI muss sich nicht ausruhen“, sagt Boos. Stattdessen arbeiten sogenannte Softwareroboter routiniert massenweise immergleiche Aufgabenstellungen ab, die den Menschen in Eintönigkeit und Menge rasch an seine Grenzen führen würden.

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Clever, aber nicht intelligent: Maschinen verstehen nicht, was sie tun

Einleuchtende Vorteile, die aber zugleich auch noch ein Nachteil sind: „Die Systeme sind regelbasiert und darauf trainiert, eine Spezialaufgabe zu optimieren und darin immer besser zu werden“, sagt Boos. „Auf neue, spontane Anforderungen kann die KI noch nicht dynamisch reagieren, wie der Mensch das macht.“ Woran das liegt? Die Maschine versteht nicht, was sie macht.

Beispiel KI-Chatbots: Im Kundenservice leisten diese bereits sehr gute Dienste, wenn es um Standardaufgaben geht. Wer Termine abstimmen und Kundenanfragen kanalisieren möchte, der kann sich auf die virtuelle Assistenz verlassen. „Schwierig wird es dann bei offenen Dialogen, wenn Gespräche individueller werden“, sagt Boos. Ist weniger Routine, denn Spontanität gefragt, stößt der Bot an seine Grenzen.

KI im Mittelstand: Know-how an Maschinen weitergeben

Was der Experte dem Mittelstand in KI-Fragen empfiehlt: Eine klare Aufgabenverteilung. Wo Maschinen nicht spontan reagieren und kreativ werden können, soll der Mensch genau dafür mehr Zeit haben und sein Know-how, soweit bereits möglich, an die KI weitergeben. „Wir müssen das Wissen der Menschen an die Maschine weitergeben“, sagt Boos, „dann kann KI Erfahrungen massenweise ausführbar machen.“

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Gerade im Mittelstand sieht Boos da Chancen: Kompakter als Konzerne entscheiden sie schneller und setzen auch KI-Projekte rascher um. Die Voraussetzung ist ein klares Ziel vor Augen. Rumstochern und einfach irgendwas machen lohnt sich auch bei KI kaum. Wer aber beispielsweise nach Wegen sucht, um Rechnungen schneller zu bearbeiten, Stammdaten automatisiert zu pflegen oder Bestellungen rascher zu bearbeiten, der liegt bereits richtig.

Menschheit am Anfang aller Möglichkeiten

Chris Boos

arago GmbH, CEO/ Gründer

Hans-Christian „Chris“ Boos hat sich einer Mission verschrieben: die menschlichen Potenziale durch künstliche Intelligenz zu fördern, zu verbessern und zu unterstützen. Der Computerwissenschaftler gilt als einer der wichtigsten Pioniere im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Bereits 1995 gründete Boos die Firma Arago, die sich auf die Entwicklung von KI spezialisiert hat. „Hiro“, eine KI von Arago, soll Unternehmen helfen, Arbeitskräfte zu entlasten und darüber hinaus kreative Freiräume für Mitarbeiter zu schaffen. Als digitaler Vordenker und optimistischer Technologie-Visionär ist Boos ein gefragter, engagierter Keynotespeaker zu vielen digitalen Themenfeldern.

Fest steht für Boos aber auch: „Heute steht die Menschheit erst am Anfang aller Möglichkeiten, die KI in Zukunft bringt“. Triebfeder der weiteren Entwicklung ist die Digitalisierung. Denn ob Internet der Dinge, Big Data oder das World Wide Web – Menschen und Maschinen vernetzen sich immer intensiver und verschmelzen in durchgängig digitalen Informationsflüssen, was die Welt maschinenlesbarer macht. Für Unternehmer gilt jetzt: loslegen statt abwarten. Boos: „Auch mit heutiger Technik können wir unsere Wirtschaft bereits komplett auf den Kopf stellen.“

 

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Im nächsten Jahr zur DIGITAL2019

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