Bürowitze sorgen für mehr Zufriedenheit und Motivation

Humor ist nicht nur Balsam für die Seele, sondern  auch gut für´s Geschäft. Denn Mitarbeiter, die hin und wieder herzlich lachen, sind zufriedener. Diese Zufriedenheit überträgt sich im besten Fall auf die Arbeitsleistung. Darüber hinaus ist Humor eine strategische Waffe, sofern er richtig eingesetzt wird. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sitzen mit Ihrer Belegschaft in einem Meeting. Seit Stunden suchen Sie eine Lösung für ein Problem. Die Köpfe rauchen, mehr aber geschieht nicht. Wenn Sie nun als smarter Chef völlig zusammenhangslos einen Witz reißen, holen Sie Ihre Mitarbeiter aus ihrer Lethargie. Im besten Fall lachen sie über Ihren Spruch und fühlen sich miteinander verbunden. Das Problem ist so zwar noch nicht gelöst, doch die Geister sind wieder wach und die Antwort womöglich nicht mehr ganz so fern.

Alexander Pundt, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Arbeits- und Organisationspsychologie, erforscht die Rolle von Humor im Büro. In einer Online-Erhebung befragte er 152 Mitarbeiter, ob ihre Chefs Humor haben, wie er im Interview mit dem "Spiegel" berichtet. 70 Prozent bejahten die Frage und gaben ihren Vorgesetzten vier von sieben möglichen Punkten. Weiterhin wurden die Teilnehmer zu ihrer Beziehung zum Chef befragt. Das Ergebnis: Je humorvoller das Oberhaupt, desto positiver wurde die Beziehung beurteilt und desto motivierter waren die Mitarbeiter. Wobei der Humor selbst ebenfalls ausschlaggebend ist. Ein aggressiv-witziges Auftreten kommt bei der Belegschaft nicht gut an.

Der Balanceakt

Bevor Sie sich nun zum absoluten Sprücheklopfer mausern, bedenken Sie: Witz ist nicht gleich Witz. Das Schäkern mit den Mitarbeitern ist nämlich gar nicht mehr so lustig, wenn Sie sich beispielsweise auf Kosten von Herrn Kruse amüsieren. Die Faustregel lautet daher: Lachen Sie mit den anderen und nicht über die anderen. Ist Ihr Humor positiv, sind es Ihre Beschäftigten auch. Chef-Witze gelingen insbesondere dann, wenn Gemeinsamkeiten hervorgehoben werden, konstatiert Alexander Pundt. Neben einem Lacher gewinnen Sie dann auch das Wohlwollen Ihrer Mitarbeiter. Was immer geht: Selbstironie: So begegnen Sie sich mit Ihren Angestellten auf Augenhöhe. Die Mitarbeiter denken: "Das ist einer von uns", wodurch auch das Identifikationsgefühl steigt.

Sie sind eher der seriöse Typ, Witzeleien gehen Ihnen nur schwer über die Lippen? Dann lassen Sie es bleiben. Ihre Mitarbeiter entlarven Witze auf Krampf sofort – ersparen Sie sich selbst die Peinlichkeit und Ihren Beschäftigten das Höflichkeitsgelächter. Seien Sie stattdessen authentisch, so führen Sie Ihre Belegschaft immer noch am besten.

Witze vom Chef: Das kommt nicht gut an

Bestimmte Witze gehören sich nicht und sorgen für ein schlechtes Betriebsklima. So sind spöttische und boshafte Scherze über bestimmte Kollegen eher verletzend als lustig. Der von Ihnen betitelte "Feuerkopf" ist Herr Müller und der "Klops" heißt Frau Schmidt. Selbst wenn Sie ein enges Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern hegen, gehören solche Sprüche nicht auf das berufliche Parkett.

Ebenfalls ein Tabu bei der Arbeit: sexistische Witze. Lassen Sie die Blondinenwitze, wo sie hingehören – in die unterste Schublade. Über politische Themen sollten Sie besser ebenso wenig lachen. Sie wissen nicht, welche Parteien Ihre Kollegen wählen – so kann ein gut gemeinter Witz schnell im Desaster enden. Dieses verminte Gebiet sollten Sie besser nicht betreten.

Weiterführende Links: