Ypsiloner erobern den Arbeitsmarkt. Was zeichnet sie aus?

Die Generation Y erobert 2015 die Arbeitswelt: Diese zwischen 1980 und 2000 geborenen Young Talents gelten als besser ausgebildet als jede andere Generation zuvor. Die sogenannten Millennials oder auch Ypsiloner sind um die Jahrtausendwende in der Hochphase der digitalen Revolution groß geworden.

Sie sind technikaffine Autodidakten, die den Arbeitsmarkt durch kreative Arbeitsprozesse und selbstbewusstes Auftreten revolutionieren. Weiterhin zeichnen sie sich durch ein starkes soziales Gewissen aus. Im Gegensatz zur Vorgängergeneration X arbeiten die Young Talents der Generation Y nicht nur, um zu leben – sondern leben, um die Welt mit ihrer Arbeit ein Stück zu verbessern. So wird die Arbeit zur Raison d'Être und elementarer Teil ihrer Selbstverwirklichung.

Darüber hinaus sind Ypsiloner nicht nur anspruchsvoll, sondern auch freiheitsliebend. Sie legen Wert auf ...

  • Aufgaben mit persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten,
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • und Kreativität sind den Young Talents der Generation Y genauso wichtig wie
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
  • flexible Arbeitszeiten sowie
  • eine optimale individuelle Work-Life-Balance.

Arbeitgeber sollten auf diese Bedürfnisse eingehen und gezielt rekrutieren, denn Nachwuchskräfte der Generation Y sind in Deutschland aufgrund des demografischen Wandels knapp.

Darum ist die Generation Y für Unternehmen so wichtig

Wie knapp zeigt ein Vergleich: Während 18 Prozent der deutschen Bevölkerung in den Sechzigerjahren geboren sind, machen die in den Achtzigerjahren Geborenen nur 14 Prozent der Bevölkerung aus. Weil die Vertreter der Generation Y so rar gesät sind, werden sie sich von den leeren Chefsesseln der Babyboomer die bequemsten aussuchen können – so die Prophezeiung.

Da die Young Talents sehr viel Wert auf die Verwirklichung ihrer Ansprüche legen, sehen sich auch Unternehmen stark herausgefordert. Um langfristig erfolgreich am Markt zu sein, sollten Sie junge Talente gezielt rekrutieren und von den eigenen Arbeitgeberqualitäten überzeugen.

Ihr Buhlen um die Ypsiloner wird sich in vielerlei Hinsicht lohnen. Denn neben hohen Ansprüchen, bringen Ypsiloner auch eine exzellente Ausbildung, internationale Erfahrungen und eine gute Arbeitsmentalität mit. Dies verdeutlicht eine aktuelle Infografik der Jobbörse Absolventa . Daraus geht hervor, dass …

  • 19 Prozent der Ypsiloner einen Hochschulabschluss haben,
  • Einer von sieben Ypsilonern bereit ist, überdurchschnittlich viel zu arbeiten (mehr als 50 Stunden pro Woche) und
  • 60 Prozent offen für einen Einsatz im Ausland sind.

Fakt ist: Die Generation Y verfügt nicht nur über relevante Stärken, sondern wird am Arbeitsmarkt auch immer wichtiger. Durch die sinkenden Einwohnerzahlen in Deutschland und die insgesamt immer älter werdende Gesellschaft rücken immer weniger junge Fachkräfte nach. Daher werden der Absolventa-Infografik nach schon im Jahr 2020 50 Prozent aller Arbeitnehmer weltweit der Generation Y angehören.

Generation Y rekrutieren: Das erwartn Young Talents von Ihrem Arbeitgeber

Welche Voraussetzungen müssen Sie als Arbeitgeber nun aber erfüllen, um bei den Millennials punkten und erfolgreich rekrutieren zu können? Dieser Frage versuchte die weltweit tätige Markenberatung Prophet mit einer groß angelegten Umfrage auf den Grund zu gehen. Was die 3.000 jungen Erwachsenen (im Alter von 18 bis 34 Jahren) aus Deutschland, Großbritannien und den USA antworteten, ist für Unternehmen, die gezielt Ypsiloner rekrutieren wollen, mehr als interessant.

Insbesondere in Bezug auf Großkonzerne fiel das Urteil der Young Talents ernüchternd aus: Bei diesen bemängelte die so heiß umkämpfte Zielgruppe eine starre Unternehmenskultur, schwache Führungskräfte sowie das Fehlen einer klaren digitalen Strategie. Digital-orientierte Firmen wurden hingegen zunehmend als attraktivere Arbeitgeber wahrgenommen – sie sollen bessere Karrierechancen und Zukunftsoptionen als etablierte Großkonzerne bieten und haben es beim Rekrutieren leichter.

  • So sind 58 Prozent der Befragten Young Talents der Meinung, dass es in ihrem Unternehmen an grundsätzlichen Veränderungen fehlt.
  • 47 Prozent empfinden das Betriebsklima als weniger motivierend und kreativ, als in den jungen Firmen der Internetwirtschaft.
  • 53 Prozent sind der Meinung, dass sich das traditionelle Denken der Führungskräfte auch in den wenigen digitalen Angeboten für Kunden widerspiegelt.
  • 40 Prozent finden, dass das aktuelle Produkt- und Serviceangebot ihres Unternehmens in der digitalen Welt kaum noch konkurrenzfähig ist.

Was können Unternehmen nun aber aus diesen Umfrageergebnissen lernen? Ähnlich wie ihre Mitarbeiter sollten sie flexibler werden und sich zu "digitalen Vorbildern" entwickeln.

Digitale Natives erwarten auch von ihrem Arbeitgeber einen selbstverständlichen Umgang mit neuen Technologien. Eine antiquierte Führungskultur ist für technologischen Wandel und die Kreativität im Unternehmen allerdings alles andere als dienlich. 70 Prozent der befragten jungen Arbeitnehmer sehen in neuen Technologien eine Chance und keine Bedrohung. Firmen, die Ypsiloner für sich rekrutieren wollen, sollten es ihren Wunschangestellten also gleich tun.

Arbeitgeber müssen auf die Stärken und Schwächen der Ypsiloner eingehen

Die Generation Y legt Wert auf Innovation und Flexibilität. Ihre Vertreter sind freiheitsliebend, wollen eigene Wünsche verwirklichen und sind in der virtuellen ebenso wie in der realen Welt Zuhause. Sie legen Wert auf ...

  • Diversity,
  • Nachhaltigkeit,
  • Unternehmenskultur und
  • soziale Verantwortung.

Sie wollen für eine Sache brennen, dabei jedoch nicht ausbrennen. Daher erwarten sie von ihrem zukünftigen Arbeitgeber, dass er Rahmenbedingungen schafft, die zur Entschleunigung beitragen.

Doch diese hochgelobten Young Talents haben natürlich auch ihre Schwächen. Ypsiloner weisen was Konzentrationsfähigkeit, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit angeht, Defizite auf. Generell sichern sie sich, was Entscheidungen betrifft, mehr durch Feedback-Einforderungen ab und haben eine geringere Bereitschaft zur Selbstverantwortung als beispielsweise die Vorgängergeneration X.

Um Vertreter der Generation Y für sich zu gewinnen bzw. für das Unternehmen zu rekrutieren, müssen Unternehmen gezielt auf diese Stärken und Schwächen eingehen und geeignete Rahmenbedingungen schaffen. Hierzu ist es notwendig, sich zu digitalen Vorbildern zu entwickeln und auch Arbeitsweisen, Kompetenzen und Führungsstile den geänderten Erwartungen anzupassen.

Weiterführende Links:

  • Die Infografik der Jobbörse Absolventa zeigt Tipps, wie Firmen Young Talents rekrutieren und an sich binden können.
  • Lesen Sie bei "Deutsche Bildung", welche Ansprüche die Generation Y an ihr Arbeitsumfeld stellt.