Zeitarbeit als Erfolgsmodell für Unternehmen

Das auch als Arbeitnehmerüberlassung bekannte System ist denkbar einfach: Das Unternehmen geht einen Vertrag mit einer Zeitarbeitsfirma ein, aus deren Mitarbeiter-Pool dann passende Kandidaten ausgewählt werden. Im Anschluss wird die Einsatzzeit festgelegt sowie der vereinbarte Stundensatz gezahlt. Zeitarbeitnehmer verrichten übrigens nicht ausschließlich einfache Hilfsjobs – auch für gefragte Spezialisten gibt es einen Markt. 

Im Vergleich zu Festeinstellungen ergeben sich für die Unternehmen bei der Arbeitnehmerüberlassung zahlreiche betriebswirtschaftliche Vorteile – etwa bei der Personalplanung, den Personalkosten sowie der Personalauswahl.

1. Überschaubare Personalkosten

Die Personalkosten sind durch Zeitarbeit zum einen sehr gut kalkulierbar, zum anderen in der Regel geringer als bei Festeinstellungen. Sowohl Lohnnebenkosten als auch Ausfallkosten durch Krankheit oder Urlaub trägt das Zeitarbeitsunternehmen. Sollte eine Firma Betriebsferien machen, muss der Zeitarbeitnehmer ebenfalls nicht weiter bezahlt werden. Kosten entstehen nur für die Arbeit, die tatsächlich verrichtet wird. 

2. Volle Flexibilität durch befristete Leihverträge

Arbeitnehmer-überlassungsgesetz

Seit dem 1. April 2017 gilt das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, das Missbrauch bei der Zeitarbeit vorbeugen soll. Das Gesetz sieht eine grundsätzliche Höchstverleihdauer von 18 Monaten vor. Bereits nach neun Monaten sollen Leiharbeiter den gleichen Lohn wie die Stammbeschäftigten erhalten – Ausnahmen sind allerdings möglich. 2016 waren knapp eine Million Menschen in Deutschland über Zeitarbeit beschäftigt.

Neben den Kosten ist dies der wohl wichtigste Vorteil für Unternehmen, die sich für Zeitarbeiter entscheiden. Wenn ein zeitlich befristetes Projekt viele Arbeitskräfte bindet, kann an anderer Stelle ein Personalengpass entstehen. Zeitarbeit macht es in diesen Fällen möglich, auf neue Festanstellungen zu verzichten. Auch bei unerwartet hoher Krankheitsquote oder Urlaubsspitzen kann durch die flexible Arbeitnehmerüberlassung Abhilfe geschaffen werden. Weiterer Vorteil: Zeitarbeitnehmer präsentieren sich im Unternehmen unter Realbedingungen – wenn sie überzeugen, kann der Entleiher ein entsprechendes Angebot für eine Festanstellung vorlegen. Grobe Fehleinschätzungen minimieren sich durch dieses „Try and Hire“.

3. Neue Anregungen durch neue Mitarbeiter

Oft heißt es, Zeitarbeitnehmer seien schlechter ausgebildet als fest angestellte Mitarbeiter, hätten keine zum Unternehmen passende Ausbildung und verfügten nur über wenig Berufserfahrung. Das trifft in der Regel aber nur auf einen geringen Teil zu und wird durch den Aspekt aufgefangen, dass sie neue Impulse und Ideen einbringen, die sie aus anderen Unternehmen kennen. Zudem sind sie oft auf dem aktuellen Stand der fachlichen Qualifikation – insbesondere solche, die von hochgradig spezialisierten Personaldienstleistern vermittelt werden.

Zeitarbeitnehmer bringen oft eine hohe fachliche Qualifikation mit. Zeitarbeitnehmer bringen oft eine hohe fachliche Qualifikation mit. (© 2017 Shutterstock / ALPA PROD)

4. Wenig Aufwand bei der Mitarbeitersuche

Die kosten- und zeitintensive Suche nach qualifizierten Mitarbeitern wird durch Zeitarbeit auf ein Minimum reduziert. Nach dem Auftrag durch das Unternehmen übernehmen professionelle Personaldienstleister eine Vorauswahl. Stellenanzeigen schalten, aufwendige Vorstellungsgespräche und Assessment-Center fallen weg.

5. Großer Pool an Bewerbern

Große Personaldienstleister verfügen über einen Mitarbeiter-Pool mit den unterschiedlichsten Qualifikationen aus vielen verschiedenen Berufsgruppen. Damit lassen sich die meisten Personallücken bedarfsgerecht schließen. Auch kleinere Unternehmen können durch den Einsatz von Zeitarbeit kurzfristig größere Aufträge annehmen.