So will es das Gesetz

Kollege X soll nicht mehr zu Ihrer Mannschaft gehören. Doch ist dieser nicht da, weil er beispielsweise krank oder im Urlaub ist. Eine persönliche Zustellung der Kündigung kommt daher nicht infrage. Sie können das Schriftstück auch per Post zustellen, oder?

Keine so gute Idee, weiß Ulf Weigelt, Anwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Er berichtete der "Zeit Online", was alles schief laufen kann, wenn Arbeitgeber auf diese Weise kündigen. Grundsätzlich ist eine Kündigung nämlich nur dann rechtskräftig, wenn sie sowohl schriftlich erfolgt als auch nachweislich beim Empfänger eingegangen ist. Diese nachweisliche Zustellung ist insbesondere für die Kündigungsfristen wichtig – mit Ausnahme der fristlosen Kündigung.

So nicht: Zustellung der Kündigung per Übergabe-Einschreiben

Dass Ihr Mitarbeiter die Kündigung postalisch und nicht persönlich erhält, ist zwar nicht die feine Art, jedoch manchmal unvermeidlich und vor allem – rechtlich zulässig. Die Sache hat nur einen Haken: Sie können nicht belegen, ob der Gekündigte in spe das Schriftstück tatsächlich empfangen hat.

Wer jetzt denkt: 'Macht nichts, dann schick' ich die Post eben per Übergabe-Einschreiben zu',  macht es sich zu einfach. Sicher ist nämlich auch diese Variante nicht. Denn: Wenn der Empfänger nicht zu Hause ist, muss er den Brief selbst abholen. Doch dazu kann niemand Ihren Noch-Mitarbeiter zwingen. Haben Sie die Kündigung zum Monatsende zugestellt, wie es üblich ist, könnte es also sein, dass Ihr Untergebener die Kündigung nicht mehr rechtzeitig erhält.

So nicht: Zustellung der Kündigung per Einwurf-Einschreiben

Eine weitere Möglichkeit auf postalischem Wege zu kündigen, ist die Zustellung per Einwurf-Einschreiben. Dabei bestätigt der Postbote, dass er einen Brief beim Empfänger eingeworfen hat. Laut Rechtsprechung kann der Zusteller jedoch nicht wissen, welches Dokument im Umschlag steckt. Und deshalb im Streitfall auch nicht eindeutig bestätigen, dass er ein Kündigungsschreiben zugestellt hat, wie "Markt und Mittelstand" berichtet.

Auf Nummer sicher gehen mit einem Zeugen

Am sichersten kündigen Sie nur persönlich und in Anwesenheit eines Zeugen. Bei einem möglichen Konflikt haben Sie dann jemanden auf Ihrer Seite. Ist dieser Idealfall nicht möglich, sollten Sie einen Zeugen mit der Zustellung der Kündigung beauftragen. Das funktioniert so: Sie unterschreiben das Originalschriftstück im Beisein des Überbringers und händigen ihm die Kündigung und den Umschlag aus. Der Zeuge wirft die Kündigung dann persönlich in den Briefkasten – im besten Fall dokumentiert er das mit einem Foto.

Eine weitere Möglichkeit: Betrauen Sie einen Gerichtsvollzieher mit der Zustellung. Auch dieser kann die Originalunterschrift prüfen und die Kündigung überreichen, was er mit einer Urkunde bestätigt.

Weiterführende Links:

  • Auch eine Abmahnung muss korrekt verfasst werden. 8 Tipps zu Form und Inhalt.
  • Auch richtig kündigen im Dialog mit dem Betroffenen will gelernt sein. Die 5 Phasen der Gesprächsführung in einem solchen Fall.