Die Idee zur Geschäftsidee

Die Geschäftsidee zu Outfittery kam uns beiden bei einem Besuch in New York: Ein Freund, Typ „Shoppingmuffel“, war plötzlich voll beladen mit Einkaufstüten: Er hatte einen Personal Shopper engagiert.

Manchmal kann einem ganz schön schwindlig werden. Kein Wunder bei den vielen Daten und Informationen, die auf uns einprasseln. Und diese Daten und Informationen erfordern entsprechende Entscheidungen. Digitalisierung eben. Mit ihr ist noch mehr Vielfalt in unser Leben gekommen: Kataloge wurden digitalisiert und damit wanderte das gesamte Warensortiment ins Internet. Statt Hunderte von Seiten mühsam durchzublättern, geht das Suchen nun ganz einfach per Mausklick.

Egal ob Kleidung, Elektronik, Versicherungen, Essen oder Schmuck – alles gibt es nun auch digital. Das ist Fluch und Segen zugleich. Die endlose Auswahl an Artikeln überfordert uns und kostet außerdem viel Zeit. Was früher als Luxus galt, wird zur Qual des modernen Menschen. Das Credo „Mehr ist besser“ stimmt meiner Meinung nach nicht mehr. Stattdessen sollte es heißen: „Weniger ist mehr“.

Anna-Julia-Outfittery Erfolgreiches Duo: Die beiden Outfittery-Unternehmerinnen Anna Alex und Julia Bösch. (© 2017 Outfittery)

 

Wie der Ochs vorm Berg

Ein Beispiel gefällig? Man steht vor seinem Kleiderschrank und bemerkt mal wieder, dass man ja eigentlich gar nichts zum Anziehen hat. Immerhin muss man nun nicht mehr eilig in Geschäfte spurten. Man kann zu Hause vor dem Rechner oder unterwegs am Smartphone shoppen. Aber so easy ist das gar nicht. Selbst wenn der Filter beim Onlinekauf genauestens auf die eigenen Vorstellungen von Marke, Preis und Stil angepasst ist, steht man da, wie der Ochs vorm Berg. Man sucht ein weißes Hemd und klickt sich durch 30 Seiten mit gefühlt 1.000 Exemplaren von ein und demselben. Respekt, wer da nicht die Geduld verliert. An genau dieser Stelle werden die Kunden im Stich gelassen. Zu viel Auswahl, zu wenig Beratung. Da vergeht einem doch der Spaß.

Ich persönlich mache das meistens so: Wenn ich zum Beispiel eine neue Waschmaschine kaufen möchte, kaufe ich einfach die, mit der meine Freundin schon zufrieden ist. Oder ich frage meine Freunde auf Facebook, welche Maschine sie empfehlen und schränke so die mögliche Auswahl enorm ein. Das klappt bei Waschmaschinen und Ähnlichem ganz gut, taugt aber nicht für die Suche nach Kleidungsstücken. Sonst würde ich ja denselben Look wie meine Freunde tragen – und das kann ja keinem der Beteiligten gefallen. Aber immerhin wäre ich der riesigen Artikelflut ausgewichen.

Zur Person

Die gebürtige Hamburgerin Anna Alex (32) begann ihre Karriere beim Risikokapital-Investor Rocket Internet in Berlin. Im Anschluss leitete sie in Zürich die IT-Abteilung eines Schweizer Onlineunternehmens. Danach erfüllte sie sich den Traum vom eigenen Unternehmen. Was zu zweit in einem kleinen Dachgeschossbüro in Berlin-Mitte begann, ist mittlerweile eine Firma mit 300 Mitarbeitern. 2015 eröffneten sie ein zweites Büro in der Modehochburg Düsseldorf. Heute ist Outfittery Marktführer im Bereich Personal Shopping – vertreten in acht europäischen Ländern und mit über 100 Modemarken im Sortiment.

Intelligenz trifft Daten

Genau dieser Umstand brachte uns zum kuratierten Einkaufen – und natürlich der gute Shoppingmuffel-Freund mit seiner Erfahrung aus New York. Seither bieten wir in unserem Onlinehandel über Outfittery eine persönliche Kaufberatung an. Das läuft auch ganz wunderbar. Denn wir geben den Leuten nicht nur Kleidung, sondern vor allem Zeit, die sie einsparen.

Das Prinzip des Kuratierens hat sich auch in vielen anderen Onlinesegmenten durchgesetzt. Amazon bietet zum Beispiel Relevanz durch datengetriebene, automatisierte Empfehlungen zu Artikeln, die den Käufer statistisch gesehen als Nächstes interessieren könnten. Lebensmittel-Lieferdienste stellen anhand vergangener Einkäufe leckere Rezepte samt Zutaten zusammen. Bei Outfittery geht es eben ums Shopping. Der User erhält Tipps, was ihm steht und was gut zusammenpasst. Und zack: hat er Zeit gespart – und dazu noch ein tolles Outift gekauft.

Unternehmen, die dieses Prinzip verstanden haben, gehört die Zukunft. Sie reduzieren Komplexität und bieten den Kunden vor allem eins: Relevanz. Sie kombinieren menschliche Intelligenz mit Daten, um am Ende für den Kunden das perfekte Produkt zu finden. Das Potenzial ist meiner Meinung nach riesig – heute mehr denn je.

Wissenswertes zum Personal Shopping

  • Outfittery gilt hierzulande als Pionier des kuratierten Einkaufens. Mehr als 400.000 Männer nutzen Outfittery europaweit, vorwiegend im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.
  • Eine repräsentative GfK-Studie unter 1.605 Onlinenutzern ergab: 80 Prozent der befragten Männer und Frauen, die Personal Shopping schon einmal ausprobiert haben, möchten es wieder nutzen.
  • Die zweite wesentliche Erkenntnis der Studie: 35 Prozent aller, die Personal Shopping noch nicht nutzen, sind daran interessiert.
  • Etwa ein Drittel der befragten Männer empfinden den Kauf von Kleidung oder die Wahl des Outfits als stressig. Rund ein Viertel findet es zu aufwendig, sich durch die vielen unterschiedlichen Angebote zu wühlen.
  • Männer lassen sich gern beraten: Aktuell nutzen zwei Drittel mehr Männer als Frauen Personal Shopping. Frauen sehen Shoppen eher als Freizeitvergnügen an und treffen die Auswahl lieber selbst.

Weiterführende Links zum Thema

Handyporträt: Anna Alex und Julia Bösch von Outfittery

Xing Business Insider: Anna Alex

Outfittery-Webseite