Eine neue Technologie kennenlernen, ein Geschäftsmodell entwickeln und gleich einen funktionsfähigen Prototypen mit nach Hause nehmen – und das in 48 Stunden? Das war Versprechen und Anspruch zugleich bei unserem NB-IoT Corporate Hackathon im Berliner hub:raum, unserer Ideenschmiede. 18 Unternehmen konnten wir für den zweitägigen Workshop gewinnen: darunter lokale und nationale Start-ups, Mittelständler wie Kärcher, Netze BW und Abus, aber auch internationale Größen wie Airbus, Bosch oder die Deutsche Bahn. Und wir haben es tatsächlich geschafft, Entwickler und Produktmanager in Rekordzeit zu Experten für NarrowBand IoT zu machen, das Maschinennetz für das Internet der Dinge.

Idee + Entwicklerkit = Prototyp

hub:raum

hub:raum unterstützt Start-ups mit innovativen Ideen in der Frühphase ihres Geschäftslebens. Der Inkubator der Deutschen Telekom konzentriert sich vor allem auf B2B-Themen im Bereich Künstliche Intelligenz, Big Data, Smart Home, Internet of Things und Robotics. Regelmäßig finden an den drei Standorten Berlin, Krakau und Tel-Aviv Bootcamps, Hackathons und Prototyping-Workshops statt. Im hub:raum erhalten Start-ups einen Co-Working Space, wo sie mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten und sich Rat bei Experten der Telekom holen. Möglich sind außerdem ein Investment und Zugang zum weltweiten Vertriebsnetz der Telekom. Seit 2012 hat die Telekom bereits mehr als 200 Start-ups unterstützt und in 20 Unternehmen investiert.

Zum Einstieg erfuhren die Teilnehmer des Hackathons alles Wissenswerte über NarrowBand IoT (NB-IoT). Die Vorteile des neuen Mobilfunkstandards standen dabei ebenso im Fokus wie die technischen Grundlagen, um Geräte ans Netz anbinden und so Daten über die Cloud der Dinge der Telekom sammeln, verarbeiten und auswerten zu können. Unsere Experten berichteten aus der Praxis und zeigten auf, wie individuelle Geschäftsmodelle entstehen, um vom IoT unternehmerisch zu profitieren.

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Wie aus Theorie Praxis wird, ließ sich mit dem Entwicklerkit, basierend auf einem Arduino-Board mit umfassender Sensorik und einem NB-IoT-Sendemodul, selbst erproben. Die neue Funktechnik macht dank hoher Reichweite sowie niedrigem Kostenaufwand und Energiebedarf viele Anwendungen im Internet der Dinge erst wirklich möglich. Den fertigen Prototypen nahmen die Entwickler am Ende mit in die eigene Firma.

Intelligente Staubsauger und Klingelschilder

Amin Larimian
Amin Larimian Amin Larimian (© 2017 Telekom)

Amin Larimian verantwortet als Commercial Manager M2M und IoT bei der Telekom Deutschland die Produkteinführung entsprechender Lösungen in den deutschen Markt.

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Die Teilnehmer arbeiteten in gemischten Teams an fünf verschiedenen Use Cases. Unsere Vertriebskollegen halfen, unterstützt von der Unternehmensberatung futurest, bei der Entwicklung eines Geschäftsmodells; die Funkspezialisten von mm1 Technology steuerten ihr technisches Know-how bei. So konzipierten die Teilnehmer beispielsweise den Prototypen eines kostengünstiges Nachrüstmodul zum Tracken von Industriestaubsaugern. So weiß jede Reinigungsfirma stets, in welchem Gebäude sich welcher Staubsauger gerade befindet.

 

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An Wohnungsverwalter und Immobilienmanager richtet sich das intelligente Klingelschild: Eine Gruppe des Hackathons unter anderem mit der Firma REOS GmbH aus Hamburg fanden eine Lösung, um Klingelschilder in Mietshäusern mit digitalen Displays und einem NB-IoT-Empfangsmodul auszurüsten. Der Vorteil: Wechselt der Mieter, ändert der Wohnungsmanager vom PC aus den Namen auf dem Schild – ohne dass ein Servicemitarbeiter ausrücken muss. Auch der Briefkasten ließe sich per NB-IoT digitalisieren, damit er seinen Besitzer bei Post umgehend benachrichtigen kann.

Wärmeverbrauch und Luftqualität aus der Ferne messen

Die Inhalte des NB-IoT Workshops
  • Technische Grundlagen und Vorteile von NB-IoT
  • Vernetzung von Geräten mit NB-IoT und der Telekom Cloud der Dinge
  • Hands-on-Tutorial und Expertentraining
  • Entwicklung eines möglichen Geschäftsmodells anhand des Value Proposition Canvas
  • Unterstützung bei der praktischen Prototyp-Umsetzung
  • Expertenberatung zu den Telekom IoT-Services, verschiedenen Geschäftsmodellen und geschäftskritischen Fragen

Der Nutzen für Mieter und Wohnungsbesitzer steht auch bei folgender Lösung, die in einer Gruppe um die Firma QUNDIS GmbH aus Erfurt entwickelt wurde im Vordergrund: Sind die Heizungszähler im Haus mit NB-IoT-Sendemodulen ausgestattet, bekommt der Nutzer regelmäßige Updates über seinen Verbrauch und kann sein Heizverhalten bei Bedarf besser steuern. Zusätzlich erhält die Ablesefirma die Messwerte per Funk; umständliche Ablesefahrten mit vorheriger Terminvereinbarung entfallen. Die Lösung profitiert besonders von der hohen Gebäudedurchdringung von NarrowBand IoT und kann so selbst aus Kellern zuverlässig senden.

Wie steht es eigentlich um die Luftqualität in meinem Viertel? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Firma Pixida GmbH aus München. Ihre Lösung: ein NarrowBand-Netzwerk aus Sensoren, die Bewohner am Haus, auf dem Balkon oder im Garten installieren. Die gemessenen Ozon- und Feinstaubwerte überträgt das NB-IoT-Sendemodul an eine zentrale Plattform. Über ein Webportal behalten die Bewohner jederzeit den Überblick über die Luftqualität in ihrer Straße. Eine solche Lösung wäre darüber hinaus auch für Kommunen denkbar.

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Die Idee, die bei der abschließenden Wahl die meisten Stimmen erhielt, war eine Trackinglösung für Fahrräder, die in der Gruppe um die Firma Little John Bikes GmbH aus Dresden vorangetrieben wurde. Das versteckte Modul am Fahrrad lässt sich vom Besitzer per RFID-Chip scharfstellen. Sobald der integrierte Bewegungssensor eine ungewöhnliche Ortsveränderung feststellt, sendet das Modul via NarrowBand IoT einen Alarm ans Smartphone eines Besitzers – und die Position des Zweirads gleich mit.

All diese Ideen lassen sich erst dank NarrowBand IoT effizient und kostengünstig umsetzen. Ein Grund, warum NB-IoT für uns eine der aktuell spannendsten neuen Technologien ist.