Cloud sei Dank

In der Vergangenheit lief es für Startups oft so: Die Geschäftsidee war spektakulär, der Traum von hohen Gewinnen war groß – aber auch schnell wieder zu Ende. Der Grund: horrende Kosten für eigene IT, die Business-Modelle rasch im Keim erstickten.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Hohe Anfangsinvestitionen in Server, Speicher und Software sind kaum mehr nötig. Stattdessen buchen Startups IT-Ressourcen nach Bedarf. Per Mausklick, aus der Cloud, völlig flexibel. Und zwar von der Büro-Software bis zur kompletten Entwicklungsumgebung. Gründer zahlen immer nur das, was sie gerade brauchen.

Je freier, desto besser

Finanziell flexibler und technisch agiler geht es kaum. Und weil das so ist, gibt es viele Startups mit cleveren Geschäftsmodellen. Doch bei der Anbieterauswahl ist Vorsicht geboten.

Startups sollten unbedingt darauf achten, unabhängig zu bleiben. Mit einem Anbieter, der es ermöglicht, die Cloud-Infrastruktur in eine andere Soft- und Hardware-Umgebung zu übertragen. Denn sonst droht ein sogenannter Vendor-Lock-in: Einmal an die Umgebung eines Anbieters angepasst, ist der Aufwand für einen Wechsel zu hoch – selbst dann, wenn ein Startup bei einem anderen Anbieter günstiger, schneller und einfacher zurechtkäme.

Wie zum Beispiel bei vielen US-amerikanischen Providern. Sie verwenden in der Regel selbst entwickelte Systeme. Von dort auf einen alternativen Provider zu wechseln, ist gar nicht so einfach. Ein Wechsel wäre dann fast so, als wollte man seine Apps und Daten von einem iPad mit iOS auf ein Microsoft-Tablet mit Windows übertragen. Das geht zwar, ist aber ziemlich umständlich.

Je offener, desto flexibler

Gerade für Jungunternehmer eignen sich daher Systeme mit Open Source-Standard besser. Immer beliebter werden OpenStack-basierte Angebote wie etwa das der Open Telekom Cloud. Das Cloud-System mit offenem Quellcode gilt mittlerweile als „Treiber für bessere Geschäftsergebnisse“, finden die Autoren der aktuellen Studie „Die Cloud erobert den Mainstream“ des US-Marktforschers IDC.

Zwei weitere Aspekte, die ziemlich wichtig sind, behandeln viele Startups eher stiefmütterlich: Datensicherheit und Datenschutz. Sobald Daten deutscher Kunden verarbeitet und gespeichert werden, verpflichten sich Unternehmen, die strengen deutschen Datenschutzbestimmungen einzuhalten. Ein Anbieter aus dem Ausland kann das nicht immer garantieren. Das wissen viele Gründer nicht – sollten sie aber.

US-Provider unterliegen zum Beispiel dem Patriot Act. Damit verpflichten sie sich, Daten ihrer Kunden auf Anfrage der amerikanischen Behörden herauszugeben. Dabei ist es egal, wo die Rechenzentren stehen. Daher mein Rat: Lieber direkt auf einen deutschen Anbieter mit Rechenzentren in Deutschland setzen, statt die eigene Lösung nachträglich dorthin transportieren zu müssen.

Je geschützter, desto sicherer

Das heißt aber nicht, dass deutsche Unternehmen keine amerikanischen Lösungen nutzen sollten. Im Gegenteil: das Office-Paket von Microsoft zum Beispiel ist in vielen Unternehmen nach wie vor State of the Art. Inzwischen bietet Microsoft diese Lösung auch Cloud-basiert an. So weit, so gut, doch wer auf Nummer sicher gehen will, kann auf Office 365 aus deutschen Rechenzentren zugreifen – mit T-Systems – der Großkundensparte der Telekom – als Datentreuhänder. So entspricht Office aus der Cloud den strengen deutschen Datenschutzanforderungen.

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren die Microsoft-Cloud-Dienste Azure und Dynamics CRM aus deutschen Rechenzentren. Als deutscher Datentreuhänder übernimmt T-Systems den Kunden- und Technik-Support, verantwortet den Schutz der Kundendaten und hat abgesehen vom Kunden selbst – die alleinige Kontrolle über den Zugang zu den Rechenzentren, den Betriebseinheiten sowie über Remote-Zugänge von Microsoft auf die Kundendaten (z. B. bei Wartungsmaßnahmen). Damit können deutsche Unternehmen auch diese Software-Lösungen bedenkenlos aus der Cloud nutzen – und jederzeit beliebig skalieren. So wird aus dem nächsten Geistesblitz vielleicht schon wieder eine erfolgreiche Geschäftsidee.