Fast jeder zweite der weltweit mehr als 2.700 „Hidden Champions“ kommt aus Deutschland, genauer: aus dem starken deutschen Mittelstand. Der breiten Öffentlichkeit meist kaum bekannt, sind sie in hochspezialisierten Nischenmärkten tätig, gehören in ihren Branchen zu den Top-Drei-Unternehmen weltweit oder sind Marktführer auf ihrem Kontinent. Und diese Position werden die deutschen Hidden Champions auch in der digitalen Transformation halten und weiter ausbauen.

Warum? Weil Hidden Champions traditionell überdurchschnittlich innovationsstark sind und großen Wert auf Spitzentechnologien legen. Viele dieser Unternehmen sind in Branchen tätig, in denen Automatisierung von jeher eine große Rolle spielt. Etwa in der Automobilindustrie. Hidden Champions investieren überdurchschnittlich viel in Forschung und Entwicklung und melden mehr Patente an als die deutschen Großkonzerne – etwa zu Zukunftstechnologien wie dem autonomen Fahren. Sie verstehen sich als Treiber digitaler Entwicklungen. Das Wichtigste aber ist ihr starker Fokus auf den Kunden, den sie häufig in ihre Innovations- oder Produktionsprozesse einbeziehen. Und genau dafür bietet ihnen die Digitalisierung ideale Voraussetzungen.

Sicher, Hidden Champions sind Marktführer, weil sie fokussiert und ambitioniert sind. Vor allem aber, weil sie ihr Segment genau wie ihre Kunden und Partner extrem gut kennen und sich an deren Anforderungen anpassen. Das heißt: Sie optimieren kontinuierlich Produkt, Prozesse und Kundenbeziehungen. Und erfüllen selbstverständlich deren Ansprüche an einen immer höheren Digitalisierungsgrad – etwa nach Sendungsverfolgung in Echtzeit in der Logistik.

Bessere Prozesse, zufriedenere Kunden

Theodor Micklinghoff
Theodor Micklinghoff Theodor Micklinghoff (© 2017 Telekom)

Als Vice President Mobile Business Corporate Accounts im Bereich Geschäftskunden versteht sich Theodor Micklinghoff als Sparringspartner bei der Digitalisierung mittelständischer und großer Unternehmen.

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Wie das in der Praxis aussieht, zeigen diese Erfolgsgeschichten: etwa IDS Logistik. Der Verbund deutscher Spediteure hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Telekom als Partner die gesamte Lieferkette digitalisiert – vom mobilen Handscanner zur Erfassung der Lieferdaten bis zum Hosting der Informationen in den hochsicheren Rechenzentren der Telekom. Das Ergebnis: zufriedenere Kunden, effizientere Prozesse, weniger Leerfahrten und Extratouren.

Auch Sto, Hersteller von Produkten und Systemen für Gebäudebeschichtungen, hat erfolgreich digital aufgerüstet. Der Spezialist für Wärmedämm-Verbundsysteme, Farben und Putze präsentiert seine Produktpalette heute kundenfreundlich über eine gemeinsam mit der Telekom entwickelte App. Interne Abläufe haben sich durch mobile Schnittstellen zum Kundenmanagementsystem deutlich verbessert.

Erfolg mit Spezialwissen

Die Hidden Champions verfügen über einen weiteren Vorteil im Digitalisierungsprozess: Anders als im Konsumentenmarkt, den amerikanische Konzerne dominieren, machen ihnen die großen Internet-Unternehmen keine Konkurrenz. „Deutschsprachige Hidden Champions sind in der B2B-Digitalisierung führend; die Eintrittsschranken werden so hoch sein, dass diese Führung nicht schnell verloren geht“, sagte der Unternehmensberater Hermann Simon, der den Begriff „Hidden Champions“ in den Neunzigern prägte, auf dem diesjährigen Hidden-Champions-Gipfel. Denn die Nischenmärkte der Hidden Champions erfordern hochspezialisiertes Wissen über komplexe industrielle Prozesse, das in anderen Unternehmen meist nicht vorhanden ist. Zudem sind ihre Märkte zwar für den Mittelstand lukrativ, für Großkonzerne wie Apple oder Amazon jedoch wenig interessant.

Spitzenposition für Softwareunternehmen

Die digitalen Lösungen der Champions

  • Sichere und hochverfügbare Vernetzung der Standorte mit IntraSelect
  • Sicherer mobiler Datenzugriff über Mobile IP VPN
  • Lösungen für Großunternehmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit
  • Open Telekom Cloud: die Public-Cloud-Alternative aus Deutschland
  • Deutsche Telekom: Dynamic Services for SAP und Mobility for SAP

Allerdings: Nicht alle Hidden Champions belegen beim Wettlauf der Digitalisierung Spitzenpositionen. Nachholbedarf herrscht besonders im Groß- und Einzelhandel, in der Bauwirtschaft und im Anlagenbau. So bewerten die deutschen Weltmarktführer aus diesen Branchen den eigenen Digitalisierungsgrad in einer Studie des Benchmarking Center Europa am INeKO-Institut der Universität Köln bisher als gering. Uneingeschränkt hoch stuften ihn – wenig überraschend – Unternehmen aus der Softwareindustrie ein. Insgesamt zeigt die Untersuchung: 12 Prozent der Hidden Champions bewerten ihren Digitalisierungsgrad als sehr hoch, 44 Prozent als hoch. Ebenfalls 44 Prozent schätzen ihn im eigenen Unternehmen jedoch bislang als gering ein. Die Gleichung Hidden Champion = Digital Champion geht hier also – noch – nicht auf.