Plötzlich stehe ich mittendrin, in der Fabrik der Zukunft. Ein Roboter bewegt seine Arme hin und her und fertigt eine Batterie für Elektroautos. Als ich mich der Maschine nähere, arbeitet sie langsamer. Ich gehe noch ein Stück auf den Roboter zu – bis er seine Arbeit automatisch unterbricht. Und was vor ein paar Jahren praktisch unmöglich war, ist heute völlig unproblematisch: Ich kann den Roboter sogar anfassen, ohne dass es für mich gefährlich wird.

Künstliche Intelligenz assistiert Menschen bei Arbeit

Theodor Micklinghoff
Theodor Micklinghoff Theodor Micklinghoff (© 2017 Telekom)

Als Vice President Mobile Business Corporate Accounts im Bereich Geschäftskunden versteht sich Theodor Micklinghoff als Sparringspartner bei der Digitalisierung mittelständischer und großer Unternehmen.

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Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine war auf der Hannover Messe im April 2018 mit rund 200.000 Besuchern das vorherrschende Thema. Das Motto auf der weltweiten Leitmesse in Hannover: „Connect & Collaborate“, verbinden und zusammenarbeiten. Und auch wenn die Fabrikhalle, in der ich dem Roboter begegnet bin, lediglich ein kleiner Nachbau war – das Rendezvous mit dem Roboter hat mich nachhaltig beeindruckt. Denn es zeigt: Maschine und Mensch arbeiten immer mehr Hand in Hand, die Maschine unterstützt den Menschen mit ihrer Künstlichen Intelligenz (KI) bei der Arbeit.

 

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Ob Künstliche Intelligenz, Internet of Things, Smart Factory, Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), 3D-Körperscanner oder Pflanzensensoren: Gerade während der Hannover Messe ist Industrie 4.0 ein bestimmendes Thema. Und viele der in Hannover präsentierten Ideen lassen sich nicht nur in Zukunft sinnvoll nutzen, sondern bewegen schon jetzt die mobile Arbeitswelt von heute.

Telekom-Umfrage: Mittelstand tut sich mit Digitalisierung schwer

Doch wie weit ist der deutsche Mittelstand beim Thema Digitalisierung wirklich? Eine Umfrage der Telekom-Tochter T-Systems zeigt: 47 Prozent der Unternehmen haben bislang noch gar keine Digitalisierungsprojekte angestoßen. Lediglich 30 Prozent sind über die eigentliche Pilotphase entsprechender Projekte hinaus im Live-Betrieb.

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Eine Portion mehr Mut würde dem Mittelstand weiterhin gut zu Gesicht stehen. Von digitalen Vorreitern lässt sich einiges lernen. Und von Fachbegriffen wie Industrie 4.0, Digital Twin oder Künstliche Intelligenz sollte sich niemand in der Industrie abschrecken lassen. Hinter den Begriffen verbergen sich unzählige Chancen, die Computer und vernetzte Maschinen ermöglichen.

Telekom: Bestehende Maschinen intelligent verbinden

Die IT-Lösungen der Telekom auf der Hannover Messe

Smart Planning

Mit einer smarten Produktionsplanung überlassen Unternehmen nichts mehr dem Zufall: Aus Informationen von Maschinensensoren, historischen Daten und Betriebsdaten aus der Cloud entsteht ein „Digital Twin“, das digitale Abbild eines realen Produkts. Mit der PLM Cloud der Telekom-Tochter T-Systems digitalisieren Unternehmen die Entwicklung neuer Produkte vom ersten Design bis zur Testsimulation. Und die Indoor-Digitalisierung mit 3D-Laserscan hilft bei der Optimierung der Produktionsstätte.

Smart Production
In der smarten Fabrik sorgt die Telekom für die optimale Vernetzung – mit Lösungen wie dem innovativen Maschinennetz NarrowBand IoT und dem nächsten Echtzeit-Kommunikationsstandard 5G – beides Voraussetzungen für die Robotersteuerung von Werkstücken. Die Werkstücke besitzen ein digitales Produktgedächtnis, im Hintergrund speichert eine Blockchain sicher und transparent alle Produktionsschritte.

Smart Logistics

Auch im Bereich Smart Logistics präsentiert die Telekom schnell einsetzbare Lösungen für die Industrie, wie etwa den papierlosen Frachtbrief oder die intelligente Transportüberwachung in Echtzeit. Die Logistik erhält so in Echtzeit Informationen zu Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Erschütterung oder Feuchtigkeit der transportierten Waren. Produzierte Güter werden mithilfe von Virtual und Augmented Reality (VR/AR) ausgewählt. Ein Telematik-Portal inklusive Fahrer-App meldet GPS-Position, Geschwindigkeit, Ruhezeiten und Zustandsdaten des Fahrzeugs.

Teure Maschinen, die immer noch einwandfrei laufen, müssen nicht zwingend durch modernere ersetzt werden. Das wurde auch auf der weltweit wichtigsten Leitmesse wieder deutlich. Für die Telekom geht es darum, bestehende Geräte intelligent miteinander zu verbinden – eine der größten Herausforderungen bei der Digitalisierung. Auf der Hannover Messe 2018 zeigte die Telekom den Besuchern anhand einer Prozesskette, wie digitale Wertschöpfung funktioniert.

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Die Vernetzung von Produktion und Logistik spielt eine zunehmend wichtige Rolle, etwa in der Automobilindustrie. In der Smart Factory flüstern Roboter und Bauteile miteinander und geben Informationen über sich an Mensch und Maschine weiter. Für den sicheren und schnellen Austausch großer Datenmengen sorgt die Telekom – mit ihren Netzen und Cloud-Plattformen sowie der Erfahrung mit Big Data und Security.

Fazit der Hannover Messe 2018

Resümee des Messerundgangs: In Hannover haben wir die Zukunft gesehen – und vor dieser müssen wir uns nicht fürchten. Es geht nicht nur um Maschinen. Es geht vielmehr darum, wie wir künftig arbeiten und somit auch leben. Hand in Hand mit dem Roboter. Bewerten wir die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz richtig, wird daraus laut Experten sogar ein Jobmotor. Aber: Der Mittelstand muss den Mut aufbringen, sich der Digitalisierung zu öffnen und bestehende Geschäftsprozesse zu optimieren – dann wird er am Erfolg teilhaben.

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