Es ist nicht einmal jedes Siebte: Laut europäischem Startup-Monitor werden nur 13,9 Prozent der Startups hierzulande von Frauen gegründet. Damit bleibt ihre Innovationskraft offenbar weit hinter den Möglichkeiten zurück. Denn laut einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) im Auftrag des Manager Magazins nimmt die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens eindeutig zu, wenn mindestens 15 Prozent der Führungspositionen von Frauen bekleidet werden. Einen ähnlichen Zusammenhang ermittelte das US-amerikanische Peterson Institute: Demnach erwirtschaften Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil in Führungspositionen mehr Gewinn.

Mentorin im Juni 2017

Miriam Mertens (37) ist selbst erfolgreiche Gründerin und koordiniert für die Telekom die Zusammenarbeit mit digitalen Startups. Für die Frauenzeitschrift EMOTION stellt sich Mertens derzeit als Mentorin für junge Unternehmerinnen zur Verfügung. Noch bis zum 7. Juni können sich Frauen bei EMOTION für drei Treffen mit Miriam Mertens als Mentorin bewerben.

Untersuchungen, die auch meine eigenen Erfahrungen stützen: Oft genug habe ich erlebt, dass die Atmosphäre in Unternehmen umso kreativer ist, je diverser Teams sind. Deshalb bin ich auch davon überzeugt, dass mehr Frauen einen positiven Effekt auf die Zukunftsaussichten junger Unternehmen haben können. Und auch, wenn der Anteil weiblicher Gründer aktuell vergleichsweise klein ist, gibt es in Deutschland genügend Beispiele aufstrebender Startups mit Frauen an der Spitze, die zeigen, wie eine weibliche Handschrift zum Erfolg führt.

Erfolgreiche Frauen machen Mut

So wie die jungen Gründerinnen Jennifer Meister und Katja Manger, die das Online-Portal coachimo.de ins Leben gerufen haben. Beide machten unabhängig voneinander die Erfahrung, dass es in Deutschland sehr schwierig ist, einen geeigneten Trainer oder Coach zu finden. Darum gründeten die beiden Berlinerinnen eine solche Plattform kurzerhand selbst. Ihre Idee: Eine Webseite, die Coaches und Hilfesuchende zusammenbringt. Auf Coachimo können Experten wie Führungskräftecoaches, Bewerbungstrainer oder IT-Fachleute ihre Dienste anbieten. Nutzer wiederum finden einen entsprechenden Coach. Erst 2016 gestartet, verzeichnet Coachimo bereits mehr als 2.000 registrierte Nutzer sowie 750 aktive Coaches und Experten.

Auch Anna Alex und Julia Bösch schöpften ihre Geschäftsidee aus persönlicher Erfahrung. Ein befreundeter Unternehmer klagte über den Konflikt, gut aussehen zu wollen, aber wenig Zeit zum Shoppen zu haben. Aus dem Problem entstand ein erfolgreiches Startup: Outfittery bietet einen Shopping-Service nur für Männer. Bei vielen shoppingscheuen Männern in Deutschland kommt das offenbar hervorragend an. Seit mehr als fünf Jahren am Markt, haben die beiden Gründerinnen nach eigenen Angaben bereits mehr als zwei Millionen Outfits zusammengestellt, 500.000 Männer neu eingekleidet – und dafür bis dato „1.294 Schachteln Pralinen von glücklichen Kunden erhalten“.

Nur zwei von zahllosen Erfolgsgeschichten, die junge Gründerinnen in Deutschland jeden Tag schreiben. Das empfinde ich als enorm motivierend. Der geringe Frauenanteil unter den Gründern ist für mich daher nicht weniger als ein Beweis für das große Potenzial, das im deutschen Markt noch schlummert. Und dieses Potenzial sollten wir nicht ungenutzt lassen.

Dafür können sich Frauen zumindest eine Sache von Männern abschauen: mehr Mut zum Risiko. Denn Frauen haben statistisch gesehen größere Angst vorm Scheitern als Männer. Außerdem hilft ein vertrauenswürdiger Partner – oder eine vertrauenswürdige Partnerin –, die bei drängenden Fragen unterstützt. Die einem hilft, am Ball zu bleiben. Die wenn möglich wertvolle Tipps liefert, die den Start erleichtern. Und so bestenfalls die Angst vorm Scheitern mindert.

Weiterführende Links zum Thema

Startups in Frauenhand