Wie schafft man es, Neues zu denken und Althergebrachtes auf den Kopf zu stellen?

Autohersteller setzen dabei auf die Revolutionskraft der Startup-Szene: Start-ups denken und arbeiten anders und wirken als Impulsgeber. Wie gefragt die „jungen Wilden“ sind, um neue Ideen für die Mobilität der Zukunft zu entwickeln, war Mitte Juni 2016 im Berliner hub:raum zu erleben. Zusammen mit Vertretern von Volkswagen und der Wolfsburg AG wurde im Startup-Inkubator der Telekom über die neusten Trends rund ums Fahrzeug diskutiert.

Die Ideen des Unternehmer-Nachwuchs

Vorgestellt wurden im Berliner hub:raum wie ein Auto beispielsweise durch Gesten gesteuert oder mithilfe von Apps eingeparkt werden kann. Volkswagen CIO Martin Hofmann betonte, wie wichtig Impulse dieser Art für die Digitalisierungsstrategie bei Volkswagen sind: „Start-ups haben einen Riesenvorteil. Sie können einfach ausprobieren, was möglich ist. Das können wir nicht: wir produzieren Autos, die auf der Straße zu hundert Prozent funktionieren müssen, hier können wir uns keine Toleranzen erlauben. Wir lernen von den Start-ups, weil sie in einem Umfeld experimentieren, wo Ideen auch einmal daneben gehen dürfen.“

Zu den anwesenden Firmengründern zählten beispielsweise smexx, die dafür sorgen, dass ein Auto selbständig Parkhaus-Schranken öffnet und anschließend autonom einparkt (Video). Das junge Unternehmen DoorBird zeigte, wie in einer rundum vernetzten Welt eine Haustürklingel auch im Auto funktioniert. Wird zu Hause geklingelt, gibt es eine Pushmeldung aufs Handy oder direkt ins Multimediasystem des Fahrzeugs. Effekt-Etage und Myestro stellten neue Ideen für den Autovertrieb vor, beispielsweise ein interaktives Schaufenster, das durch Gestensteuerung zum Werbebildschirm wird. Auch können schon bald kostengünstig 3D-Animationen in digitale Verkaufskanäle eingebunden werden.

Welche Eigenschaften Start-ups haben sollten, um mit einem Autohersteller in ein kommerzielles Verhältnis zu kommen, hob Elke Anderl als Verantwortliche für den Global Account Volkswagen bei T-Systems hervor: „Natürlich sind die Kompetenzen wichtig, aber auch die Leidenschaft, das Durchhaltevermögen und  der Wille, etwas Neues zu schaffen. Konzerne meinen häufig, dass alles selbst entwickelt werden muss. Dabei sind Technologien oft bereits vorhanden und es geht eher darum, sie neu zu kombinieren. Im besten Falle profitieren alle voneinander: Die Unternehmen von den innovativen Ideen, die Start-ups von den jahrzehntelangen Erfahrungen der Großen und die Kunden von innovativen Produkten.“

Weiterführende Links zum Thema

Interview: Volkswagen CIO Martin Hofmann auf der hub:raum-Konferenz im Video

Telekom-Blog: Business Marketplace