Mehr Akzeptanz für gescheiterte Gründer

Nicht immer wird der große Traum vom erfolgreichen Startup Wirklichkeit. Firmenpleiten stehen nach wie vor an der Tagesordnung – obgleich sie in den letzten Jahren rückläufig sind. Während Gründer selbst immer offener und optimistischer mit ihrem Scheitern umgehen, diesen sogar als Erfahrungsvorsprung interpretieren, mangelt es aus gesellschaftlicher Perspektive immer noch an Akzeptanz, wie der Bundesverband der Deutschen Startups findet. Firmenpleiten werden teils sogar stigmatisiert, zitiert "Heise Online" den Verband in Berlin. Deshalb fordert der Verband "eine Kultur der zweiten Chance".

Die Kultur der zweiten Chance pflegen die gescheiterten Gründer untereinander teils bei sogenannten FuckUp-Nights. Dabei treffen sich Unternehmer, um von ihren gescheiterten Firmen zu berichten und Fragen von Interessierten zu beantworten. Ursprünglich stammt das Konzept für mehr Mut rund um das Thema Insolvenz aus Mexiko. Mittlerweile ist es aber auch in deutschen Städten zu finden, wie zum Beispiel zuletzt in Cottbus.

Firmenpleiten in Deutschland sind rückläufig

Laut Statistischem Bundesamt gehen die Zahlen der Firmenpleiten in Deutschland zurück. 2015 gab es 23.101 Firmeninsolvenzen, 2016 waren es nur noch 21.518. In diesem Jahr wird der Wert bei rund 21.000 liegen, vermutet die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Zu den gefährdeten Branchen zählt Bürgel insbesondere den Textilhandel wegen der Konkurrenz aus dem Internet sowie das Baugewerbe und Logistikbereiche wegen des Wettbewerbdrucks und der hohen Kosten.