Ein Vergleich mit den Besten

Benchmarking ist ein Verfahren, das sowohl Startups als auch etablierten Unternehmen wichtige Fragen beantwortet:

  • Wo stehe ich im Vergleich zu den Besten meiner Branche?
  • Wie groß ist der Abstand?
  • An welchen Stellen muss die Firma womöglich nachsteuern, um ihre Position zu verbessern?

Als oberstes Ziel geht es also darum, Stärken weiter auszubauen sowie eventuelle Schwächen zu identifizieren und zu beseitigen. Der Prozess kann außerdem die Motivation der Mitarbeiter steigern, weil das eigene Unternehmen in einen Wettbewerb mit Spitzenfirmen tritt.

Benchmarking Benchmarking ist ein Verfahren, um Leistungen zu optimieren. Dabei werden vermutete Leistungsschwächen mit vergleichbaren Aspekten von führenden Konkurrenten (externe Benchmarks) oder stärkeren unternehmensinternen Bereichen (interne Benchmarks) verglichen.

Benchmarking funktioniert bei vielen Aspekten

Als Benchmarks können verschiedene Aspekte dienen, die sich in zwei Kategorien unterteilen lassen: Externe Benchmarks orientieren sich in der Regel an führenden Konkurrenzunternehmen der eigenen Branche. Denkbar ist auch ein branchenübergreifender Ansatz. Hier werden neue Erkenntnisse über im eigenen Umfeld unbekannte, aber erfolgreiche Vorgehensweisen gewonnen, die sich in den eigenen Betrieb integrieren lassen. Interne Benchmarks dagegen befassen sich mit Vergleichen innerhalb des Unternehmens. Bezugspunkte können etwa verschiedene Produktionsstätten, Abteilungen oder Arbeitsgruppen sein.

Der Benchmark-Vergleich hilft Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Leistungen. (© 2017 Shutterstock / jamesteohart)

Die Bandbreite der Aspekte, die auf den Prüfstand kommen können, ist groß. Im Prinzip eignen sich Produkte, Herstellungsverfahren sowie interne Abläufe und Prozesse. Bevor ein Benchmarking-Prozess gestartet wird, sollte der Betrieb allerdings durch entsprechende Vorplanung sicherstellen, dass die gewonnenen Informationen vergleichbar sind. Ansonsten sind sie für die beabsichtigten Verbesserungen nutzlos. Der Aufwand lohnt sich ebenfalls nicht, wenn die Benchmarking-Resultate nicht umgesetzt werden. Auch hier ist vorher zu überlegen, ob der erforderliche Umsetzungswille und die notwendigen Ressourcen vorhanden sind. Ein Benchmarking lässt sich nicht schnell nebenbei durchführen, sondern braucht ein Team oder zumindest einen Kollegen, der kontinuierlich daran arbeitet.

Vier Benchmarking-Stufen von der Planung bis zur Umsetzung

Der eigentliche Benchmarking-Prozess durchläuft vier Stufen: Planung, Datensammlung, Analyse und Umsetzung. Insgesamt müssen Sie mit einem zeitlichen Rahmen von fünf bis zwölf Monaten rechnen, abhängig von der Komplexität der Analysekriterien und davon, wie viele Konkurrenten in den Vergleich einbezogen werden. Die Planungsphase steht ganz am Anfang und setzt dabei die Eckpunkte. Hier ermitteln Sie die Problembereiche, die Sie durch das Benchmarking verbessern wollen. Das können bestimmte Produkte sein, aber auch Arbeitsabläufe oder Marketingmaßnahmen. In dieser Phase werden auch die zentralen Kriterien für den Vergleich festgelegt.

Exakte Planung ist beim Benchmarking ebenso wichtig wie der Wille, die Ergebnisse auch umzusetzen. (© 2017 Shutterstock / Rawpixel.com)

Im zweiten Schritt folgen die Auswahl der Benchmarks und die Sammlung der nötigen Informationen. Beispielsweise sind das bei externen Benchmarks die relevanten Zahlen und Daten des oder der Marktführer, bei internen Benchmarks die Kennzahlen des erfolgreichsten eigenen Fertigungsstandorts.

Die dritte Phase ist dann die eigentliche Durchführung des Benchmarkings. Im Zentrum steht die Frage, wo und warum es Abstände zueinander gibt. Die Auswertung legt dann den Grundstein für die abschließende Phase vier: die Umsetzung der Ergebnisse durch konkrete Verbesserungsmaßnahmen, die sich an den Best-Practices orientieren.