In Deutschland  ein Startup gründen und loslegen? Junge Gründer fallen diverse Gründe ein, warum das nicht so einfach klappt: Hierzulande bremsen bürokratische Hürden den Elan zu oft aus. Die Banken winken nach der ersten Präsentation müde ab oder verlangen Zahlen, Studien und Nachweise, die Wochen oder Monate in Anspruch nehmen.

Kurzum: In Deutschland fehlt es an Ideen, Geld und Mut. Die Klagen hört man immer wieder. Einer BITKOM-Umfrage zufolge würde nicht einmal jeder zweite Startup-Unternehmer noch einmal in Deutschland loslegen; jeden Dritten zöge es bei einem erneuten Anlauf lieber westwärts. In den USA lässt sich viel leichter Risikokapital einsammeln.

Möglicherweise hat sich diese Sichtweise bald überholt. Denn Telekom-Chef Timotheus Höttges und seine beiden Gründer-Gäste Marco Börries (Enfore) und Felix Reinshagen (NavVIS) hegten beim Executive Talk auf der CeBIT berechtigte Hoffnungen, dass Startups hier bald so zahlreich aus dem Boden schießen wie die Tulpen am Telekom-Stand. Und sich künftig auch gar nicht mehr nach Amerika verpflanzen lassen möchten.

Auf der Bühne: zwei Gründer und der Telekom-Chef. Auf der Bühne: zwei Gründer und der Telekom-Chef. Und der gemeinsame Wunsch, aus Deutschland ein Startup-Paradies zu machen. (© 2017 Christian Wyrwa) - Christian Wyrwa

Starthelfer: Telekom

Natürlich gibt es in Deutschland nach wie vor den einen oder anderen Wachstumshemmer. Deutschland sei „überreguliert“, kritisiert Höttges. Dafür aber im Produzieren stark, genauso wie „in der Kombination aus Hard- und Software“, ergänzt NavVIS-Gründer Reinshagen. Sein Münchner Startup hat eine digitale Methode entwickelt, um das Innere von Gebäuden digital zu vermessen.

Börries, der mit Enfore gerade sein viertes Startup mit digitalen Kassensystemen auf den Markt bringt und damit 200 Millionen Kleinunternehmen rund um den Globus helfen will, setzt noch eins drauf: „Innovative Produkte lassen sich in Deutschland genauso gut bauen wie anderswo – vielleicht sogar besser.“

Aber damit aus Ideen Innovationen werden, brauchen Startups „einen Zugang zu Vertrieb und Märkten“, erklärt er. Hier kommt die Telekom ins Spiel: Die 240.000 Vertriebsmitarbeiter der Telekom können Startups unterstützen, „ihre Produkte in den Markt zu bekommen“, meint Höttges. Startup-Gründer haben zwar oft brillante technische Ideen – die Expertise für Vertrieb und Marketing steckt indes nur selten in den Genen.

Mit TechBoost in die Cloud

Zusätzlich zur Vertriebsunterstützung nimmt der Konzern jetzt zehn Millionen Euro in die Hand, erklärt Höttges. Das sei so etwas wie eine „Startförderung“ für junge Gründer. Er will damit den Exodus der Besten gen Westen stoppen. Und damit auch dem US-Rivalen Amazon Paroli bieten – denn bislang bindet sich ein großer Teil der jungen Gründer fast automatisch an den Cloud-Dienstleister aus Seattle.

Erstmals stellt Höttges das Programm „TechBoost“ vor. Es unterstützt ab sofort digitale Gründer mit IT-Ressourcen im Wert von 100.000 Euro pro Unternehmen. 100 Startups will das Unternehmen so in die Open Telekom Cloud bringen .

Und wie funktioniert die Förderung genau? Ganz einfach, erklärte Miriam Mertens, Vice President Startup-Kooperationen bei der Telekom. Interessierte können sich unter telekom.de/techboost für die Anschubhilfe ab sofort bewerben. Im Geschenkkarton inbegriffen: Cloud-Freivolumen, Mobil- und Breitbandanschlüsse mit atraktiven Rabatten und ein exklusiver Zugang zum Geschäftskundenmarkt der Telekom.

Miriam Mertens, Startup-Expertin der Telekom Miriam Mertens hat als Startup-Expertin der Telekom darauf geachtet, dass die Bewerbung für die TechBoost-Förderung ganz einfach ist. (© 2017 Christian Wyrwa) - Christian Wyrwa

Alle sollen gewinnen

Die Telekom pflegt seit Jahren einen engen Kontakt zu Startups wie zum Mittelstand gleichermaßen – und ist bereit, die jungen Gründer von ihrem Netzwerk profitieren zu lassen. Enfore-Gründer Marco Börries findet das Angebot „supertoll“. Und Reinshagen glaubt, dass der TechBoost gleich zweifach punktet: Mit Datenschutz und Sicherheit in der deutschen Open Telekom Cloud und der großen Reichweite der Telekom. „Deren Wert kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“

Partnerschaft mit Beschleunigungseffekt

Der Deutsche Startup Monitor 2016 konstatiert, dass 70 Prozent der Startups mit etablierten Unternehmen kooperieren. Ein Zusammenschluss, von dem nicht nur die Kleinen profitieren: Konzerne und mittelständische Unternehmen können mit dem Tempo der Startups gar nicht mithalten. Partnerschaften mit den zielstrebigen Jungunternehmern bringen aber frischen Wind in traditionelle Unternehmen.

Höttges wäre kein Finanzexperte, wenn er sich bei TechBoost nicht auch einen Vorteil fürs eigene Unternehmen ausrechnete. Starten die jungen Partner der Telekom erfolgreich durch, gewinnt auch sein Konzern. Klar: „Das ist unser Kalkül.“

Mehr Infos zu TechBoost unter telekom.de/techboost