70 Prozent der mehr als 1.200 Startups in Deutschland kooperieren bereits mit etablierten Unternehmen. So steht es im Startup Monitor 2016 von der Unternehmensberatung KPMG und des Bundesverbands Deutsche Startups e.V.. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn die meisten Gründer verfügen zwar in der Regel über eine tolle Geschäftsidee, jedoch in der Regel nicht über Erfahrung in der Umsetzung oder Kontakte zu ihrer anvisierten Zielgruppe. Um Startups dabei zu unterstützen, sich schneller am Markt zu etablieren, hat die Telekom auf der CeBIT in Hannover das Förderprogramm TechBoost ins Leben gerufen.

100.000-Euro-Sprungbrett in die Cloud

So spendiert die Telekom in Zuge dessen ausgewählten Startups unter anderem ein Startguthaben in Höhe von 100.000 Euro für IT-Ressourcen aus der Open Telekom Cloud. Dieses Kapital können die Jungunternehmen für Rechen- und Speicherkapazitäten aus den zertifizierten Rechenzentren der Telekom verwenden. „Wir suchen 100 Startups aus Deutschland, die softwarebasierte Angebote entwickeln“, sagte Miriam Mertens, Leiterin B2B-Startup-Kooperationen bei der Telekom auf der CeBIT.  Und wie unterscheidet sich das Programm von anderen Startup-Hilfen? „Unser Angebot ist mehr als nur monetäre Förderung“, so Mertens, „denn wenn uns das  Geschäftsmodell überzeugt, unterstützen wir auch bei der Vermarktung.“

Wie das Startup-Engagement der Telekom in der Praxis aussieht? Das zeigt das Beispiel NavVis, das am Telekom-Stand ebenfalls einen Auftritt hatte. Die NavVis-Gründer entwickelten eine Methode, um das Innere von Gebäuden zu digitalisieren. Kameras und Lasersensoren erstellen dabei ein 3-D-Modell von Räumen. Die Daten werden anschließend unter anderem für eine Indoor-Navi-App genutzt, die nach dem gleichen Prinzip wie Google Street View funktioniert – nur eben für drinnen.

Brückenbauer zwischen Startups und Mittelstand

Die Telekom hat die Lösung in das eigene Produktportfolio integriert und bietet sie jetzt ihren mittelständischen Kunden an. Darüber hinaus führt die Telekom auf Wunsch auch die Innenraum-Scans durch, bearbeitet und hostet die Daten in der Open Telekom Cloud, stellt die Navigationsapplikation bereit und übernimmt den Support.

„Wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen Startups und traditionellem Mittelstand“, machte Miriam Mertens die Motivation der Telekom klar. „Mit unserer Hilfe finden beide Seiten leichter zueinander. Diese enge Zusammenarbeit hat einen Win-Win-Win-Effekt für alle Beteiligten: für Startups, weil sie in Kontakt mit dem Mittelstand kommen, für Mittelständler, weil sie Zugang zu Lösungen innovativer Startups erhalten, und natürlich auch für uns, weil wir unser Partner-Portfolio ständig um neue, vielversprechende Lösungen erweitern.“