Die kürzlich gegründete Netzwerkgruppe für Chief Technology Officers (CTO) im Bundesverband Deutsche Startups (Startup-Verband, BVDS) hat in Berlin gemeinsam mit der Deutschen Telekom und der Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle über die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) und deren Konsequenzen für Startups diskutiert. „Das Feedback nach dem Treffen war durchweg positiv – sowohl von den Startups als auch vom Bundesverband“, sagt Peter Arbitter, Leiter Portfolio Geschäftskunden bei der Telekom, der beim CTO-Treffen dabei war.

Am ersten Treffen der CTO-Netzwerkgruppe nahmen 20 CTOs des BVDS sowie die sechs Startups Cartwatch, DatenGut, M2MGo, Testfabrik, Tvisted und UpReach teil. Im Telekom Inkubator hub:raum tauschten sich die Teilnehmer auch über den Aufbau von Development-Teams in schnell wachsenden Unternehmen aus.

EU-DSGVO: Drastische Bußgelder drohen

Die Vorgaben der EU-DSGVO müssen Unternehmen ab dem 25. Mai 2018 umsetzen – und haben dann mehr Pflichten. Betriebe jeder Größe müssen etwa jederzeit nachweisen können, wo sie personenbezogene Daten verarbeiten und wer darauf Zugriff hat. Betroffene Personen können zudem verlangen, dass ihre Daten umgehend gelöscht werden. Vorfälle wie Cyberangriffe müssen Unternehmen innerhalb von 72 Stunden sowohl Behörden als auch den betroffenen Personen melden. Andernfalls drohen empfindliche Strafen von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Bruttoumsatzes. Miriam Mertens, Startup-Expertin der Telekom und Schirmherrin des CTO-Netzwerks: „Die drastischen Bußgelder könnten ganze Firmen in den Abgrund reißen. Doch viele CTOs wissen nicht, was sie unternehmen müssen.“ Laut einer Studie von International Data Corporation (IDC) zeigten sich bis August 2017 noch 44 Prozent der deutschen Unternehmen unvorbereitet in Sachen EU-DSGVO. Mertens: „Mit unserer Erfahrung, unserem Know-how und unseren Plattformen wie der Open Telekom Cloud können wir Startups dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern.“

TechBoost: Das Startup-Programm der Telekom

TechBoost bietet ausgewählten Startups 100.000 Euro Guthaben für die Open Telekom Cloud. Gründer erhalten somit mehr notwendige IT-Ressourcen und zudem den notwendigen Freiraum für ihr Kerngeschäft. Die Startups profitieren außerdem von der professionellen Vertriebs- und Marketingpower der Telekom. Der Bonner Konzern unterstützt mit TechBoost bereits rund 60 Startups. Gründer haben aber immer noch die Möglichkeit, sich für das Programm zu bewerben.

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Ziel des Ende Oktober 2017 neu gegründeten Netzwerks sind eine gründerfreundliche Politik und die Vernetzung der Startups in Deutschland. „Wir erhoffen uns ein Geben und Nehmen. Als Telekom bringen wir unser großes Netzwerk ein und bauen damit Brücken zwischen den Startups und dem deutschen Mittelstand“, sagt Mertens. „Startups erfahren von uns zum Beispiel, wie einfach ein Produkt sein muss oder welche Technologien unsere klassischen Geschäftskunden benötigen, damit es im Mittelstand ankommt.“ Profitieren könnten Startups zudem vom Know-how der Telekom rund um Technologie und Ressourcen des Bonner Konzerns.

Telekom kooperiert mit Startups

Die Rahmenbedingungen für Gründer in Deutschland seien hervorragend, sagt Mertens. Auf dem Weg dorthin sei allerdings noch eine Hürde zu nehmen: „Wir haben in Deutschland alles, um eine Art zweites Silicon Valley zu werden – das gleiche Know-how, jede Menge kluge Köpfe und reichlich Kapital. Aber wir müssen alle Player zusammenbringen. Dann werden wir die Digitalisierung meistern – auch im internationalen Wettbewerb.“

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Weiterführende Links

Die Telekom engagiert sich schon länger für Deutschlands Gründer. Mertens: „Wir sehen Startups als Innovationstreiber für den deutschen Mittelstand und die deutsche Wirtschaft.“ Neben der klassischen Förderung unterstützt das Telekommunikationsunternehmen die Gründer mit Vertriebskooperationen oder ihrem Startup-Programm: Bei TechBoost erhalten ausgewählte Startups 100.000 Euro Guthaben für  IT-Ressourcen aus der Open Telekom Cloud. Statt sich um eigene IT kümmern zu müssen, können sich Unternehmen dann ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Die Telekom verspricht sich durch die Kooperation mit dem Startup-Verband Innovationsimpulse für ihr Geschäft und erhofft sich Marktfeedback zum Bedarf von CTOs.

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