Große, klimatisierte Hallen, das konstante Surren Tausender Lüfter und endlose Reihen quadratischer Serverschränke unter Kunstlicht: Noch vor wenigen Jahren gehörten eigene Rechenzentren bei vielen Unternehmen zum Standard. Doch das Cloud-Zeitalter hat alles auf den Kopf gestellt: IT kommt heute mehrheitlich aus der Wolke. Dank Pay-per-Use-Prinzip ist die Technologie leicht zugänglich und finanzierbar – vom Großkonzern bis zum Ein-Mann-Betrieb: Unabhängig von Budget oder Firmengröße und -standort sparen knapp 85 Prozent der Unternehmen bis zur Hälfte ihrer bisherigen IT-Kosten, weil sie Cloud-Services nutzen. Das geht aus einem Whitepaper des Beratungsunternehmens Research In Action hervor. Gerade für viele Startups ein schlagendes Argument – und unverzichtbare Basis für ein funktionierendes Geschäftsmodell.

Klar ist aber auch: Wer von den Vorzügen der Cloud profitieren will, muss wissen, was er tut. Denn wer die Ressourcen falsch einsetzt, arbeitet nicht effizienter, sondern steigert sogar seine IT-Kosten. Laut einer aktuellen Untersuchung von RightScale verschwenden etwa Unternehmen weltweit zwischen 30 und 45 Prozent der Gelder, die sie für Cloud-Computing aufwenden.

Fallstrick 1: Keine Cloud-Strategie entwickeln

Weil die Services und Dienste aus der Cloud schnell und einfach buchbar sind, erliegen besonders junge Firmen oft der Versuchung, ohne Strategie einfach loszulegen. „Jedes Unternehmen braucht von Beginn an eine Cloud-Strategie, die sich von der Gesamtstrategie ableiten sollte“, sagt Frank Strecker, bei der Telekom Großkundensparte T-Systems verantwortlich für das globale Cloud-Geschäft. „Nur so vermeiden sie Fehler und profitieren nachhaltig von den Vorteilen, dem Potenzial und den Möglichkeiten, die Cloud-Computing zu bieten hat.“

Lieber klare Ziele definieren

Startups sollten frühzeitig ihre Prioritäten festlegen. Online-Shops etwa sind auf hohe Verfügbarkeit angewiesen; jeder Systemausfall drückt sofort den Umsatz. Software-Anbietern sollte Skalierbarkeit besonders wichtig sein, damit sie im Falle eines kurzfristigen großen Kundenansturms auch spontan lieferfähig sind – etwa in der Weihnachtszeit. Für Dienste-Anbieter wiederum, die für ihren Service personenbezogene Daten ihrer Kunden in der Cloud verarbeiten, sollte Compliance den höchsten Stellenwert haben.

Denn in Deutschland gelten strenge Datenschutzbestimmungen, die in wenigen Monaten noch einmal deutlich verschärft werden: Im Mai 2018 treten die Regeln der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Unternehmen, die Daten europäischer Kunden verarbeiten und speichern, zahlen ab diesem Zeitpunkt horrende Strafen, sollten sie gegen die neuen Vorgaben verstoßen – bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Umsatzes.

 

Fallstrick 2: Ein Cloud-Anbieter, der nicht zum Unternehmen passt

Eine Erkenntnis, zu der manche Startups erst gelangen, wenn sie anfangen, Kunden zu akquirieren – die sie dann mit Rückfragen zum Thema Datensicherheit und Datenschutz konfrontieren. So wie beim Berliner Startup Coachimo, das deshalb den Cloud-Anbieter wechselte.

Besser genug Zeit bei der Wahl des Cloud-Anbieters nehmen

Darum sollten Startups unbedingt ausreichend Zeit in die Wahl eines passenden Cloud-Anbieters investieren, bevor sie sich festlegen, um einen nachträglichen Wechsel und den damit verbundenen Aufwand zu vermeiden. Wer sich bei den Auswahlkriterien eines geeigneten Anbieters unsicher ist, findet im IT-Grundschutz-Katalog des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Entscheidungshilfe. Ein Public Cloud Angebot, das bereits heute den Anforderungen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung genügt, ist die Open Telekom Cloud.

Aus Fehlern gelernt: Startup Coachimo setzte zunächst auf den falschen Anbieter

An wen wendet man sich, wenn man Tipps für die optimale Bewerbung braucht? Und an wen, wenn die eigenen Computerkenntnisse nicht ausreichen? Fragen, auf die Jennifer Meister und Katja Manger aus Berlin mit ihrer Geschäftsidee nun Antworten geben: Coachimo.de ist eine Internetplattform, die Coaches und Experten schnell und unkompliziert mit potenziellen Kunden zusammenbringt.

Um die Entwicklungs- und Betriebskosten zum Start ihrer Unternehmerinnen-Karriere so gut wie möglich kalkulieren zu können, bauten die Gründerinnen auf IT aus der Public Cloud. Anfangs lagen die Webanwendungen in der Public Cloud von Amazon Web Services (AWS). Doch kurze Zeit später verlagerte Coachimo sein Webportal in die Open Telekom Cloud, nutzt heute zwei Server sowie Speicherplatz aus Rechenzentren der Telekom in Sachsen-Anhalt.  „Für den Echtbetrieb mit Kundendaten kam AWS nicht infrage“, sagt Coachimo-IT-Chef Stephen Sullivan. „Denn deutsche Kunden sind extrem sensibel, wenn es um Datensicherheit und Datenschutz geht.“

Fallstrick 3: In die Vendor-Lock-in-Falle tappen

Die Anbieterauswahl ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass ein Wechsel im Nachhinein gar nicht per se möglich ist. Denn viele Angebote basieren auf sogenannten proprietären Systemen. Anwendungen, die dafür optimiert werden, lassen sich in der Regel – wenn überhaupt – nur mit erhöhtem Aufwand in die Umgebung eines anderen Anbieters portieren.

Open Source lässt Startups mehr Freiheiten

Wer sich lieber nicht festlegen möchte, kann auf Cloud-Ressourcen zurückgreifen, die auf dem offenen System OpenStack basieren. OpenStack ist eine Art Cloud-Betriebssystem mit frei zugänglichem Quellcode und offenen Schnittstellen. Unternehmen, die entsprechende Angebote nutzen, vermeiden einen sogenannten Vendor-Lock-in – also ungewollt an einen einmal gewählten Service-Anbieter gefesselt zu sein.

Fallstrick 4: Schatten-IT provozieren

Ein Problem, das nicht nur Startups kennen, ist die Schatten-IT. Also Soft- und Hardware, die Mitarbeiter von sich aus in das Unternehmen einbringen, ohne dies mit ihrem Arbeitgeber oder der IT-Abteilung abzusprechen. Der Grund ist nicht selten schlichte Ungeduld: Mitarbeiter, die langwierige Freigabeprozesse umgehen möchten, laden Dienste einfach auf eigene Faust herunter. Und verursachen so womöglich doppelte Kosten, weil ein ähnlicher Service bereits von anderen Mitarbeitern genutzt wird. Oder verstoßen ungewollt gegen Compliance-Richtlinien, weil sie beispielsweise sensible Daten unverschlüsselt in der Cloud speichern, um sie mit Kollegen zu teilen.

Umfassendes IT-Angebot statt Schatten-IT

Derlei Situationen verhindern Startups am besten mit einem Anwendungs-, Service- oder Dienstekatalog, in dem sie alle unternehmensinternen IT-Lösungen auflisten, aus denen Mitarbeiter selbstständig wählen können. Der Katalog sollte möglichst alle Eventualitäten und Bedürfnisse des Unternehmens abdecken, um Mitarbeitern erst gar keinen Grund zu geben, selbst auf die Suche nach einer geeigneten Lösung zu gehen.

Fallstrick 5: Höhere Kosten durch Cloud-Computing

Auch wenn viele Anbieter damit werben: Cloud-Lösungen sind nicht per se günstiger als eigene Server. Wer virtuelle Maschinen auf gleiche Weise betreibt wie früher lokale Rechner, zahlt schnell kräftig drauf. Als Faustregel gilt: Je kürzer der Abrechnungszeitraum, desto höher die Flexibilität und umso teurer der Service. Das gilt sowohl für virtuelle Maschinen als auch für Mietsoftware aus der Cloud wie Office365.

TCO-Analyse auch bei Cloud-Diensten

Vor dem Buchen Kosten und Nutzen nach dem klassischen Total-Cost-of-Ownership-Prinzip (TCO) analysieren und sich dann für ein Angebot entscheiden. Einen Überblick zum Thema Cloud-Kosten hat das Internet-Portal CloudComputing-Insider in Form eines kostenlosen E-Books kürzlich ins Internet gestellt. Die Telekom bietet darüber hinaus für ihr Public Cloud Angebot Open Telekom Cloud einen Konfigurator an, der ähnlich wie der Konfigurator eines Autoherstellers jede Variante auf den Cent genau ausrechnet.

Hilfe von Experten

Ab in die Cloud! Nur was tun, wenn Fragen aufkommen? Für sein Public Cloud Angebot Open Telekom Cloud stellt der Bonner Provider verschiedene Hilfestellungen zur Verfügung.

  • Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger
  • Eine kostenlose Hotline, bei der Experten bei der Einrichtung, Konfiguration oder Fragen zur Open Telekom Cloud helfen
  • Videoanleitungen oder Tutorials, die zeigen, wie verschiedene Dinge in der Open Telekom Cloud funktionieren. Zum Beispiel, wie man eine relationale Datenbank anlegt oder wie die Cloud Container Engine (CCE) funktioniert.
  • Anwenderstorys, die exemplarisch zeigen, wie andere Unternehmen die Open Telekom Cloud nutzen
  • Einen Preisrechner, der penibel aufzeigt, welche Kosten wann anfallen

Mehr zum Thema: