Investoren finden: Je früher, desto besser

Jeder Gründer braucht Geld, um seine Geschäftsidee zu verwirklichen. Reicht das eigene Startkapital nicht aus, muss er es sich anderweitig besorgen. Sprich: Investoren finden. Und das je früher, desto besser. Wann der richtige Zeitpunkt ist, um sich auf Investorensuche zu begeben, muss jeder Gründer selbst entscheiden.

Eine Faustregel besagt: Angehende Unternehmer sollten für die Finanzierung ihres Startups mindestens eine Vorlaufzeit von einem halben Jahr einplanen. Oft hat sich gezeigt, dass in den ersten sechs Monaten eine Durststrecke überbrückt werden muss – nicht selten reicht das Geld nur für den Gründer und sein Team aus. Dieses Risiko lässt sich mit einer guten und rechtzeitigen Vorbereitung minimieren.

Der Pitch: Die zündende Idee

Wer schon mal die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ auf VOX gesehen hat, weiß: Wer Investoren finden möchte, muss sie auf seine Geschäftsidee neugierig machen – auf Anhieb. Ist das gelungen, gilt es, das neue Produkt oder die Dienstleistung in einen durchdachten Businessplan zu verpacken. Das neue Produkt oder die Dienstleistung muss Interesse auslösen und funktionieren. Wer mit einem halbfertigen und unausgegorenen Projekt hausieren geht, braucht sich über Absagen bei der Investorensuche nicht zu wundern.

Im Businessplan sollten unter anderem Angaben zur erwarteten Kosten-Nutzen-Rechnung enthalten sein. Auch die Nachfrage der Zielgruppe, das Marktvolumen oder eventuelle heikle Rechtsfragen sollten analysiert und dargestellt werden. Für alle, die einen aussagekräftigen Geschäftsplan als lästige Pflicht betrachten und daher scheuen, gibt es spezielle Software zur Unterstützung.

Mehr Informationen dazu im Beitrag: „Businessplan erstellen: 4 hilfreiche Tools“.

Investoren finden: Vom ersten Date zur Ehe Investoren haben nichts zu verschenken. Wer ihre Hilfe möchte, sollte sein Projekt gut durchrechnen. (© 2017 Shutterstock / Rawpixel.com)

Das Business-Date: Die passenden Investoren finden

Financiers interessieren sich auch für die Chancen im internationalen Wettbewerb, immerhin wollen sie mit der neuen Geschäftsidee so viel Geld verdienen wie möglich. Deshalb sollten die Verkaufschancen weltweit gleich mitgedacht werden. Auch die berufliche Qualifikation der Gründer spielt bei der Auswahl eine wichtige Rolle. Lebensläufe der Ideengeber, aber auch der angehenden Führungskräfte und der Mitarbeiter sind ein wichtiger Aspekt, um Investoren zu finden.

Grundsätzlich sollte der Geldgeber mit der betreffenden Branche vertraut sein. Es hat wenig Sinn, eine Hightech-Schmiede von einem Experten für Bäckereien finanzieren zu lassen – wie gut er in seinem Fachgebiet auch sein mag. Wer passende Investoren finden will, muss also den Markt durchforsten. Oder auf die Erfahrung von Bekannten und Geschäftsfreunden setzen, die sich in dem Metier auskennen. Sei es, weil sie bereits selbst auf Investorensuche waren oder versierte Anbieter kennen. In jedem Fall kann eine persönliche Empfehlung helfen, weil sie beim Gegenüber für einen Vertrauensvorschuss und mehr Glaubwürdigkeit sorgt.

Gründer aufgepasst: Wichtige Investitionsmodelle für Startups

  • Inkubator: Das ist der sogenannte „Brutkasten“ für die sehr frühe Gründungsphase eines Startups. Ein Investor, der als Inkubator fungiert, bietet sowohl finanzielle als auch praktische Hilfe an. Er stellt Startups ein beratendes Spezialistenteam zur Seite und bietet ihnen für die erste Zeit auch Arbeitsräumlichkeiten an. Inkubatoren sind oft öffentliche Institutionen. Sie unterstützen Existenzgründungen meist mit Investitionen von 100.000 bis zu einer Million Euro – und fordern im Gegenzug dafür Geschäftsanteile.
  • Business Angel: Hierbei handelt es sich meist um eine Gruppe von Financiers, die ebenfalls ab einem frühen Stadium bei der Unternehmensgründung unterstützt. Neben Geld bringen Business Angels vor allem Branchenwissen und Kontakte mit. Investiert wird meist in Unternehmensanteile. Der Business Angel wird damit zum Miteigentümer und unter Umständen sogar zum Mehrheitseigner. Von ihm ist in der Regel eine Geldspritze in Höhe von 50.000 bis 100.000 Euro zu erwarten. Es sei denn, er tut sich mit anderen „Engeln“ zusammen. Dann können schon einmal Summen von einer Million Euro investiert werden. Wer solche Investoren finden möchte, sollte Kontakt zu einem Business-Angel-Netzwerk aufnehmen. Zum Beispiel zum „Band“ (Business Angels Netzwerk Deutschland).
  • Venturecapital: Diese Investitionsform wird auch Wagniskapital genannt. Es handelt sich dabei um Unterstützungen aus Beteiligungsgesellschaften, die ebenfalls Anteile am Startup erwerben, jedoch nicht auf eine Mehrheit daran aus sind. Das Geld stammt üblicherweise aus Venturecapital-Fonds. Sie unterstützen vorwiegend innovative Unternehmen im Technologiesektor und begleiten sie über die Gründungsperiode hinaus bis zur ersten Wachstumsphase. Sie stehen auch mit Branchen- und Management-Know-how zur Seite. Geber sind beispielsweise Venturecapital-Gesellschaften, Förderbanken oder Hightech-Fonds für Startups. Eine Anlaufstelle für die Investorensuche ist der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK).
  • Crowdfunding: Bei dieser Form der Investorensuche stellen angehende Gründer ihr Projekt auf einer Plattform wie zum Beispiel „Kickstarter“ vor. So können Interessierte, also ein Schwarm an Kleininvestoren, einen Betrag in ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung investieren, das oder die ihnen auf einer Webseite präsentiert wird. Einzelheiten zu dieser alternativen Form der Finanzierung finden Gründer im Beitrag „Crowdfunding-Projekte: So gelingt die Schwarmfinanzierung“.
Investoren finden: Vom ersten Date zur Ehe Eine erfolgreiche Investorensuche sorgt für eine ausreichende Anschubfinanzierung. (© 2017 Shutterstock / Vitaliy Krasovskiy)

Startup-Checkliste: 5 Schritte zur erfolgreichen Investorensuche

  1. Die Finanzierung früh angehen: 6 Monate im Vorfeld regeln.
  2. Die Geschäftsidee kurz und bündig zusammenfassen: Spannung erzeugen.
  3. Einen Businessplan erstellen: Die Idee muss dem Markt standhalten.
  4. Die passende Finanzierungsvariante wählen: die passenden Investoren finden.
  5. Einen branchenkundigen Geldgeber kontaktieren: der Start des Startups.