Marktlücke finden: Welche Idee lässt sich gut verkaufen?

Wer ein Startup gründen oder sein Geschäftsfeld erweitern möchte, braucht zuallererst eine gute Idee. Gut ist eine Geschäftsidee dann, wenn sie sich gewinnbringend vermarkten lässt. Daher sollte der Markt in diesem Bereich nicht schon mit Angeboten überschwemmt sein. Es gilt, eine Marktlücke oder zumindest eine Marktnische zu finden und diese zu besetzen. Doch wie gelingt das und wie lässt sich das dazu passende Geschäftsmodell entwickeln?

Grundbedürfnisse geben Orientierung

Marktlücke und Marktnische

Marktlücke ist nicht gleich Marktnische. Von einer Marktlücke wird gesprochen, wenn es das Angebot in dieser Form auf dem Markt noch nicht gibt, die Nachfrage aber vorhanden ist. Von einer Marktnische ist die Rede, wenn es das Angebot zwar gibt, das Bedürfnis danach von aktuellen Wettbewerbern jedoch nur unzureichend erfüllt wird.

Das Grundproblem: Die Entwickler einer Idee mögen diese noch so gut finden – ob sie aber von einer ausreichend hohen Zahl von Menschen nachgefragt wird, ist zunächst unsicher. Schließlich wissen die Leute noch gar nicht, dass es das neue Angebot gibt. Um die Trefferquote mutmaßlich guter Ideen zu erhöhen, sollten die Grundbedürfnisse der Menschen angesprochen werden. Diese können nach der anerkannten Maslowschen Bedürfnispyramide in fünf verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

  • Physische Bedürfnisse (Sauerstoff, Nahrung, Schlaf)
  • Sicherheitsbedürfnisse (Schutz, Gesundheit, Unterkunft)
  • Soziale Bedürfnisse (Freundschaft, Liebe, Kommunikation)
  • Individuelle Bedürfnisse (Wohlstand, Unabhängigkeit, Stärke)
  • Selbstverwirklichung (Ausschöpfen des eigenen Potenzials)

Diese Grundbedürfnisse geben eine gute Orientierung auf der Suche nach einer Marktlücke: Eine solche hat als Ausgangsbasis immer ein Grundbedürfnis, das auf dem Markt derzeit nicht genügend befriedigt wird.

Es gibt verschiedene Strategien, die bei der Ideenfindung hilfreich sein können Es gibt verschiedene Strategien, die bei der Ideenfindung hilfreich sein können (© 2017 Shutterstock / LeonidKos)

Copycat, Painspotting und Blue Ocean-Strategie

Um konkret in die Ideenfindung einzusteigen, haben sich verschiedene Strategien bewährt:

  • „Copycat“ bezeichnet das Nachahmen oder das Kopieren einer bereits bestehenden Idee. Diese kann aus anderen Ländern importiert werden und auf diese Weise hierzulande erst Nachfrage schaffen – oder aber die Nachfrage ist bereits so hoch, dass ein weiterer Anbieter auf dem Markt bestehen kann. Vorteil: Das Geschäftsmodell hat sich bereits bewiesen. Beispiel: Die Entwicklung einer neuen Kaffeehauskette.
  • Das „Painspotting“ zielt darauf ab, den Schmerz (pain) anderer zu entdecken (spotting), sprich: sich auf ein Problem zu fokussieren, das immer wieder auftaucht. Darauf basierend können Ideen entwickelt werden, wie dieses Problem zu lösen ist. Beispiel: Die Entwicklung einer Taxi-App, um telefonische Bestellungen mit langen Wartezeiten zu umgehen.
  • Die „Blue Ocean-Strategie“ konzentriert sich auf die Erschließung völlig neuer Märkte durch die Innovation neuer Produkte. Die Chancen sind groß, doch ob das Geschäftsmodell funktioniert, ist ungewiss. Beispiel: Die Entwicklung des Carsharings in Städten als Alternative zum eigenen Auto.

Marktforschung und Konkurrenzanalyse

Wurde eine mutmaßliche Marktlücke oder Marktnische ausgemacht, gilt es als Nächstes, diese zu verifizieren. Schließlich ist es durchaus möglich, dass es einen guten Grund gibt, warum diese Marktlücke noch nicht erschlossen wurde. Die Marktforschung eignet sich zur Überprüfung des Kundennutzens, eine umfassende Konkurrenz- und Marktanalyse hilft, den Markt und das Wachstumspotenzial für das geplante Geschäftsmodell richtig einzuschätzen. Abschließend sollten Gründungswillige eine Strategie erarbeiten, um die Geschäftsidee möglichst gewinnbringend zu vermarkten.

Mit dem Mittel der Marktforschung lässt sich überprüfen, ob das Interesse an einem Produkt vorhanden ist oder nicht. Mit dem Mittel der Marktforschung lässt sich überprüfen, ob das Interesse an einem Produkt vorhanden ist oder nicht. (© 2017 Shutterstock / Rawpixel.com)

Doch selbst dann birgt die Marktlücke noch Risiken – denn die Konkurrenz schläft nicht und wird ihrerseits versuchen, erfolgreiche Ideen zu kopieren. Finanzstarke Unternehmen können das Geschäftsmodell leicht kopieren und durch massives Marketing Kunden abwerben. Um dieses Risiko einzudämmen, besteht die Möglichkeit, gewerbliche Schutzrechte wie ein Patent, Gebrauchsmuster, Geschmacksmuster oder eine Marke anzumelden.