Vormittags ein Strandspaziergang, mittags Paella und einen guten Rotwein, nachmittags Beach-Volleyball-Turnier – und das bei Spitzentemperaturen von bis zu 36 Grad im Schatten: Wer Urlaub im Süden Spaniens macht, genießt regionale Küche und hochsommerliche Temperaturen. Und ist von einer Minute auf die nächste hilflos, weil abends plötzlich der Bauch schmerzt oder die Haut gerötet ist. Weil weder Magentropfen helfen, noch die Creme aus der Apotheke die Haut ausreichend kühlt. Weil die spanische Packungsbeilage nicht lesbar und die Kommunikation mit dem Arzt vor Ort wegen mangelnder Spanischkenntnisse unmöglich ist. Und die Suche bei Google eher verunsichert als aufklärt: Hautausschlag? Ein Magengeschwür? Was tun? Welche Erleichterung wäre es, in einer solchen Situation per App einen Arzt im Heimatland konsultieren zu können?

Digitale Diagnose

Das Startup TeleClinic hat sich des Problems angenommen und 2015 eine Cloud-Lösung entwickelt, mit der Patienten online einen Arzt um medizinischen Rat fragen können. Mehr als 200 Mediziner aus 30 Fachrichtungen – von Orthopädie über Radiologie bis zur Kardiologie – zählen mittlerweile zum Ärztepool, auf den Kunden des Startups zugreifen können. Das Ziel: jedem Patienten jederzeit eine qualitativ hochwertige ärztliche Beratung zu garantieren – und das mit maximaler Datensicherheit. Die Münchener Gründer sind Teil des TechBoost-Programms der Telekom und nutzen für ihre IT-Ressourcen die Open Telekom Cloud. „Vertrauen ist in der Gesundheitsbranche das A und O“, sagt Patrick Palacin, Gründer und Chief Technology Officer (CTO) bei TeleClinic.

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Die Cloud-Lösungen der Telekom

IT-Bedarf flexibel anpassen, nur das zahlen, was man nutzt: Die Cloud-Lösungen der Telekom bieten viele Vorteile für Unternehmen. Ohne hohe Vorab-Zahlungen profitieren Unternehmen von automatischen Versions- und Sicherheits-Updates und können standortunabhängig auf jedes Endgerät zugreifen. Die Telekom hostet zahlreiche Lösungen in den hochsicheren Rechenzentren in Deutschland – unter höchsten Sicherheitsstandards. Mehr zu den Cloud-Lösungen gibt es hier.

Der ideale Arztbesuch

Ob Schnupfen oder Fragen zur Schwangerschaft, ob per App, Webseite oder Telefon: Bei Bedarf ohne lange Wege, von zu Hause oder unterwegs, rund um die Uhr mit einem kompetenten Arzt sprechen können, ohne stundenlang in überfüllten Praxen auf einen Untersuchungstermin zu warten – und sich dann das Rezept direkt online ausstellen lassen: So wünschen sich viele Patienten ihre medizinische Versorgung. Jeder vierte kann sich schon vorstellen, einen Arzt per Video zu konsultieren, 42 Prozent würden sich online Rezepte ausstellen lassen: Das hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse herausgefunden.

Ärzte profitieren von elektronischen Patientenakten

Aus diesen Wünschen ist bereits Wirklichkeit geworden: Einige private Krankenversicherungen übernehmen schon die telemedizinische Beratung und in Baden-Württemberg dürfen Ärzte sogar telemedizinisch behandeln. Mit Hilfe von Cloud und Künstlicher Intelligenz revolutionieren Medizin-Startups unser Gesundheitssystem, Patienten profitieren von digitalen Sprechstunden. Auch Ärzte können einen Nutzen aus e-Health ziehen, wie etwa beim digitalen Austausch von Patientendaten. "Elektronische Patientenakten ermöglichen eine schnellere und effizientere Krankenbehandlung und können in den kommenden fünf Jahren die Kosten für die Gesundheitssysteme weltweit um 80 Milliarden Dollar senken", sagt Thilo Kaltenbach, Partner von Roland Berger. In der zitierten Umfrage der Techniker Krankenkasse kam heraus: 93 Prozent der Befragten befürworten eine elektronische Gesundheitsakte; 67 Prozent sind mit der Weitergabe ihrer Daten einverstanden.

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Big Data und Künstliche Intelligenz in der Medizin

Den Wert solcher Daten haben auch die Startups BioVariance und Fuse-AI erkannt, beide Teil des TechBoost-Programms. Das 2014 gegründete Unternehmen BioVariance setzt auf Big Data und bietet einen cloudbasierten Service, um medizinische Daten zu analysieren. „Es gibt sieben Milliarden Menschen. Jeder von ihnen reagiert anders auf ein Medikament“, sagt Josef Scheiber, Geschäftsführer von BioVariance. Das Ziel: anhand von Datenanalysen die Medikamentenvergabe zu optimieren und individuell an den jeweiligen Patienten anzupassen.

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Fuse-AI wiederum nutzt die Digitalisierung, um Krankheitsbefunde noch genauer und schneller zu diagnostizieren. Das Hamburger Startup hat 2017 eine durch Künstliche Intelligenz unterstützte Software entwickelt, die Radiologen bei der Erkennung von Karzinomen in MRT-Aufnahmen unterstützt. Gleichzeitig schätzt sie ein, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt. „Der größte Vorteil ist die verbesserte Diagnose-Qualität“, sagt Mitgründer Maximilian Waschka. „Unser Algorithmus hilft Radiologen dabei, Auffälligkeiten in tausenden Aufnahmen noch zuverlässiger und schneller zu erkennen.“

Das bietet das TechBoost-Programm

Startups mit digitalem Fokus – das ist die Zielgruppe von TechBoost. Das Förderprogramm der Telekom bietet den jungen Unternehmen skalierbare IT-Ressourcen aus der Open Telekom Cloud und Unterstützung in der Vermarktung. Warum? Damit die jungen Gründer sich voll und ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. 80 Startups sind bisher im Programm gelistet. Mehr Informationen zur Bewerbung gibt es hier.

Eine Entwicklung, die auch die Politik hellhörig gemacht hat: So will das Bundesministerium für Forschung den digitalen Austausch unter Ärzten in einer Initiative mit 150 Millionen Euro unterstützen. Das Ziel: Kliniken sollen im Bedarf Patientendaten schneller über Datenintegrationszentren austauschen können. "Unsere Vision ist es, dass jede Ärztin und jeder Arzt, egal ob in Kliniken, Haus- oder Facharztpraxen, alle verfügbaren Erfahrungswerte und Forschungsergebnisse auf Knopfdruck abrufen und in seine Therapieentscheidungen einbeziehen kann“, sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Dadurch werden die Patientinnen und Patienten zukünftig noch besser beraten und therapiert.“