Standortwahl muss stimmen

Startups und Gründer sollten ihren Firmensitz sorgfältig auswählen, denn von der Entscheidung hängt viel ab. Schließlich muss sie zahlreichen geschäftlichen Bedürfnissen gerecht werden. Die ändern sich zwar mit der Zeit und machen vielleicht irgendwann einen Umzug notwendig. Aber das ist immer mit enormem Einsatz von Geld und Arbeitskraft verbunden und sollte deshalb möglichst selten vorkommen. Am besten landen Gründer gleich einen nachhaltigen Volltreffer. Natürlich gelten für jede Standortwahl Kriterien, die höchst individuell sind. Trotzdem gibt es einige allgemeine Punkte, deren Beachtung weiterhilft.

1. Standortwahl nur nach Bedarfsanalyse

Wo sich ein Betrieb ansiedelt, hängt wesentlich von seinem Geschäftsmodell ab. Ein reiner Dienstleister hat andere Bedürfnisse als ein Produktionsbetrieb, ein Online-Shop andere als ein stationärer Handel oder eine Kombination von allem. Erst, wenn die grundsätzliche Ausrichtung steht, ist eine passende Standortwahl für Unternehmen möglich. Es geht also um Antworten auf folgende Fragen:

  • Was soll an dem Standort geschehen beziehungsweise entstehen?
  • Mieten oder kaufen?
  • Wie viele Quadratmeter sollen Grundstück oder Immobilie haben?
  • Sind Büro-, Produktions-, Verkaufs- und/oder Lagerflächen notwendig?
  • Wie wichtig ist eine infrastrukturelle Anbindung von Straßen (Parkplätzen) oder Schienen?
  • Wird eine möglichst breitbandige Verbindung zum Internet gebraucht?
  • Besteht großer Bedarf an moderner multimedialer oder klimatechnischer Ausstattung von Büros, Besprechungs- und Konferenzräumen?

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Diese und ähnliche grundlegende Kriterien wie die Größe des Einzugsgebiets oder die Personal- und Konkurrenzsituation vor Ort sind die Basis für eine vernünftige Standortwahl. Besprechen Sie alles zunächst im kleinen Kreis und im nächsten Schritt dann in größerer Runde mit Vertretern aller relevanten Abteilungen.

2. Ein Budget muss sein

Die ausschlaggebenden Punkte sollten in einer Liste nach Priorität geordnet werden. Das kann ein festes Team übernehmen, das sich regelmäßig über die daraus resultierenden Planungen und Fortschritte austauscht. Sobald sich ein konkretes Bild ergibt, lässt sich der finanzielle Aufwand des Projekts taxieren – am besten mit realistischen Reserven nach oben. Das schafft Spielraum bei der Standortwahl.

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3. Konkrete Objekte begutachten

Stehen Anforderungsprofil und Budget, wird es langsam ernst, denn die Suche nach dem geeigneten Unternehmensstandort kann beginnen. Für den Anfang bietet sich dafür ein Immobilienportal im Internet an, um den Markt zu sondieren. Zeichnet sich bereits dabei ein geeigneter Firmensitz ab, lässt sich alles Weitere ebenfalls über die Plattform erledigen – bis hin zum Vertragsabschluss.

Ob per Internet oder Makler gefunden – früher oder später kommt es auf den eigenen Eindruck von einer Immobilie an. (© 2018 Shutterstock / Kzenon)

 

Eine ergänzende Lösung könnte ein Immobilienmakler sein. Er sollte sich im besten Fall mit der Branche und ihren Anforderungen sowie den lokalen Gegebenheiten auskennen und über ein einschlägiges Netzwerk verfügen. Weitere Anlaufstellen sind spezielle Gründerzentren oder auch Datenbanken der Bundesländer, über die sich regionale Anbieter geschäftlicher Immobilien kontaktieren lassen.

4. Standortanalyse betreiben

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Schälen sich eine Lage oder mehrere als interessant heraus, sollten sie einer genauen Analyse unterzogen werden. Dabei ist zu klären, ob sie die gestellten Anforderungen erfüllen, welche Vor- und Nachteile sie haben und wie schwer diese ins Gewicht fallen. Mittlerweile gibt es Tools zur Standortanalyse, die bei der Abwägung helfen.

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5. Vertrag genau prüfen

Liegt schließlich ein Vertrag entscheidungsreif vor, muss er genau überprüft werden. Das sollte in Zusammenarbeit mit einem Juristen geschehen, damit keine wichtigen Formalia übersehen werden. Dazu zählen etwa die Höhe der Mietkaution, die Dauer der Vereinbarung, der Stand der technischen Ausstattung und dergleichen mehr. Übersehene wichtige Klauseln können sich später negativ auswirken.

Checkliste Standortwahl für Unternehmen

  • Anhand des Geschäftsmodells Kriterien und ideale Standortfaktoren ermitteln
  • Anforderungen priorisieren
  • Eigenes festes Immobilien-Team einsetzen, das die Planung und Ausführung organisiert
  • Kostenrahmen festlegen
  • Objekte für die Standortwahl identifizieren – per Internet, Makler oder Gründerzentren
  • Standortanalyse vornehmen, Vor- und Nachteile gewichten
  • Vertrag nach genauer, möglichst professioneller Durchsicht unterzeichnen