Startup-Accelerator: Hilfe für Gründer

Innovative Ideen im Bereich Digitalisierung lassen sich durch ein Startup am besten umsetzen. Doch gute Ideen allein reichen nicht aus. Es muss auch eine Finanzierung her, und viele andere organisatorische Probleme müssen gelöst werden. Gerade Jungunternehmer wissen recht wenig über Businesspläne, Geschäftsprozesse und die vielen Details, die zu einer erfolgreichen Gründung beitragen. Diese Kenntnisse aber sind wichtig und entscheiden über die Zukunft des Projekts.

Jungen Gründern steht eine ganze Reihe verschiedener Hilfsprogramme zur Verfügung, um ihre Ideen auf eine gute Basis zu stellen. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Startup-Förderung – ausgerichtet auf die individuellen Bedürfnisse der Gründer. Eine der bekannteren ist der Weg über einen Inkubator, der das junge Unternehmen gerade in der Anfangszeit eng betreut und bei der Entwicklung der Ideen unterstützt.

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Alternative zum Inkubator

Relativ neu in Deutschland ist das Konzept des Startup-Accelerators. Es handelt sich dabei um eine Art Mentoring-Programm für Startups. Damit ähnelt es den Inkubatoren, verfolgt aber grundsätzlich andere Ansätze und unterscheidet sich vor allem in den Rahmenbedingungen.

Startup-Accelerator

„Accelerator“ kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Beschleuniger“. Damit wird auch schon der Sinn und Zweck eines Startup-Accelerators beschrieben: Er unterstützt junge Gründer dabei, ihre Ideen in einem festgelegten Zeitraum durch intensives Coaching voranzutreiben und zu einer gewissen geschäftlichen Reife zu gelangen.

So dauert ein Accelerator-Programm in der Regel nur wenige Wochen oder Monate, weshalb man auch von einem Startup-Bootcamp spricht. In dieser kurzen Zeit wird den Gründern Infrastruktur – etwa in Form von Büroräumen oder Werkstätten – zur Verfügung gestellt. Daneben findet im Rahmen des Programms ein intensives Coaching statt, bei dem unerfahrene Gründer auf erfolgreiche Entrepreneure treffen. Auf den Netzwerk-Veranstaltungen der Programme können zudem Kontakte zu potenziellen Investoren geknüpft werden.

Wie funktioniert ein Accelerator?

Wie Inkubatoren werden Startup-Accelerator vor allem in der Anfangsphase (Early-Stage-Phase) der Gründung tätig. Allerdings fällt die finanzielle Unterstützung, das sogenannte Seed-Funding, deutlich niedriger aus: In der Regel investieren die Accelerator-Programme nur einen fünfstelligen Betrag.

Wer sich für ein solches Startup-Bootcamp interessiert, muss sich bei den Anbietern zunächst einmal bewerben. Beim Auswahlprozess wird meist schon stark selektiert, welche Ideen tatsächlich Potenzial haben.

In einem Startup-Accelerator werden gemeinsam Ideen entwickelt. (© 2018 Shutterstock / GaudiLab)

Wer bietet Accelerator-Programme an?

Startup-Accelerator werden von verschiedenen Trägern angeboten. Beispielsweise gibt es entsprechende Förderprogramme der öffentlichen Hand oder von Universitäten. Deutlich häufiger werden sie aber von Venture-Capital-Gebern, Business Angels oder anderen privaten Investoren angeboten. Diese verlangen für ihre Unterstützung im Gegenzug oft eine Beteiligung am Unternehmen.

Wann ist ein Accelerator-Programm sinnvoll?

TechBoost

Die Telekom unterstützt mit ihrem TechBoost-Programm Startups und begleitet sie auf dem Weg zum Erfolg.

>> Zum TechBoost-Programm

Wer in einem kurzen Zeitraum seine Idee entwickeln und auf erfahrene Coaches zurückgreifen will, ist in einem Startup-Bootcamp am besten aufgehoben. Die Programme sind zwar kurz, aber sehr intensiv. Am Ende gibt es einen sogenannten Demo Day, bei dem die Gründer ihre Idee potenziellen Investoren vorstellen können.

Das bedeutet aber auch, dass man als Existenzgründer schon eine genaue Vorstellung davon haben sollte, in welche Richtung es mit dem Startup gehen soll. Auch eine Vorrecherche über die passenden Angebote ist unerlässlich. Schließlich sollte das Programm genau die Bedürfnisse befriedigen, die für die Weiterentwicklung des Unternehmens wichtig sind.

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Da die Anbieter einen Unternehmensanteil verlangen, sollten Interessenten sich Erfahrungsberichte ansehen und gegebenenfalls mit Absolventen sprechen: Welche Experten betreuen die Jung-Unternehmer? Werden die Startups auch bei der Ausarbeitung von Verträgen und Businessplänen unterstützt?

Das Netzwerk der Startup-Bootcamps sollte genau unter die Lupe genommen werden. Sind das die Kontakte, die für die Zukunft wichtig sind? Wer sich nämlich auf ein bestimmtes Lager einlässt, läuft Gefahr, sich anderen zu verschließen. Genaue Vorarbeit erspart Neugründern so manche Enttäuschung.