Von der Idee zur Startup-Gründung

Kaum ein Bereich wird hierzulande so intensiv gefördert wie Startups. Deutschland gilt aufgrund der idealen Infrastruktur für junge innovative Gründer als Europas Startup-Schmiede Nummer eins. Allein am jüngsten Deutschen Start-up-Monitor (DSM) des Bundesverbands Deutsche Start-ups e.V. haben sich insgesamt 1.873 Unternehmen beteiligt.

Mittlerweile gibt es so viele Möglichkeiten der Startup-Förderung, dass der Überblick schwer fällt. Zu den wichtigsten Anlaufstellen für Gründer zählen auf jeden Fall Company Builder und Inkubatoren. Sie eignen sich vor allem für junge Unternehmen, die sich eine langfristige und enge Zusammenarbeit mit Investoren und Experten wünschen.

Company Builder und Inkubator Inkubator bedeutet „Brutkasten“ und Company Builder ist der englische Begriff für „Unternehmensbauer“. Beide Konzepte bedeuten, dass die Anbieter sich von Anfang an um ein Startup kümmern und es in eine ganz bestimmte Richtung hin entwickeln. Sie fungieren gleichzeitig als Wagniskapital-Geber und entscheiden unter anderem auch über die Teamzusammensetzung.

Unterstützung von Anfang an

Beide Förderkonzepte sind sich sehr ähnlich und werden auch synonym verwendet. Doch unterscheiden sich Company Builder von Inkubatoren in einem wichtigen Punkt: Sie sind selbst „Startup-Schmieden“, entwickeln also eigene Ideen mit internen Teams und gründen die Unternehmen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt entweder zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Einer der bekanntesten Company Builder ist Rocket Internet.

Auch wenn solche Investoren oft keine externen Startups aufnehmen, heißt das nicht, dass sich potenzielle Gründer nicht an sie wenden können. Sie sind durchaus offen für fremde Ideen. Und manchmal übernehmen sie sie dann auch.

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Demgegenüber sind Inkubatoren meist Wagniskapitalgeber – Venture-Capitalists. Nicht selten handelt es sich um Tochterunternehmen von großen Konzernen, die gezielt nach innovativen Konzepten suchen. Einer der bekannteren ist beispielsweise der Main Incubator der Commerzbank. Inkubatoren werden oftmals auch als „Labor“ oder „Experimentierfeld“ der Konzerne bezeichnet.

Natürlich verfolgen sowohl Company Builder als auch Inkubatoren Eigeninteressen. Immerhin stecken beide eine Menge Geld, Zeit und Personal in ein Startup. Im Gegenzug verlangen sie einen hohen Anteil am Unternehmen und kontrollieren seine wichtigsten Bereiche.

Startup-Förderung: Company Builder und Inkubator Für ihr Engagement erwarten die Finanziers eine gute Rendite. (© 2018 Shutterstock / LightField Studios)

Wie funktionieren Company Builder und Inkubatoren?

Company Builder und Inkubatoren sind von Anfang an bei der Startup-Gründung dabei. In der Regel sind sie von der unterstützten innovativen Idee und dem Entwicklungspotenzial voll überzeugt. Deshalb ist ihr  Engagement besonders hoch. Sie investieren Wagniskapital in Millionenhöhe. Da diese Form der Finanzierung bedeutet, dass das Geld bei einem Misserfolg weg ist, setzen sie alles daran, das Startup zum Erfolg zu führen.

Anders als bei anderen Startup-Förderprogrammen, wie beispielsweise Acceleratoren, kümmern sie sich auch um das operative Geschäft ihrer Schützlinge. Dementsprechend sind die Auswahlkriterien bei Company Buildern und Inkubatoren streng. Und sie fördern nur Startups, die in das eigene Profil passen.

Wo findet man solche Investoren?

TechBoost

Die Telekom unterstützt mit ihrem TechBoost-Programm Startups und begleitet sie auf dem Weg zum Erfolg.

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Gerade in Deutschland gibt es unzählige Inkubatoren und Company Builder und es kommen ständig neue hinzu. Wie gesagt, handelt es sich bei ihnen um Venture-Capitalists, die ihr Geld unter hohen Risiken anlegen. Dafür erhoffen sie sich aber auch eine überdurchschnittlich hohe Rendite durch die spätere Veräußerung des Unternehmens. Es lohnt sich auch ein Blick auf Konzerne, die den Bereich Neuere Technologien abdecken. Diese verfügen manchmal über Tochterunternehmen, die als Inkubator auftreten.

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Nur auf namhafte Geldgeber setzen

Gründer ohne richtiges Netzwerk an Kontakten sind bei beiden Programmen besonders gut aufgehoben. Auch wer noch kein vollständiges Team hat, sollte bei einem Inkubator oder Company Builder Unterschlupf suchen. Sie verfügen meist über genau das richtige Personal. Daneben spielt natürlich auch die Finanzierung eine wichtige Rolle.

Allerdings empfiehlt es sich, nur auf wirklich namhafte Venture-Capitalists zu setzen. Leider gibt es jüngere Inkubatoren, die selbst noch in den Startlöchern stehen und nicht über ausreichend Erfahrung in der Betreuung von Startups verfügen. Davon sollten Gründer die Finger lassen. Medienpräsenz ist beispielsweise in guter Indikator dafür, ob sich der Kontakt lohnt. Als erfahren gilt der Company Builder Rocket Internet, dessen Unternehmen Zalando jedem ein Begriff ist. Inkubator Rheingau Partners hat den Lieferdienst Lieferando auf den Weg gebracht.

Wer soll’s sein – Inkubator oder Company Builder?

Wer sich für die Betreuung durch einen Inkubator entscheidet, sollte einen auswählen, der auch zum eigenen Profil passt. Beispielsweise gibt es solche, die ausschließlich Fintechs – also Startups im Finanzbereich – unterstützen. Andere wiederum legen den Fokus auf Online-Plattformen wie Lieferdienste oder Tauschbörsen.

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Ebenfalls wichtig ist, was vom Inkubator eigentlich angeboten wird. Werden Verträge geprüft, Räume zur Verfügung gestellt, Personal aufgestockt? Eine große Rolle spielt auch, welchen Anteil am Unternehmen der Inkubator für sein Engagement fordert. Stimmt das Verhältnis zwischen der angebotenen Unterstützung und der geforderten Beteiligung? Es kann sich lohnen, das Angebot verschiedener Förderunternehmen zu vergleichen.