Als kurz vor 18 Uhr Adeles Hit „Rolling in the Deep“ so laut aus den Boxen wummert, dass ein Gespräch kaum noch möglich ist, fällt die Spannung endlich von ihr ab: „Wir freuen uns unglaublich darüber, dass wir es geschafft haben“, sagt Petra Kaul. „Dass die Telekom unser Produkt selbst nutzen, aber auch ihren Kunden anbieten möchte und wir dadurch weiter wachsen können.“

Kaul ist Vorstand bei Kantwert: Das Startup aus Hofheim am Taunus hat eine innovative Datenbank entwickelt, die die Netzwerke deutscher Unternehmen analysiert und transparent macht. Und ist damit eines von drei jungen Unternehmen aus dem Telekom-Startup-Förderprogramm TechBoost, das eine sechsköpfige, hochkarätige Telekom-Jury mit Vertretung aller kundensegmentverantwortlichen SVPs für eine künftig noch engere Zusammenarbeit ausgewählt hat.

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Acht Stunden Pitch

Einen ganzen Tag hatten 13 TechBoost-Startups aus ganz Deutschland auf dem Telekom Campus in Bonn um die Gunst der Jury konkurriert. Hatten sich alle in einer ersten Speed-Runde je zehn Minuten von ihrer Schokoladenseite gezeigt. Um sich darüber für einen der fünf Plätze in der zweiten Pitch-Runde zu qualifizieren. Und dort Jury und Publikum jeweils 30 Minuten Rede und Antwort zu stehen, um einen der drei Siegerplätze zu ergattern.

Das Förderprogramm der Telekom

TechBoost ist das Förderprogramm der Telekom. Gesucht werden Startups, die sich auf digitale Lösungen fokussieren. Neben skalierbaren IT-Ressourcen in der Open Telekom Cloud erhalten die jungen Unternehmen Unterstützung und Know-how von dem Bonner Konzern rund um Vertrieb und Marketing. Das Ziel: Die Startups sollen sich möglichst auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und von dem breiten Netzwerk der Telekom profitieren können. 70 Startups hat die Telekom bisher ins Programm aufgenommen. Mehr Informationen zur Bewerbung finden Sie hier.

Das Ergebnis des knapp achtstündigen Präsentier- und Frage-Marathons: Neben Kaul und dem Team von Kantwert gehören künftig auch Florian Christ und Lena Justen zu den Startups, mit denen die Telekom konkrete Kundenproduktansätze ausarbeitet. Die Gründer von fino haben sich nichts weniger auf die Fahnen geschrieben, als die Finanzwelt neu zu erfinden. Ihre Idee: Software-as-a-Service-Produkte insbesondere für Banken und Versicherungen, etwa die digitale Kontoeröffnung oder ein vereinfachter Kreditantrag. Dazu Christian Marchsreiter von SMASHDOCs, der webbasierte Textverarbeitung neu definieren will – über eine cloudbasierte Kollaborationslösung, mit der Nutzer online Dokumente erstellen und überarbeiten können.

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„Alle drei“, sagt Peter Arbitter, Leiter Portfolio & Produkt Management der Telekom, „haben uns mit ihrem ausgereiften Geschäftsmodell mit hohem Marktpotenzial überzeugt.“ Ihr Lohn: Mit Unterstützung der Telekom in den kommenden Wochen konkrete Konzepte entwickeln, um ihre Produkte und Dienstleistungen marktreif zu machen. Beste Voraussetzungen also, um ehrgeizige Ziele zu erreichen: „Wir möchten gemeinsam mit der Telekom unseren Umsatz verdoppeln“, sagt Lena Justen von fino. Und auch Christian Marchsreiter, der den „super Austausch“ lobt und „die Möglichkeit, immer was dazuzulernen“, will jetzt „einfach nur loslegen“.

Wertvoller Input

Das Feedback der Teilnehmer war durch und durch positiv. Neben der guten Organisation schätzten die Startups vor allem die anregenden Gespräche und den wertvollen Input der hochkarätigen Jury, den jeder mit nach Hause nimmt. „Der TechBoost Pitch Day hat uns allen großen Spaß gemacht, unter allen Startups befinden sich hochspannende Lösungen, die unseren Geschäftskunden den Weg in die Digitalisierung bereiten“, sagt Miriam Mertens, Vice President Startup Kooperation der Telekom. „Es wird mit Sicherheit nicht der letzte Event dieser Art gewesen sein.“

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