Wenn Johannes Müller morgens mit der Arbeit beginnt, loggt er sich als Erstes in sein Ziel-Management-Tool ein. „Set up a great workplace where the future of work happens“, liest der Gründer des Startups Workpath dann dort. Was auf den ersten Blick wie ein interner Werbeslogan der Softwareschmiede aus München klingt, ist ein aktuelles Unternehmensziel im Bereich People & Culture, welches sich die junge Organisation gesetzt hat. Und zwar eines, wie Müller in einem Interview berichtet, das der Gründer nicht erst am Ende des Geschäftsjahres überprüft. Tatsächlich checkt CEO Müller mehrmals pro Woche anhand definierter, messbarer Erfolgsfaktoren, welche Schritte bis zur Zielerreichung noch zu tun sind und wo er mit seinem Team steht.

Diese Metriken, die sich das Team anschaut, sogenannte Key Results, sind die Erfolgstreiber, welche auf das Ziel einzahlen. Sie geben konkrete Antwort auf Fragen rund um die Zielvereinbarung und ermöglichen einen kontinuierlichen Dialog zur ständigen Weiterentwicklung und Optimierung im Sinne einer agilen Zusammenarbeit: Was muss ich tun, um mein Jahresziel zu erfüllen? Und wie kann ich das messen? Bei den internen „Future Friday Events“ – insgesamt sechs angesetzte Diskussionsrunden zum Wochenausklang – diskutiert das Team zum Beispiel, wie Arbeitsplätze bei Workpath künftig aussehen sollten. Oder, ein weiteres Beispiel für ein Key Result, wie es das Unternehmen schafft, die Zeit vom Bewerbungseingang bis zum Gespräch von durchschnittlich 20 auf 14 Tage zu verkürzen.

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Die im Jahr 2016 gegründete Firma ist spezialisiert auf agiles Ziel- und Performance-Management und setzt dabei auf die Methode „Objectives and Key Results“ (OKR) – ein modernes Werkzeug zur Mitarbeiterführung und Personalentwicklung, bei dem Führungskräfte mehrmals im Jahr die Zielvereinbarungen an Marktentwicklungen, neue Erkenntnisse und das Tagesgeschäft anpassen. Zahlreiche Konzerne wie Google, Trivago oder Zalando arbeiten nach dieser Methode. Was Workpath im eigenen Arbeitsalltag nutzt, will das junge Unternehmen jetzt auch für mittelständische Kunden etablieren. Dafür nutzt es seit Anfang 2017 sichere IT-Ressourcen aus der Open Telekom Cloud.

Workpath setzt auf die Methode „Objectives and Key Results“ (OKR) – ein modernes Werkzeug zur Mitarbeiterführung und Personalentwicklung. Workpath setzt auf die Methode „Objectives and Key Results“ (OKR) – ein modernes Werkzeug zur Mitarbeiterführung und Personalentwicklung. (© 2018 Workpath)

Performance-Management oft veraltet

Einmal im Jahr Meilensteine, Kennzahlen und Ziele definieren und nach zwölf Monaten kontrollieren: So messen Unternehmen seit Jahrzehnten die Leistung ihrer Mitarbeiter. Lange bewährt, oft kritisiert – und mittlerweile überholt. Im digitalen Zeitalter sind auch Mitarbeiterführung und Zielsetzung längst ein lebendiger, dynamischer Prozess, in dem Mitarbeiter eine aktive, selbstbestimmte Rolle spielen. Längst noch nicht alle Unternehmen jedoch haben das verinnerlicht, der aktuelle Gallup Engagement Index zeigt: 56 Prozent der Mitarbeiter haben in den letzten zwölf Monaten nur einmal mit dem Arbeitgeber über die Leistungen gesprochen. Lediglich 14 Prozent tauschen sich kontinuierlich mit dem Vorgesetzten über das Jahr hinweg aus. Selbst das reicht oft nicht: Viele empfinden das Mitarbeitergespräch als Zeitverschwendung; nur 38 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, dass sie nach dem Gespräch mit dem Manager ihre Arbeit verbessern konnten. „Dieses Ergebnis stellt Führungskräften ein schlechtes Zeugnis aus“, sagt Marco Nink, Senior Practice Consultant bei Gallup, in einer Pressemitteilung zum Index. „Es gilt herauszufinden, was ein Mitarbeiter gut kann und mag und wie er dementsprechend eingesetzt werden kann.“

Workpath bringt Organisations- und Personalentwicklung in die Cloud

Mit digitalen Tools für agiles Ziel- und Performance-Management wie der Cloud-Plattform von Workpath können Unternehmen auf die neuen Anforderungen in der Personalentwicklung und Mitarbeiterführung reagieren. Wo Angestellter und Führungskraft Zielvereinbarungen und KPIs im Laufe des Jahres schnell aus den Augen verlieren, behalten sie mit dem Collaboration-Tool den Überblick über alle Maßnahmen. Heißt: Starre Zielvorgaben vom jährlichen Mitarbeitergespräch, die monatelang auf dem Laufwerk verstauben, gibt es nicht mehr. Chef und Mitarbeiter tauschen sich regelmäßig und flexibel über die Wolke aus, interagieren miteinander, geben sich Feedback. Das fördert die Zusammenarbeit und motiviert den Mitarbeiter. Der weiß immer genau, wo er mit seinen Zielen steht. „Das ist kein statischer Prozess mehr entlang von Hierarchien“, sagt Müller „sondern ein lebendiger Kommunikationsprozess, der eine Grundlage für Feedback-Gespräche und die weitere Planung bietet.“

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Digitale Performance mit der Telekom

Statt traditioneller Kontrolle gestalten Mitarbeiter ihre persönliche Entwicklung und Karriereplanung aktiv mit und werden von ihren Vorgesetzten in den Prozess einbezogen. Große Jahresziele, die der Chef einmal im Jahr überprüft, zerlegen Mitarbeiter und Führungskraft gemeinsam in viele kleine, dynamische, flexible Ziele. Der Mitarbeiter kann seine Arbeit so besser organisieren und sieht im System tagesaktuell das Ergebnis seiner Leistungen und Bewertungen – personenbezogene Daten, die eine geschützte Infrastruktur verlangen. Ein Grund, warum das Startup sich für die auf der Open-Stack-Software basierende Cloud der Telekom entschieden hat. „Für deutsche Mittelständler ist der deutsche Datenschutz besonders wichtig“, sagt Workpath-Gründer Müller. „Wir haben gemerkt: Wer dieses Kriterium erfüllt, kann sein Wachstum erheblich beschleunigen.“

Hohe Engagement-Raten

Ob die Kunden das System erfolgreich nutzen, überprüft Müller anhand der Engagement-Raten. Die Mitarbeiter gehen mehrmals pro Woche auf die Online-Plattform, tragen Fortschritt bei ihren Zielen ein, erhalten Feedback von Kollegen und setzen sich neue Ziele am Ende eines Quartals. „Mit diesen Interaktionsraten sind wir sehr zufrieden“, sagt der Geschäftsführer. Die Telekom möchte die Zusammenarbeit mit Workpath künftig weiter ausbauen. Das Tool ist auch für die Kunden der Telekom interessant. „Workpath überführt Ziel- und Performance-Management in das digitale Zeitalter“, sagt Dirk Holger Heidemann, Senior Business Development Expert von der Telekom. „Mit Effizienz, Flexibilität und Transparenz statt Kontrolle und starren Strukturen. Und das alles auf Basis einer sicheren, agilen und verlässlichen Cloud-Infrastruktur.“