Die sportliche 3er Limousine, der Kombi 3er Touring oder vielleicht doch lieber das 4er Coupé – im BMW Werk in München Milbertshofen laufen alle drei Modelle vom Band. Und wer will, kann seinen Neuwagen vor Ort selbst abholen – Werksbesichtigung und Museumsbesuch inklusive. Rund 9.000 Mitarbeiter sorgen dafür, dass 214.000 Fahrzeuge Jahr für Jahr pünktlich beim Kunden beziehungsweise in den Autohäusern landen.

Alles auf ein Funknetz

Nur wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt, im FIZ, kurz für BMW Group Forschungs- und Innovationszentrum, schlägt das Forscherherz des Autobauers. Hier tüfteln und werkeln weitere 9.200 Mitarbeiter an Fahrzeugen und Technologien für die Zukunft. Im Keller befinden sich die klimatisierten Server-Räume. Und hier betreibt die Telekom auch den Großteil der Inhouse-Mobilfunk-Lösung, mit der mehr als 60.000 Mitarbeiter der BMW Group in Deutschland über das Mobilfunknetz der Telekom telefonieren.


BMW Group

Die Bayerischen Motoren Werke Aktiengesellschaft (BMW AG) ist die Muttergesellschaft der BMW Group und wurde im März 1916 gegründet. Die BMW Group stellt Automobile und Motorräder her. Zudem bietet sie Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen an. Der Firmensitz liegt in München. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 28 Werke in 13 Ländern, sowie ein Vertriebsnetzwerk in über 140 Länder. Weltweit arbeiten 110.351 Menschen für den Konzern.

Mobil zu telefonieren und stets erreichbar zu sein – das sind zwei wichtige Anforderungen, um auch die BMW Produktionskette am Laufen zu halten. Keine kleine Sache, immerhin werden bei der BMW Group in Deutschland täglich 400.000 Gespräche geführt. Das sind viermal mehr Telefonate als zum Beispiel am Münchner Flughafen.



Der Automobilhersteller hat bereits vor mehr als sechs Jahren seine Festnetztelefonie zum großen Teil auf Mobilfunk umgestellt. Doch die damalige Lösung konnte die Anforderungen der BMW Group an Zuverlässigkeit und Qualität nicht erfüllen. Deshalb wollte der Automobilhersteller den Anbieter an allen Standorten in Deutschland wechseln. Die Telekom setzte sich bei der Ausschreibung durch. Ausschlaggebend war die große Kompetenz wie auch die sehr gute flächendeckende Versorgung des Mobilfunknetzes. Damit lässt sich die Zuverlässigkeit und Qualität der Kommunikation in der BMW Group steigern.

Alles hat perfekt geklappt. Mit dem Team der Telekom lief die Zusammenarbeit völlig reibungslos.

Felix Grabmeyer BMW Projektleiter

 

Es kann nur einen geben Alles unter Kontrolle: Im gekühlten Betriebsraum des FIZ überwachen Techniker von der Telekom die Inhouse-Mobilfunk-Lösung. Allein hier im FIZ hat die Telekom 15 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt. (© 2015 Jan Gruene)

 

Aufbau der Technik und Migration ins neue Netz

Zwischen Januar 2013 und März 2014 wurde das Mammutprojekt gemeinsam umgesetzt. Was sich einfach anhört, war jedoch technisch und organisatorisch komplex. Denn die Anforderungen an die Empfangsqualität und den Betrieb waren so hoch, dass nur der Aufbau eines parallelen Netzes in Frage kam. Darüber hinaus musste die Telekom dafür sorgen, dass die Mitarbeiter weiterhin ihre gewohnten Systeme für Bestellungen, Service, Überwachung und administrative Aufgaben nutzen konnten. Dazu wurden die betroffenen Systeme mit denen der BMW Group gekoppelt. Außerdem galt es, mehr als 65.000 SIM-Karten mit ebenso vielen neuen Rufnummern zu schalten und punktgenau an alle zu verteilen.

Eine weitere Herausforderung: Die Telekom musste für einen reibungslosen Übergang vom BMW eigenen Campus-Netz in das öffentliche Mobilfunknetz sorgen. Wenn heute zum Beispiel bei einem Schichtwechsel die Mitarbeiter fast gleichzeitig und am gleichen Ort vom internen Netz in das öffentliche Mobilfunknetz der Telekom wechseln, merken sie davon nichts. „Wir wollten die Migration so -einfach wie möglich machen“, umschreibt Mario Müller, Vice President IT Infrastructure der BMW Group, das Vorgehen.

Zunächst musste die neue Mobilfunk-Technik an allen BMW Standorten installiert werden. Danach folgte die Migration. Wichtig dabei war, dass die bestellten SIM-Karten exakt zum richtigen Zeitpunkt dort ankamen, wo sie hin sollten. Die Verteilung der mehr als 65.000 Plastikkarten an die Mitarbeiter war eine logistische Meisterleistung. Die SIM-Karten verschickte Telekom in Briefen, die individuell konfektioniert wurden. Zu jedem Brief gehörten ein Info-Flyer mit den Tarifinformationen und eine Art „Welcome Broschüre“ mit den wichtigsten Fakten zum Projekt. „Alle Briefe hat die Telekom auf 4.600 Pakete verteilt und an unsere jeweiligen Abteilungsleiter und Standortverantwortlichen geschickt“, sagt -Ingo Paur, der bei der BMW  Group für die Projektprozesse verantwortlich ist. Für die Mitarbeiter im FIZ wurden allein 17.000 SIM-Karten benötigt. „Alles hat perfekt geklappt. Mit dem Team der Telekom lief die Zusammenarbeit völlig reibungslos“, freut sich BMW Projektleiter Felix Grabmeyer.

Es kann nur einen geben Jour fixe: Einmal in der Woche trafen sich die Projektteilnehmer der BMW Group und der Telekom, um den aktuellen Projektstatus zu besprechen sowie die drängendsten Probleme zu lösen. (© 2015 Jan Greune)

 

Empfang im letzten Winkel

Während der eigentliche Wechsel gut über die Bühne ging, war bereits die Installation der Technik im Vorfeld eine echte Herausforderung. „Insgesamt mussten acht Millionen Quadratmeter mit Mobilfunk-Technik versorgt werden“, erklärt Thomas Kessler, Projektleiter Infrastruktur bei der Telekom. „Wir haben 6.000 Antennen und 109 Repeater auf Glasfaserbasis in den verschiedenen BMW Standorten angebracht.“

Zum Beispiel auch im FIZ: Hier haben 80 Techniker der Telekom fast 15 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und Hunderte von Antennen im gesamten Gebäude installiert. Im Keller sorgen 69 sogenannte Repeater dafür, dass das Funk-Signal noch im letzten Winkel des Forschungs- und Innovationszentrums ankommt.

Die kleinen Repeater funktionieren wie Verstärker und sind über sogenannte Hochfrequenzkabel mit den Antennen verbunden. Überdies steckt in jedem Repeater eine Telekom SIM-Karte, über die bei einer Störung ein Alarm ausgelöst wird. Dann rückt sofort ein Team der Telekom aus.

Es kann nur einen geben Guter Empfang: Ein Telekom Techniker installiert im BMW-Werk in München eine neue Antenne, um den Empfang im Gebäude zu verbessern. (© 2015 Jan Greune)

Während der gesamten Migrationsphase stand den Mitarbeitern eine spezielle Hotline zur Verfügung. Wohlweislich, denn zwischen Januar 2013 und März 2014 haben die Servicemitarbeiter der Telekom mehr als 13.500 Anrufe entgegengenommen, berichtet Martin Schmitz-Reinhard, Teamleiter Kundenservice bei der Telekom.

An den großen Standorten wie München Milbertshofen waren die Kundenservice-Mitarbeiter an den Tagen der Migration auch persönlich vor Ort. „Noch heute gehen bei der Telekom jeden Tag gut 100 Anfragen mit Änderungswünschen ein“, sagt Schmitz-Reinhard. Neuverträge, Ersatz-SIM-Karten oder Tarifwechsel – bei so vielen Mitarbeitern ist der Beratungsbedarf groß.

Aber auch die Zufriedenheit mit der neuen Technik: Jeder der mehr als 60.000 Mitarbeiter hat jetzt ein passendes Gerät – und auch bei der Rufnummer ist fast alles beim Alten geblieben. Nur die ersten drei Ziffern der Rufnummer haben sich verändert und verraten, dass jetzt ein brandneues Netz im Hintergrund läuft.

Es kann nur einen geben Netzausbauer: Thomas Kessler (r.), Telekom Projektleiter Infrastruktur, war für die Technik verantwortlich. Rund ein Jahr dauerte die Umsetzung der Inhouse-Mobilfunk-Lösung bei BMW. (© 2015 Jan Greune)

 

Inhouse-Mobilfunk-Lösung bei BMW

Ausgang// BMW Mitarbeiter in Deutschland telefonieren nahezu ausschließlich mobil statt über das Festnetz. Um eine hohe Qualität und Verfügbarkeit des Netzes zu sichern, wollte der Automobilhersteller in Deutschland den Anbieter wechseln.

Lösung// Mehr als 60.000 Mitarbeiter telefonieren jetzt über das Mobilfunknetz der Telekom. Dazu hat der Dienstleister Telekom eine Inhouse-Mobilfunk-Lösung installiert.

Fazit// Aktuell sind mehr als 65.000 SIM-Karten im Einsatz, die Kommunikation klappt reibungslos. Das Projekt dauerte insgesamt 15 Monate und wurde von der Telekom vor Ort unterstützt und zusätzlich per Hotline begleitet.