Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete gemeinsam mit dem inidschen Premierminister Narendra Modi die Hannover Messe.

Am Sonntag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit dem indischen Premierminister Narendra Modi die Hannover Messe eröffnet. In diesem Jahr ist Indien das Partnerland der weltgrößten Industrieschau mit gut 6500 Ausstellern aus rund 70 Ländern.

Das Leitthema der Hannover Messe lautet in diesem Jahr „Integrated Industry – Join the network!“. Damit rückt ein Thema ins Rampenlicht: Industrie 4.0 in Halle 8. Dort stehen mit Open Source, Standardisierung, Security, Cloud und Big Data alle wichtigen Themen rund um die vernetzte Fertigung im Mittelpunkt. Hinzu kommen Praxisbeispiele und spannende Diskussionsformate, die Aufschluss über Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Fabriken von morgen geben.

Industrie 4.0 steht dabei für die Digitalisierung der herstellenden Industrie und umfasst alle Wertschöpfungsstufen von der Entwicklung und Produktion über die Logistik bis hin zu Services und Aftersales.

Die Telekom hat sich auf die vernetzte Fertigung konzentriert: Gemeinsam mit Infineon, Hirschmann und Wibu-Systems zeigt der Bonner Anbieter, wie Unternehmen ihre Herstellung Standort-übergreifend sichern und vernetzen.

Besucher des Messestandes der Telekom erleben beispielsweise bei einer Zuginspektion via Augmented Reality das Thema Instandhaltung im Schienenverkehr ganz neu. Zudem soll der "Digital Navigator" Unternehmen als Berater auf dem Weg zu Industrie 4.0 dienen. Und um mittelständischen Unternehmen den Einstieg in die vernetzte Industrie zu erleichtern, bringt die Telekom das "Industrie 4.0 Paket" auf den Markt.

Folgende Lösungen für die Industrie zeigt die Telekom live in Halle 8, Stand F19:

Roboter standortübergreifend fernsteuern

Von der Messe aus lassen Experten einen Roboter am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin für einen neuen Produktionsvorgang einrichten. Zunächst testen sie den Ablauf virtuell aus der Ferne auf korrekte und kollisionsfreie Ausführung, bevor sie ihn aktivieren. Anlagenbetreiber können dadurch an verteilten Standorten, flexibel und kostengünstig auf wechselnde Anforderungen einer kundenindividuellen Produktion bis hin zur Einzelfertigung reagieren. Besonders wichtig dabei sind die kurzfristig verfügbare und hochsichere Netzanbindung sowie eine exakte virtuelle Simulationsfähigkeit.

Authentifizierter Zugriff auf Maschinen

Erste erfolgreiche Hackerangriffe und Manipulationen von Produktionsabläufen verdeutlichen, dass die vernetzte Produktion vor allem hohe Anforderungen an die Sicherheit einer Ende-zu-Ende-Kommunikation stellt. Gemeinsam mit Infineon, Hirschmann und Wibu-Systems zeigt die Telekom, wie sich der Zugriff auf Hardware und Produktionssteuerungssoftware mit Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren absichern lässt. Über die eindeutige Authentifizierung bekommen nur berechtigte Personen Zugriff auf eine Maschine und sensible Produktionsdaten. Nach dem gleichen Prinzip lässt sich auch die Kommunikation zwischen vernetzten Maschinen sichern. Nur authentifizierte Maschinen erhalten dann Zugriff auf das Netzwerk und können anderen Produktionseinheiten Befehle erteilen.

Mensch und Roboter Hand in Hand: Für viele Automatisierungsspezialisten ist die Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) ein zentrales Thema auf dem Weg zur Smart Factory. Mensch und Roboter Hand in Hand: Für viele Automatisierungsspezialisten ist die Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) ein zentrales Thema auf dem Weg zur Smart Factory. (© 2015 Hannover Messe)

Logistische Abläufe in Echtzeit steuern

Wie sich die Logistikabläufe eines Hafens durch Echtzeitinformationen optimieren lassen, zeigt eine Simulation des Hamburger Hafens. Die Deutsche Telekom, SAP und die Hamburg Port Authority präsentieren mit SmartPORT logistics eine Lösung, die alle Lkw- und Containerbewegungen auf dem Hafengelände in Echtzeit überwacht und steuert. Dabei führt SmartPORT logistics die Verkehrs- und Infrastrukturdaten des 72 Quadratkilometer großen Hafengeländes in eine Private Cloud zusammen. Die Lösung vermeidet Staus, optimiert das eng getaktete Be- und Entladen der Containerschiffe und erhöht die Effizienz und Umweltbilanz des gesamten Hafenbetriebs.

Schnellere Wartung mit virtuell eingeblendeten Zusatzinformationen

Der Wartungsaufwand von Maschinen und Zügen ist hoch. Bremsen, Klimaanlagen, Kücheneinrichtungen, Sitze, Batterien und das Fahrgastinformationssystem von ICEs werden beispielsweise nach jeweils 80.000 gefahrenen Kilometern komplett überprüft. Augmented Reality-Lösungen erleichtern die komplexe und teure Wartung von Zügen und Maschinen. Am Beispiel der Zugwartung zeigt die Telekom in Zusammenarbeit mit der DB Systel GmbH und CSC, wie Techniker den Wartungsprozess beschleunigen, in dem die Kamera eines Tablet-PCs die Waggonnummer selbständig erfasst, zu wartende Objekte verortet und Schäden identifiziert.

Wegweiser für die digitale Transformation

Wie weit ist ein Unternehmen digitalisiert und wie kann es die eigenen digitalen Fähigkeiten identifizieren? Antworten gibt der "Digital Navigator". Mit diesem Instrument lassen sich digitale Szenarien und Handlungsfelder bewerten, Auswirkungen auf Geschäftsbereiche und -prozesse simulieren und die Fähigkeit zur digitalen Transformation identifizieren. Der Digital Navigator analysiert, wo und wie Unternehmen mit neuen Technologien und digitalisierten Prozessen ihre Geschäftsstrategien umsetzen und damit die Qualität steigern oder die Kosten senken können.

Einsteigerpaket für Industrie 4.0

Für den Einstieg in die vernetzte Industrie bringt die Telekom das Industrie 4.0 Paket auf den Markt. Es ermöglicht mittelständischen Betrieben, ihre Maschinen schnell und einfach zu vernetzen und Fertigungsbedingungen zu überwachen. Dürkopp-Adler, ein Hersteller von Nähmaschinen aus Bielefeld, nutzt das Industrie 4.0-Paket bereits zur Anbindung seiner Maschinen über die Cloud der Dinge. Jetzt lassen sich die Nähmaschinen des deutschen Herstellers, die weltweit im Einsatz sind, aus der Firmenzentrale überwachen. Das spart teure und zeitaufwendige Reisen, reduziert die Ausfallzeiten der Maschinen und verbessert den Kundenservice.