Herr Backofen, einige Umfragen stellen fest, dass die Digitalisierung dem Mittelstand in Deutschland egal ist. Stimmt das?
Für fast 70 Prozent der deutschen Betriebe mit einem Jahresumsatz von unter fünf Millionen Euro hat die Digitalisierung im Herstellungs- und Wertschöpfungsprozess tatsächlich kaum oder gar keine Relevanz. Unternehmern und Managern fällt es schwer, den digitalen Wandel voran zu treiben. Was bedeutet Digitalisierung? Was kann ich in der Praxis verbessern? Muss ich mein Geschäftsmodell umkrempeln? Der digitale Ruck wird nur dann durch die Unternehmen gehen, wenn die Digitalisierung sie erfolgreich macht und ihnen klare Konkurrenzvorteile verschafft.

Und dabei will die Telekom unterstützen?
Richtig! Die Digitalisierung des Mittelstands steht für uns im Fokus. Wir wollen auch mehr sein als nur irgendein IT-Partner. Wir haben verstanden, was die mittelständischen Firmen brauchen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Uns geht es im Kern darum, ihr wertvolles Weltmarktführerwissen durch unsere digitale Kompetenz zu ergänzen.

Wir helfen dem Mittelstand, die nächste Stufe der Digitalisierung zu zünden.

Dirk Backofen Leiter Marketing Geschäftskunden bei Telekom

Was sind die Kernthemen für die Mittelständler rund um die Digitalisierung?
Die wichtigsten Herausforderungen für Mittelständler sind Qualität und Sicherheit made in Germany, mehr Flexibilität und Mobilität, bessere Zusammenarbeit auch unterwegs und mehr Kundennähe. Wir wollen Unternehmen beim Einstieg in die digitale Welt unterstützen und sie beraten, wie sie Prozesse schrittweise umstellen können. Kurz gesagt: Wir helfen dem Mittelstand, die nächste Stufe der Digitalisierung zu zünden. Deutschland ist ja schon Weltmeister, aber eben noch kein Digitalisierungsweltmeister. Das werden wir ändern.

Dirk Backofen

(© 2015 )
Backofen studierte Informationstechnik an der Technischen Universität Chemnitz mit Abschluss als Diplom-Ingenieur. Seit 1991 ist er bei der Deutschen Telekom in verschiedenen Leitungspositionen tätig.

Das klingt vielversprechend. Welche Rolle spielt der Aspekt -„Made in Germany“?
Eine wichtige. Denn der Mittelstand steht seit jeher für Qualität made in Germany und verkauft seine hochwertigen Produkte in der ganzen Welt. Das wollen wir unterstützen und treiben die „Digitalisierung Made in Germany“ voran. Deshalb stehen wir auch nicht für Aussagen wie „Move fast and break things“, sondern für „Erst denken, dann handeln“. Wir sind nicht Silicon Valley, sondern Schwabenländle. Wir sind mit Industriegiganten global aufgestellt, und haben zusätzlich 1300 Weltmarktführer aus der deutschen Provinz. Das alles spiegelt sich in dem wider, was wir anbieten: mehr Qualität und mehr Wachstum – eben ein Wirtschaftswunder 4.0.

Zur CeBIT 2015 haben Sie das Rüstzeug für die Digitalisierung mitgebracht?
Ja, in Hannover zeigen wir unsere neuen Digitalisierungspakete. Die sind exakt auf das zugeschnitten, was Mittelständler brauchen, und decken alle wichtigen Bereiche ab wie Netz- und IT-Infrastruktur, Anwendungen aus der Cloud, Security, Service und natürlich auch das wichtige Thema Tarife.

Können Sie uns ein oder zwei Highlights vorstellen?
Stolz sind wir zum Beispiel auf unser „Digitalisierungs-Paket IP“. Damit können Firmen problemlos in die Kommunikation der Zukunft einsteigen. Herzstück ist ein Business-Router, der Splitter, Modem, VPN-Router, WLAN und eine Telefonanlage in einem Gerät vereint. Das ist eine wirkliche Neuheit auf dem Markt.

Unsere Kunden können damit auf die IP-Technik umsteigen und bestehende Geräte weiter nutzen. Damit das Ganze rund wird, sind auch ein passender IP-Tarif und neue Endgeräte dabei. Wichtig: Alle Anschlüsse werden bis 2018 auf die neue IP-Technik umgestellt. Mit dem Digitalisierungs-Paket IP sind unsere Kunden als Erste dabei!

Ein weiteres Paket haben wir rund um das Thema Industrie 4.0 geschnürt. Denn auch Maschinen lassen sich immer stärker vernetzen: Sie melden sich, bevor ihre Teile verschleißen, und zeigen an, welches Ersatzteil sie benötigen. Auf der CeBIT zeigen wir eine Cloud-Plattform, über die Unternehmen ihre Maschinen und Geräte im Blick behalten und Daten zentral erfasst werden können.

Für Cafés und kleine Läden interessant ist auch der Plug ’n’ Play Hotspot. Damit können Betreiber ihren WLAN kostenlos mit ihren Kunden teilen. Genau mit diesen smarten Lösungen bleiben sie Spitze!