Es ist ruhig geworden um die IP-Migration der Deutschen Telekom. Doch das ist ein gutes Zeichen: „Unsere IP-Umstellung läuft auf Hochtouren und dabei auch immer reibungsloser und effizienter“, sagt Klaus Müller, Leiter Strategische Entwicklung und Transformation bei der Telekom Deutschland.

„Wir sind dabei, die IP-Technologie als Netzstandard für den deutschen Mittelstand zu etablieren.“

Klaus Müller
Leiter Strategische Entwicklung und Transformation, Telekom Deutschland

Der Blick auf die Zahlen zeigt: In den vergangenen sechs Monaten stieg die Gesamtzahl der IP-Anschlüsse auf 14 Millionen, davon zehn Prozent Geschäftskunden. „Inzwischen haben wir mehr als 43.000 Workshops durchgeführt und gemeinsam mit unseren Geschäftskunden die jeweils besten Lösungen gefunden, um Unternehmen und ihre teilweise ganz speziellen Anwendungen und Anbindungen erfolgreich auf IP umzustellen“, sagte Müller bei einem IP-Pressegespräch in München. „Wir sind dabei, die IP-Technologie als Netzstandard für den deutschen Mittelstand zu etablieren.“

IP-Umstellung als Einstieg in die Digitalisierung

Zuvor allerdings wartet noch die eine oder andere Herausforderung. „Wir müssen bei vielen Kunden nicht nur zahlreiche Filialen, sondern auch mehrsprachige Anschlüsse umstellen“, sagte Müller. „Zudem ist die aktuelle Vertragssituation zu berücksichtigen und anzupassen.“ Andererseits nutzen laut Müller viele Verantwortliche die Chance, ihr Unternehmen gleich komplett zu digitalisieren und auf diesem Weg viele Prozesse zu optimieren. Diese Strategie verfolgen offensichtlich nicht nur Bestandskunden: Mehr als 20 Prozent der Verträge mit IP-basierten Anschlüssen stammen Müller zufolge von Neukunden.

Ein Anschluss für alle Nummern

Unternehmen, die einen IP-basierten Anlagenanschluss für ihre Durchwahlnummern benötigen, bietet die Telekom den DeutschlandLAN SIP-Trunk an. „Die Kunden nehmen dieses Produkt sehr gut an“, sagte Müller. Aktuell erhalten im Schnitt 250 Kunden pro Woche diesen IP-Anschluss mit direkter Durchwahlmöglichkeit; bis Sommer sollen es 500 wöchentlich sein. Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand: Bis zu 164 Anrufe lassen sich mit dem SIP-Trunk parallel führen. „Unser Ziel ist, dass sich der Kunde den SIP-Trunk selbst einrichten kann“, sagte Müller. „Ich selbst habe es auch geschafft.“

Klaus Müller, Leiter Strategische Entwicklung und Transformation bei der Telekom Deutschland. Klaus Müller, Leiter Strategische Entwicklung und Transformation bei der Telekom Deutschland (© 2017 Telekom)

Telefonanlage aus der Cloud

Wer auf eine eigene Telefonanlage im Unternehmen verzichten möchte, kann seit Anfang April die DeutschlandLAN Cloud PBX aus dem hochsicheren Rechenzentrum der Telekom in Deutschland buchen. Das Produkt kombiniert Anschluss, Telefonie, Internet und Telefonanlage aus der Cloud mit neuester IP-Technologie. „Diese Cloud-Lösung eignet sich für kleine und große Firmen gleichermaßen“, sagte Müller. „Vor allem Betriebe mit mehreren Standorten können hier im Vergleich zum ISDN-Multiplex-Anschluss massiv Kosten sparen.“

Weitere Vorteile: Mit Cloud PBX können Unternehmen die Smartphones ihrer Mitarbeiter als Nebenstelle in der Telefonanlage anmelden. Der „Pay-as-you-use“-Ansatz gibt ihnen zudem die Freiheit, flexibel Teilnehmer hinzuzufügen oder abzumelden. Die Anschlüsse lassen sich einfach über ein Webportal administrieren. Ab August werden Kunden außerdem mehrere Filialen an diese TK-Anlage aus der Cloud anschließen können. Zum Start schnürt die Telekom ein Paket aus Cloud PBX, MagentaEINS Workplace mit Microsoft Office 365 Business Premium und einem Mobilfunkvertrag pro Arbeitsplatz inklusive Service-Hotline.

Fokus auf Geschäftskundenservice

Apropos Service: Die Telekom baut derzeit ihren Geschäftskundenservice aus und bietet neben einer 24/7-Erreichbarkeit inklusive Hotline optional persönliche Betreuung, Priorisierung von Anrufen oder auch schnelleren Austausch von Endgeräten und SIM-Karten. Ein Team von 2.300 Servicetechnikern nur für Geschäftskunden hat die Telekom dafür abgestellt. „Die Kollegen sind speziell geschult worden, um unseren Kunden bei der IP-Umstellung zu helfen“, sagte Müller. „Wir sind 2013 mit einem ambitionierten Zeitplan gestartet, sehen uns aktuell gut aufgestellt und werden unsere Ziele bis Ende 2018 alle erreichen.“

Sollte also weiter alles so ruhig laufen beim Thema IP-Migration, spricht das Telefonnetz in Deutschland ab 2019 nur noch eine Sprache: IP.