Worin unterscheiden sich Private und Hybrid Cloud?

Private Clouds bedeuten für den Kunden Exklusivität und höchste Sicherheit. Der Dienstleister betreut zum Beispiel die Server eines Unternehmens in hochsicheren Rechenzentren und stellt die Ressourcen über eine besonders geschützte Leitung bereit. Darüber hinaus kann der Kunde weitere Services mit dem Dienstleister vereinbaren. Dazu gehören etwa ein Rund-um-die-Uhr-Service oder eine besonders hohe Verfügbarkeit der IT-Ressourcen. Die hohen Sicherheitsstandards und die Exklusivität haben natürlich ihren Preis. Schließlich sind sie ja für den Dienstleister auch mit mehr Aufwand verbunden. Bei der Hybrid Cloud handelt es sich um eine Mischung aus Private und Public Cloud. Das heißt: der Kunde bezieht einen Teil der Leistungen aus der Private Cloud und den anderen aus der Public Cloud, bei der die Daten über das öffentliche Internet übertragen werden. Dabei entscheidet er selbst, welche Daten und Anwendungen in die jeweilige Cloud wandern. Insbesondere der Mittelstand profitiert von den Vorteilen der Hybrid Cloud. Denn damit können die Firmen höchste Sicherheitsansprüche mit geringeren Kosten kombinieren. Welches Cloud-Modell geeignet ist, hängt aber letztlich immer von Ihren Anforderungen ab.

André D., GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH, Gelsenkirchen, fragt:
Cloud, Social Media und Co. – tolle Entwicklungen. Aber was ist mit dem Datenschutz? Sind wir wirklich sicher?

Bevor ein Unternehmen ein Profil auf Facebook & Co. einstellt, sollte es prüfen, ob die eigenen Datenschutzrichtlinien und -gesetze auch vom Anbieter eingehalten werden. Dazu zählt auch die Frage, wer die Rechte an Bildern, Texten und Informationen erhält – die Firma selbst oder der Anbieter. Beim Cloud Computing will der Kunde auch wissen, was mit seinen Daten passiert. Verständlich, schließlich vertraut er einem Dienstleister unter Umständen sensible Informationen an. Beim Cloud Computing kommt ein Auftragsdatenverhältnis zustande, bei dem der Auftraggeber seine Daten zwar weitergibt, gleichzeitig aber Herr seiner Daten bleibt. Der Dienstleister unterliegt – wenn er personenbezogene Daten wie etwa Kundeninformationen verarbeitet – dem Bundesdatenschutzgesetz. Er sollte zudem offen legen, an welchen Standorten er die Daten verarbeitet. Es sollte auch transparent sein, wie Anbieter ihre Standorte absichern und welche Schutzmaßnahmen er insgesamt für den sicheren Betrieb seiner Rechenzentren ergreift. In der Regel gilt: Die Daten sind bei einem professionellen Dienstleister viel besser aufgehoben als im eigenen Unternehmen. Die Systeme werden zum Beispiel rund um die Uhr überwacht und sind durch spezielle Maßnahmen vor Diebstahl, Manipulation oder Brandschäden geschützt.

Ingrid S-L., Bonn, fragt:
Die Anschaffung einer IT-Komplettlösung ist für mich als Kleinstunternehmer finanziell momentan noch nicht möglich. Gibt es die Möglichkeit, einzelne Software zu kaufen und nach und nach aufzurüsten?

Ja, zum Beispiel, indem Sie Software aus der Cloud beziehen. Bei diesem so genannten Software as a Service-Modell müssen Sie weder Hardware anschaffen noch in teure Lizenzen investieren. Die Anwendungen müssen auch nicht auf Ihrem Rechner installiert werden. Stattdessen greifen Sie über das Internet darauf zu. Die Daten selbst liegen sicher auf Servern eines Dienstleisters. Er kümmert sich auch um Einrichtung und Updates. Gleichzeitig arbeiten Sie dank der Cloud deutlich flexibler. Denn die gebuchten Services können Sie ganz nach Bedarf aufstocken und auch wieder reduzieren. Abgerechnet wird bei den Cloud-Services zum Beispiel nach Verbrauch oder pro Nutzer. So behalten Sie die Kosten im Blick. Neben Software können Sie natürlich auch Server- und Rechenkapazitäten oder sogar die ganze Telefonanlage aus der Cloud beziehen.

André T., Berlin, fragt:
Was ist denn jetzt das eigentlich „Innovative“ an der Cloud?

E-Mails über eine Webseite abrufen, Fotos im Netz speichern, Musik streamen – das kennen Sie bestimmt. Und genau das bedeutet Cloud Computing. Es ist kein neues Produkt und keine IT-Lösung, sondern eine neue und moderne Art, Informationstechnologie zu nutzen. Die Cloud bietet mehr Flexibilität, denn die gebuchten Ressourcen lassen sich Ihrem Bedarf anpassen. Gleichzeitig sind die Daten und Anwendungen überall und auf jedem Endgerät mit Internetanschluss verfügbar. Mitarbeiter haben so die Möglichkeit, egal wo sie sind, auf ihre Daten zuzugreifen. Gleichzeitig macht die Cloud es möglich, sich mit Ihren Kunden noch besser und einfacher auszutauschen. Zum Beispiel, indem Sie Dokumente online ablegen und gemeinsam bearbeiten. Oder Sie laden Ihre Kunden zu einer virtuellen Konferenz ein. So werden Treffen von Angesicht zu Angesicht möglich, obwohl sich die Teilnehmer hunderte Kilometer voneinander entfernt befinden.

Stefan M., Hannover, fragt:
Wir steigen nun auch in die Cloud ein. Daher würde ich meine Mitarbeiter gerne zum Thema Datenschutz und -sicherheit schulen lassen. Wo und wie kann ich das tun?

In der Regel übernimmt das der Dienstleister. Zusätzlich empfiehlt es sich, eine Art Verhaltenscodex im Unternehmen zu etablieren, um Ihre Mitarbeiter für das Thema Datenschutz- und -sicherheit zu sensibilisieren. Darin sollte zum Beispiel festgelegt sein, ob die Mitarbeiter eigene Geräte wie Smartphones oder USB-Sticks bei der Arbeit nutzen dürfen, wo, wie und wie oft Daten gespeichert werden sollen oder wer welche Zugriffsrechte auf bestimmte Daten und Anwendungen hat.

Schicken Sie uns Ihre ganz persönliche Frage rund um das Thema Digitalisierung - unsere Experten liefern Antworten, garantiert ohne "Fachchinesisch": info@antriebmittelstand.de