Immer mehr Firmen gehen in die Cloud. Daten, Rechenleistung, Mails, selbst Programme wie Microsoft Office oder Sicherheitssysteme kommen heute aus der Cloud und versorgen Unternehmen mit genau der IT, die sie benötigen. Statt in eigene Server, Software oder Speicher zu investieren, nutzen kleine ebenso wie große Firmen die Technik der Wolke, um ihre Geschäfte am Laufen zu halten.

Doch irgendwo müssen die Daten und die Techniken dahinter herkommen – in Biere bekommt die Cloud ein Gesicht. Hier werden Server von Firmen gehostet, hier beziehen Unternehmen ihre Power für ihren Online-Shop, hier entsteht das Herz für die gesamte Technik, die zahlreiche Unternehmen bei der Telekom gebucht haben.

Telekom-Tochter eröffnet Cloud-Rechenzentrum Anderthalb Jahre hat T-Systems in Biere gebaut, bis das neue Rechenzentrum an den Start gehen konnte. Bei der Einweihung am 3. Juli war jedoch der größte Teil des 60.000 Quadratmeter großen Campus noch unbebaut. Erst nach und nach soll hier das größte Rechenzentrum Deutschlands entstehen. (© 2015 Deutsche Telekom AG)

Das Rechenzentrum in Biere hat gleich mehrere Superlative vorzuweisen: In seiner letzten Ausbaustufe gilt es als größtes Rechenzentrum Deutschlands. Zum Start zählt der Komplex 5.400 Quadratmeter Fläche, die rund 30.000 Server beherbergen. Geplant ist, den Campus nach und nach auf etwa 40.000 Quadratmeter zu erweitern. Auch die Zahl der Server wird dementsprechend wachsen.

Rechenzentrum Biere: vorbildhafte Energiebilanz

Zudem gilt Biere als Vorbild in Sachen Umweltbewusstsein: Das Rechenzentrum kann eine makellose Energieeffizienz aufweisen, es verbraucht satte 30 Prozent weniger Energie als vergleichbare Rechenzentren, gleichzeitig sinkt damit der CO2-Ausstoß deutlich. Allein die Kühlsysteme drosseln den Strombedarf auf ein Niveau, das der Telekom-Tochter die höchste Auszeichnung der internationalen LEED-Zertifizierung (Leadership in Energy and Environmental Design) eingebracht hat: Das Zertifikat in Gold. Weltweit wurden nur zehn Rechenzentren mit Gold ausgezeichnet.

Telekom-Tochter eröffnet Cloud-Rechenzentrum Das Modell von Biere lässt ahnen, dass dort einst mächtig viel IT unterkommt. Damit nicht genug: In Magdeburg steht noch ein Rechnentrum der Telekom-Tochter, das mit Biere zusammengeschaltet ist. Die beiden sind gespiegelt, arbeiten als so genannte TwinCores. (© 2015 Deutsche Telekom AG)

Neue Technik sorgt zudem für hohe Sicherheit, sowohl von außen, als auch virtuell. "Wir investieren am Standort Deutschland, weil der hiesige Datenschutz einen hohen Wert hat. Unsere internationalen Kunden bekommen ein 'High-Tech Fort Knox' von einem Cloud-Anbieter, dem sie besonders vertrauen. IT der Marke 'Made in Germany' ist gefragt", sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges zur Eröffnung am vergangenen Donnerstag.

In Deutschland hat die Sicherheit der Daten einen hohen Stellenwert.

Timotheus Höttges

Telekom-Chef

Der Bedarf nach sicherer Technik nicht nur aus Deutschland, sondern auch mit Standort hierzulande wächst. Kein Wunder: Deutschland zählt zu den sichersten Bertreiberländern, in denen IT gehostet wird, kaum in einem anderen Land wird in der Gesetzgebung so viel Wert auf die Sicherheit der Daten gelegt.

Mit einem Trick sichert T-Systems die neue IT-Heimat vieler Firmen zusätzlich ab: Unweit von Biere, im nahe gelegenen Magdeburg, betreibt die Telekom-Tochter ein nahezu gleiches Rechenzentrum, das mit Biere zusammengeschaltet ist. Die beiden bilden ein so genanntes TwinCore, ein Zwillingspaar. Sollte ein Rechenzentrum ausfallen, springt sofort der Bruder ein, denn die beiden spiegeln sich wider. Das TwinCore-System sorgt so garantiert für einen reibungslosen Betrieb.

In Biere werden Managed IT-Services untergebracht

Unternehmen profitieren von dem Neubau auf der grünen Wiese gleich mehrfach. Denn in Biere sind unterschiedliche Cloud-Plattformen unter einem Dach gebündelt, die Wege sind kurz, die Netze schnell. Das macht den Standort besonders für Angebote wie Managed IT-Services attraktiv, die in Biere künftig gehostet werden. Damit können sich Unternehmen ihren gesamten Bedarf an Technik bereitstellen und betreiben lassen, inklusive Rechenleistung, Speicher oder die Sicherung mobiler Geräte.

Telekom-Tochter eröffnet Cloud-Rechenzentrum Außen blumig, innen streng strukturiert: Das Rechenzentrum in Biere verzichtet auf Schnörkel und konzentriert sich auf das, was wichtig ist – das Innenleben. Dort finden Big Data, Managed IT-Services und die IT unzähliger Firmen eine Heimat. (© 2015 Deutsche Telekom AG)

Biere ist erst der Anfang: Bis im Jahr 2018 wird T-Systems seine Rechenzentren konsolidieren und seine IT-Produktion auf elf internationale Standorte reduzieren. Drehkreuz der weltumspannenden Infrastruktur bildet dann das Paar Biere/Magdeburg. Die neue Technik, die Sicherheitslösungen und die modernen Systeme berücksichtigen bereits die Nachfrage von morgen: Industrie 4.0, das Internet der Dinge oder das große Big-Data können kommen. Biere rechnet mit allem.

 

Rechenzentrum Biere in Zahlen

  • 18 Monate Bauzeit
  • 155.000 bewegte Erdmasse
  • 34.000 Tonnen Beton und Stahl
  • 100 km Kabellänge
  • 60.000 Quadratmeter Campusfläche
  • 3,4 km Lüftungsfläche und
  • Platz für 30.000 Server