Virtual Private Network (VPN): Die Technik kurz erläutert

Auf dem Arbeitsweg, auf Geschäftsreise, während einer Kundenpräsentation oder im Home Office – es gibt viele Situationen, in denen Sie oder Ihre Mitarbeiter auf das Firmennetzwerk zugreifen müssen. Und dank moderner Technik ist das keine große Sache mehr.  Denn über das Internet ist der Zugang zu Ihren Daten jederzeit und von überall möglich. Aber nicht uneingeschränkt ratsam.

Weil eine ungesicherte Verbindung zum Firmennetzwerk ein immenses Risiko für Ihre Datensicherheit ist. Durch unbedachtes Vorgehen öffnen Sie virtuellen Langfingern nämlich Tür und Tor. Doch dagegen ist ein Kraut gewachsen: eine Verbindung zum Firmennetz über VPN, also über ein Virtual Private Network.

Denn nutzen Sie und Ihre Mitarbeiter eine VPN-Verbindung, haben Sie Zugriff auf das Firmennetzwerk. Genauso als säßen Sie am eigenen Arbeitsplatz. Zugänglich sind beispielsweise ...

  • Webseiten, die für gewöhnlich nur innerhalb des Unternehmens geöffnet werden können,
  • alle Netzlaufwerke sowie
  • das E-Mail Postfach und die darin enthaltenen Dokumente.

Wie das funktioniert? Im VPN-Betrieb loggen Sie sich mit Ihrem Endgerät in das Netzwerk eines Remote-Servers ein.
Im Anschluss sind Sie nur über die IP-Adresse dieses Servers erreichbar. Die VPN-Verbindung gaukelt dem Firmennetzwerk also im Grunde genommen vor, dass Ihr Gerät Teil des Netzwerks ist, auch wenn das physisch gar nicht der Fall ist. Abhängig vom verwendeten VPN-Protokoll wird dabei in aller Regel aber eine abhör- und manipulationssichere Verbindung aufgebaut.

Sicheres Smartphone auf Android-Basis: Updaten und Rooten notwendig

Von solch einer sicheren Verbindung können Sie nicht nur auf PC und Laptop profitieren. Auch ein Smartphone oder Tablet auf Android-Basis lässt sich per VPN einbinden. Dabei sollten Sie zwei Dinge im Vorfeld berücksichtigen: Ihr Smartphone oder Tablet sollte ...

  • mindestens mit Android 4 oder besser noch mit Android 5 laufen und
  • unter Umständen gerootet sein, wenn Sie die Verbindung nicht über den vorinstallierten VPN-Client herstellen möchten.

Ein Update auf neue Android-Versionen ist für ein sicheres Smartphone wichtig, weil bei älteren Versionen des Betriebssystems lediglich ungeschützte Verbindungen auf beispielsweise OpenVPN-Basis möglich sind. Ab der vierten Android-Version stehen Ihnen dagegen wesentlich mehr Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Das Rooten Ihres Android-Smartphones ist dagegen nur dann notwendig, wenn Sie auf VPN-Apps zurückgreifen, die mehr als die Standardrechte eines einfachen Benutzers benötigen. Wir empfehlen Ihnen aber zunächst die Einrichtung über den vorinstallierten VPN-Client, da dieser ...

  • mit vielen VPN-Servern kompatibel ist,
  • keine Root-Rechte benötigt und
  • einfach einzurichten und zu bedienen ist.

So richten Sie den VPN-Client für ein sicheres Smartphone ein

Die VPN-Einrichtung finden Sie auf Ihrem Smartphone ab der vierten Android-Version in den Einstellungen unter ...

  • Netzwerkverbindungen und dann
  • Weitere Einstellungen.

Dort wählen Sie die Option VPN hinzufügen beziehungsweise das Plus-Zeichen in der rechten oberen Ecke des Displays. Haben Sie ein Smartphone, auf dem bereits Android 5 installiert ist, muss in den Einstellungen außerdem die PIN-Abfrage beziehungsweise eine andere Form der Geräteabsicherung – wie zum Beispiel das Entsperren per Fingerabdruck – aktiviert sein.

Im nächsten Fenster haben Sie dann die Qual der Wahl und müssen sich für ein VPN-Protokoll für Ihr sicheres Smartphone entscheiden. Zur Verfügung stehen ...

Am einfachsten einzurichten und mit so gut wie jedem VPN-Server kompatibel ist das Point to Point Tunnel Protocol (PPTP). Die Verschlüsselung dieses VPN-Protokolls basiert auf dem Kennwort. Dabei gilt: Je komplexer das Kennwort, desto sicherer die Verbindung. Haben Sie sich für dieses Protokoll entschieden, ...

  • wählen Sie im Eingabefenster einen beliebigen Namen aus,
  • geben die IP-Adresse oder den DNS-Namen Ihres VPN-Servers ein und
  • registrieren sich mit den dazugehörigen Anmeldedaten.

Sind Sie bezüglich dieser Angaben, der IP-Adresse oder des DNS-Namens Ihres VPN-Servers unsicher, wenden Sie sich an Ihren Systemadministrator. Im Zweifel haben Sie im Vorfeld aber selbst den VPN-Server konfiguriert. Anbieter, bei denen Sie einen VPN-Server einrichten können, haben wir Ihnen bei mDM schon vorgestellt.

Weiterführende Links:

  • Wie Sie mittels VPN für ein sicheres Smartphone sorgen, thematisiert auch der "Tecchannel".
  • Ein Praxisbeispiel zur Einrichtung einer VPN-Verbindung über die Fritz!Box liefert "Chip" in einer Bildergallerie.