Wer kennt das nicht: Nach einem langen Flug steht man vor dem Gepäckband und wartet auf seinen Koffer – manchmal allerdings vergebens. Laut dem Baggage Report von der auf auf Luftfahrtdaten spezialisierten Organisation SITA wurden 2012 weltweit mehr als 26 Millionen Gepäckstücke an Flughäfen fehlgeleitet, rund vier Prozent gingen Passagieren verloren oder wurden gestohlen. Das Projekt "Bag2Go" von der Telekom-Tochter T-Systems, Airbus und RIMOWA will den Koffer deshalb intelligent machen. So behalten Reisende immer im Blick, wo sich ihr Gepäckstück gerade befindet. Flugesellschaften senken ihre Kosten für Gepäckverluste und Gepäckabfertigung, und sie beladen ihre Flugzeuge ökonomischer und verringern den Kraftstoffverbrauch, da sie mit Bag2Go genau wissen, wie viel jeder Koffer wiegt und so den Verbrauch genauer berrechnen können.

Identifizierung per Barcode

Wie funktioniert Bag2Go? Der Koffer ist mit einem Funkmodul inklusive Software zur Speicherung und Verarbeitung von Daten sowie einem Display ausgestattet. Über eine App gibt der Kofferbesitzer alle relevanten Reisedaten wie seinen Namen, den Reiseverlauf sowie das Gewicht des Koffers ein und leitet sie automatisch an die Fluggesellschaft weiter. Aus den gesammelten Daten erstellt eine Software dann einen verschlüsselten Barcode und sendet ihn auf das Display des intelligenten Koffers. Damit lässt sich das Gepäckstück sicher identifizieren.

Wenn der Koffer allein auf Reisen geht Über eine App kann der Kofferbesitzer die Reisedaten an das Funkmodul des Koffers schicken. Aus den Daten erstellt die Software dann einen verschlüsselten Barcode sendet ihn auf das Display des intelligenten Koffers. Damit lässt sich das Gepäckstück sicher identifizieren. (© 2015 Deutsche Telekom AG)

Unabhängig vom Fluggast geht der Koffer so zielsicher auf Reisen – selbst, wenn der Flugplan sich mal kurzfristig ändert oder der Anschlussflug verspätet ist. Dank Funkmodul und App können Kofferbesitzer sowie Fluggesellschaft jederzeit feststellen, wo sich der Koffer gerade befindet – außer während des Flugs. Reisende können stressfrei ihren Flug antreten und müssen nicht mehr am Kofferband auf ihr Gepäckstück warten. Der Koffer weiß selbst, wohin er muss, und wird von Kurieren direkt zum Zielort transportiert. Denkbar ist auch der Service, dass der Dienstleiter das Gepäck direkt beim Kunden abholt, oder dass Kunden den intelligenten Koffer mieten.

Wenn der Koffer allein auf Reisen geht Auf der CeBIT wurde der intelligente Koffer der Öffentlichkeit vorgestellt. Entwickelt wurde der Bag2Go industrieübergreifend von T-Systems, Airbus und RIMOWA. (© 2015 Deutsche Telekom AG)

Expertise aus drei Industrien

Der Vorteil des Gemeinschaftsprojekts: Jeder Partner bringt Wissen aus seiner Branche in die Entwicklung von Bag2Go ein. Die Telekom entwickelt die Informations- und Telekommunikationslösung und betreibt die Applikationen in eigenen Rechenzentren. RIMOWA bringt sein Know-how als Reisegepäckhersteller ein, und Airbus seine Erfahrung aus 40 Jahren Flugzeugbau. Gemeinsam wollen die Partner weitere Flughafen- und Mobilitäts-Lösungen entwickeln. So lassen sich mit dem Bag2Go-Ansatz Ersatzteile befördern oder empfindliche Waren transportieren, für die eine genaue Zeitplanung entscheidend sind.