Bei den Personal-Profis von Tempton findet jeder Topf seinen Deckel. Damit sind keine heiratswilligen Paare gemeint: Der bundesweit aufgestellte Personaldienstleister sorgt dafür, dass Facharbeiter, Ingenieure, medizinisches Fachpersonal oder Kaufleute neue Jobs bekommen – egal ob befristet oder fest.

Rund 20 000 Unternehmen, mit Fokus auf dem Mittelstand, aber auch namhafte Großunternehmen stehen auf der Kundenliste  von Tempton. Und damit der Weg für Bewerber und Unternehmen nicht weit ist, ist Tempton in fast allen Regionen vetreten, mittlerweile an über 80 Standorten in Deutschland.

Die Firmengruppe ist zwar dezentral organisiert, besitzt aber das Know-how eines Großunternehmens. Über 650 Mitarbeiter aus ehemals vier Firmen erledigen die anspruchsvolle Jobvermittlung. Tempton entstand 2007 aus dem Zusammenschluss mehrerer regionaler Personaldienstleister.

Jeder Standort unterhält eigene Server

Die starke regionale Verankerung kommt gut an bei Kunden und Bewerbern. Andererseits kämpft vor allem die IT-Abteilung mit den Herausforderungen einer dezentralen Struktur. Jeder Standort arbeitet mit unterschiedlichen Servern und Rechnern und viele Kollegen setzen eigene Anwendungen ein. Bei den vielen Insel-Lösungen bleibt auch häufig die Vernetzung der Standorte auf der Strecke; die Daten sind nicht immer aktuell und für jeden Kollegen abrufbar. Ein Problem, denn jeder Mitarbeiter sollte schließlich zentral auf dieselben Informationen zugreifen können.

Parallel dazu stieg bei Tempton, ähnlich wie bei vielen anderen Mittelständlern, das Datenvolumen rasant. Stets musste Tempton neue Server anschaffen, genauer gesagt: Tempton hätte einen sechsstelligen Betrag in Hardware investieren müssen. „Das war uns zu teuer. Eine andere Lösung musste her,“ erzählt IT-Leiter Frank Gottwald.

Wo unsere Server zu Hause sind An rund 20.000 Unternehmen vermittelt der Personaldienstleister Tempton neue Mitarbeiter. Dafür ist das Unternehmen an 80 Standorten präsent. (© 2015 Eric Remann)

Tempton machte kurzerhand Nägel mit Köpfen und entschied sich, sämtliche Server in die Private Cloud zu verlagern. „Der Betrieb der Systeme ist nicht unsere Kernkompetenz“, erläutert Gottwald die Entscheidung. „Wir betreuen lieber unsere Geschäftsanwendungen, mit denen die Kollegen täglich arbeiten“, sagt er.
Hinzu kam das Thema Datensicherheit: Zunächst sollten die 80 Filialen mit einem neuen Netz auf Basis der MPLS-Technik (Multiprotocol-Label-Switching) verbunden werden. In der Essener Firmenzentrale gab es aber keine Möglichkeit, die MPLS-Leitungen doppelt zu legen und die Daten zur Sicherheit auf ein zweites System zu spiegeln.

Die Daten sollten in deutschen Rechenzentren liegen

Viele heikle Probleme für einen Mittelständler, und schwierig, sie allein zu lösen. Also machten sich die beiden Tempton-Chefs Klaus Eierhoff und Uwe Klärner auf die Suche nach einem IT-Dienstleister, der gleich mehrere Kriterien erfüllen sollte: „Wir wollten mit einem namhaften Partner zusammenarbeiten, der über langjährige Erfahrung in Sachen Cloud Computing verfügt“, sagt Gottwald. „Außerdem sollten unsere Daten in deutschen, zertifizierten Rechenzentren gehostet sein. Der Anbieter sollte auf unsere individuellen Wünsche eingehen können.“

Tempton entschied sich für das Angebot „Managed Dynamic Infrastructure“ aus dem Managed IT-Services-Portfolio der Telekom. Dahinter verbergen sich leistungsstarke Server-Kapazitäten aus der Private Cloud, auf die der Personaldienstleister über das Internet zugreift. So betreibt Tempton inzwischen rund 48 Server in der Cloud. „Auf den Systemen sind unsere wichtigsten Anwendungen installiert wie das ERP-System, eine CRM-Anwendung, unsere Buchhaltungssoftware, das E-Mail-System und ein Management-Informations-System“, zählt IT-Leiter Gottwald auf.

Um die Server kümmern sich IT-Profis der Telekom. Das Team von Frank Gottwald kann sich auf die Anwendungen konzentrieren. Bei Fragen stehen jederzeit Ansprechpartner rund um die Uhr zur Verfügung. Auch dieser Aspekt war Tempton sehr wichtig.

Nur das E-Mail-System wird ebenfalls von den Telekom-Spezialisten betreut. Und sie kümmern sich um den zentralen öffentlichen Internetzugang von Tempton. Gehen die Mitarbeiter ins Web, wird der Datenverkehr im Rechenzentrum rund um die Uhr auf Viren, Würmer und Schadsoftware geprüft.

48 Server mussten in die Cloud umziehen

Was IT-Chef Gottwald jedoch besonders schätzt, ist die Flexibilität, die Tempton mit der neuen Lösung hat. „Wenn wir kurzfristig neue Server benötigen, sind die schnell verfügbar und wir können jedes System individuell konfigurieren.“ Größe des Arbeitsspeichers, Menge an Speicherplatz, ein oder zwei Kerne – alles kein Problem. Sind die Systeme einmal installiert, kann Tempton alles selbst verwalten. Über eine integrierte Management-Konsole sieht Frank Gottwald zum Beispiel, wie weit die jeweiligen Server ausgelastet sind. So kann er jederzeit Anpassungen schnell vornehmen.

Mit 48 Servern in die Private Cloud umzuziehen, das ist kein Pappenstiel. Ohne einen zentralen Projektleiter bei der Telekom wäre das Mammut-Projekt wohl nicht rundgelaufen. „Wir sind nicht gleich mit allen Systemen sofort umgezogen, sondern Stück für Stück“, erzählt Gottwald. Zunächst hat die Telekom einen Muster-Server konfiguriert, der dann gewissermaßen „geklont“ wurde. Neue Systeme ließen sich so besonders schnell und einfach eingerichten.
Die Migration selbst lief über drei Monate und vieles fand am Wochenende statt, um den Geschäftsalltag nicht zu stören. Über eine 50 Mbit/s schnelle CompanyConnect-Leitung wurden die Daten in ihr neues Zuhause hochgeladen.

Der beste virtuelle Server nützt übrigens herzlich wenig, wenn die Mitarbeiter nicht darauf zugreifen können. Deshalb erneuerte Tempton gleich auch das Firmennetz: Ein MPLS-Netz, die Telekom-Lösung IntraSelect, verbindet jetzt alle 80 Firmenstandorte miteinander. „Wir erhalten so die wichtigsten Leistungen aus einer Hand“, erklärt Gottwald.

Anwendungen wie das ERP-System oder auch Mails werden bevorzugt durchs Netz geschleust. Und wenn die Leitung doch mal stockt, informiert die Telekom Tempton noch bevor sie die Störung überhaupt bemerkt haben und behebt sie innerhalb von zwei Stunden. So geht Outsourcing heute.

Wo unsere Server zu Hause sind IT-Chef Frank Gottwald steuerte die Verlagerung der Server in die Cloud. (© 2015 Eric Remann)

Wenn wir neue Server benötigen, sind die kurzfristig verfügbar und wir können jedes System individuell konfigurieren.

Frank GottwaldIT-Chef bei Tempton

Interview mit IT-Chef Frank Gottwald zur Cloud-Lösung

Frank Gottwald, IT-Leiter beim Personaldienstleister Tempton erklärt, worauf es aus seiner Sicht bei einem IT-Outsourcingprojekt ankommt.

Herr Gottwald, was sollte ein Unternehmen bei der Frage Cloud ja oder nein beachten?
Jeder sollte sich die Fragen stellen, mit welchem Aufwand er die Sicherheit seiner Daten überhaupt noch selbst garantieren kann. Gibt es einen speziellen Serverraum? Sind die Systeme darin ausreichend gekühlt? Habe ich spezielles Personal, das sich darum kümmern kann? Und kann ich die Daten doppelt speichern? Mittelständler sollten diese Fragen klar beantworten können, bevor sie eine Entscheidung treffen.


Managed Dynamic Infrastructure

Mit dem Dienst „Managed Dynamic Infrastructure“ beziehen Mittelständler Serverkapazitäten aus der Private Cloud. Damit können sie Lastspitzen abfangen oder schnell neue Anwendungen für ihre Mitarbeiter bereitstellen. Die Systeme sind hochverfügbar und die Telekom hostet sie in Rechenzentren in Deutschland. Vorteile für Unternehmen: Sicherheit, Flexibilität und maß-geschneiderte Service Levels.

Verschafft Firmen die Cloud mehr Flexibilität?
Eindeutig ja! Nehmen Sie an, die Geschäftsführung will für alle Mitarbeiter eine neue Anwendung einführen. Wenn man das selbst macht, kommen eine Menge Aufgaben auf die Kollegen zu. Sie müssen die Hardware, auf der die Software läuft, nicht nur kaufen, sondern auch konfigurieren, sie ans Laufen kriegen und sie eben auch am Laufen halten. Das alles vernünftig zu stemmen, sollten Firmen nicht unterschätzen.

Inwiefern kann hier professioneller IT-Dienstleister unterstützen?

Ganz einfach: er hat die erforderlichen Kernkompetenzen, weil er den ganzen Tag nichts anderes macht. Außerdem kann er viel besser die Sicherheit der Daten gewährleisten als man selbst. Wie lange dauert es manchmal schon bis auf allen Servern die neuesten Sicherheits-Updates drauf gespielt sind? Wie sind unter anderem aus deisem Grund in die Cloud gegangen.

 

Managed Dynamic Infrastructure bei Tempton

Stand vorher // Der mittelständische Personaldienstleister Tempton wollte die IT seiner 80 Standorte zusammenfassen. Statt neue Systeme zu kaufen und sie selbst zu betreuen, suchten die Personal-Profis nach einem Partner, der die Server im Rechenzentrum betreibt und die darauf gespeicherten Anwendungen über das Internet bereitstellt.

Stand nachher // Tempton bezieht mit „Managed Dynamic Infrastructure“ hochverfügbare Server-Kapazitäten aus der Private Cloud. Die Systeme stehen in deutschen Rechenzentren. Auf ihnen sind Anwendungen wie das ERP- oder E-Mail-System installiert.

Ergebnis // Tempton konnte seine IT-Kosten deutlich reduzieren und sich klar auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Werden neue Server-Kapazitäten nötig, bucht Tempton die Ressourcen flexibel nach Bedarf hinzu. Alles lässt sich weiterhin individuell konfigurieren und rund um die Uhr steuern.