Google Glass wurde weiterentwickelt

Bei Privatanwendern floppte die Augmented-Reality-Brille Google Glass. Dafür soll sie jetzt als „Enterprise Edition“ ein hilfreiches Tool für Unternehmen werden. Denkbar seien Einsätze im medizinischen Bereich, in der Logistikbranche, im Marketing oder der Industrie, teilte Hersteller Alphabet bei der Präsentation über sein Tochterunternehmen X mit.

Die Datenbrille habe über einen Zeitraum von zwei Jahren in diversen Unternehmen Tests durchlaufen und sei dabei ständig weiterentwickelt worden: Der Prozessor in der neuen Version von Google Glass sorgt für mehr Tempo, die Internet-Anbindung wurde verbessert, die Kamera hat statt fünf nun acht Megapixel und der Akku soll ebenfalls länger halten.

Vertrieb der Datenbrille über Software-Partner

Während der Arbeit getragen, soll die „Enterprise Edition“ helfen, Zeit zu sparen: Benötigte Informationen können direkt auf die Brille projiziert werden und müssen nicht mehr in einem separaten Arbeitsschritt abgerufen werden. Die neue Google-Glass-Version könne auch mit Sicherheitsbrillen kombiniert werden. Der US-amerikanische Agrarmaschinenbauer AGCO sowie der Paketdienst DHL wollen offenbar größere Mengen der Datenbrille abnehmen.

Vertrieben wird die Enterprise Edition der Datenbrille nicht von Googles Schwesterunternehmen X direkt, sondern über ein weltweites Netz von Software-Partnern. Diese Partnerunternehmen, darunter auch die deutsche Firma Ubimax, bieten branchenspezifische Softwarelösungen auf Basis der Brille an.

Das ursprüngliche Modell hatte Google im Sommer 2012 vorgestellt, noch mit Fokus auf dem Consumer-Markt. Schlagzeilen machte Google Glass damals vor allem aufgrund von Bedenken bezüglich der Privatsphäre unbeteiligter Dritter, die mit der Datenbrille heimlich gefilmt oder fotografiert werden konnten. Etwa ein Jahr nach dem Verkaufsstart im Jahr 2014 verschwand die Brille wieder aus den Läden.