Mit fast 13.000 Kilometern besitzt Deutschland das viertlängste Autobahnnetz der Welt. Doch Länge ist nicht alles: Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen sind aktuell mehr als zehn Prozent der Strecke als Baustelleausgewiesen. Auch in Städten sind Absperrungen, Umleitungen und gelb blinkende Baustellenleuchten an der Tagesordnung.

Damit der Verkehr dennoch fließen kann, sorgen Spezialisten der Firma B.A.S. aus Hannover für eine professionelle Absicherung und Umleitung des Verkehrs. „Baustellen-Absperrservice“, kurz B.A.S, taufte Gründer Werner Sporleder 1976 sein Unternehmen. Der Betriebshof in Hemmingen ist einer von 22 bundesweit. Hier lagern Baustellenampeln, Schilder, Zäune, Warnlampen und Pylonen, die bei Baustellen auf der Autobahn und auf Land gebraucht werden. Das Team mit rund 450 Mitarbeitern steht mit seinem 24-Stunden-Service bereit, auch bei schweren Unfällen auf Autobahnen schnell und kompetent für die Sicherheit an der Unfallstelle zu sorgen.

Das innovative und vernetzte Verkehrsleitsystem ILIAS misst mit Sensoren, die in Nähe der Fahrbahnschilder angebracht sind, den Verkehrsfluss. Das innovative und vernetzte Verkehrsleitsystem ILIAS misst mit Sensoren, die in Nähe der Fahrbahnschilder angebracht sind, den Verkehrsfluss. (© 2015 B.A.S.)

Kommunikation über Mobilfunk

Jetzt haben die Baustellenprofis ein innovatives und vernetztes Verkehrsleitsystem namens ILIAS entwickelt. Mehrere Meter über der Autobahn, zum Beispiel in der Nähe der Fahrbahnschilder, befinden sich Sensoren, die den Verkehrsfluss messen und alle Daten direkt in ein Rechenzentrum weiterleiten. Dort verarbeitet das Verkehrsmanagementsystem die eingehenden Informationen: Gerät der Verkehrsfluss ins Stocken, erkennt das System das und schaltet automatisch eine LED-Tafel ein, die am vorherigen Autobahnkreuz steht. Damit werden Autofahrer aufgefordert, die nächste Ausfahrt zu nehmen, um den Stau zu umfahren.

Der Prozess läuft autonom und automatisiert, wobei die Verkehrsdaten per Mobilfunk gesendet werden. Dazu hat B.A.S. seine Sensoren und LED-Verkehrstafeln mit SIM-Karten der Telekom ausgestattet. „Alle Komponenten kommunizieren per Funk über ILIAS, erklärt Ralph Goerres, Vorstandsmitglied bei B.A.S. „Wir haben die innovative Technik gemeinsam mit einem Aachener Unternehmen entwickelt“, erzählt Goerres.

"Unsere Leitstelle überwacht ILIAS 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr."

Ralph Goerres
B.A.S.-Vorstand

Kommt es irgendwo zu einem Unfall oder einer vorrübergehenden Sperrung, können Mitarbeiter das System auch manuell steuern. Das geht deutlich schneller als statische Schilder zum Unfallort zu bringen. Da die ILIAS-Anwendung webbasiert ist, können B.A.S.-Mitarbeiter auch von unterwegs über Mobilgeräte darauf zugreifen.

Werden die LED-Schilder der B.A.S. gerade nicht gebraucht, werden sie eingelagert. Etwa im "LED-Winterquartier" der B.A.S. in Südbayern. Werden die LED-Schilder der B.A.S. gerade nicht gebraucht, werden sie eingelagert. Etwa im "LED-Winterquartier" der B.A.S. in Südbayern. (© 2015 B.A.S.)

Server und Leitungen stets sicher und verfügbar

Damit das Gesamtsystem reibungslos läuft, sind besondere Anforderungen nötig: „Neben einer möglichst guten Netzabdeckung mussten die Leitungen hochverfügbar sein und alle Daten verschlüsselt übertragen werden. Das konnte die Telekom im Gesamtpaket anbieten“, sagt Oliver Pilch, Vertriebsmitarbeiter der Telekom. Er hat die Lösung mit IT-Fachmann Jörg Becker und Mobilfunk-Experte Marc-Andree Bölter entwickelt und umgesetzt.

Ins Rechenzentrum der Telekom hat B.A.S. neben ILIAS sogar das Back-Up- und das gesamte Warenwirtschaftssystem ausgelagert. „Kommt es zu einem Server-Ausfall, behebt das Service-Team die Störung sofort“, betont Becker. Das kommt vor allem der B.A.S. zu Gute: „Wir müssten eine drei Mal so große IT-Abteilung haben, um das leisten zu können“, räumt BAS-Vorstand Goerres ein.

ILIAS wird von B.A.S. stetig weiterentwickelt. Künftig wollen die Verkehrsprofis Auto- und LKW-Fahrer aktuelle Informationen zu Umleitungen oder Staus möglichst direkt auf dem Display des Navigationsgeräts anzeigen. Weniger Baustellen gibt es damit leider nicht, aber dafür rauschen die Autofahrer hoffentlich nicht mehr gleich in den nächsten Stau.

Die B.A.S. im Detail

  • Name: Baustellen-Absperr-Service (B.A.S.) Verkehrstechnik AG
  • Gründung: 1976
  • Geschäftsführung: Ralph Goerres
  • Sitz: Hemmingen
  • Standorte: 20
  • Mitarbeiter: 450
  • Sichern bis zu 4.500 Baustellen täglich ab
  • Verkehrssicherungs- und Umleitungskonzepte von kleinen innerstädtischen Sperrungen bis hin zu Großprojekten wie U-Bahn-Bau
Die B.A.S.-Leitstelle überwacht ILIAS 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr – natürlich auch während der Nacht. Die B.A.S.-Leitstelle überwacht ILIAS 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr – natürlich auch während der Nacht. (© 2015 B.A.S.)

Problem, Lösung, Fazit

Problem
B.A.S. suchte einen Anbieter mit Rechenzentrumsstandorten in Deutschland. Zudem sollten Netze und Leitungen hochverfügbar sein und Daten ohne Unterbrechungen verschlüsselt übertragen werden. Das Unternehmen wollte damit die eigene IT-Abteilung entlasten und Kosten reduzieren. Außerdem müssen alle Komponenten des Verkehrsmanagementsystems über das Mobilfunknetz kommunizieren, das tatsächlich in allen Regionen verfügbar sein muss.

Lösung
LED-Schilder und Sensoren wurden mit SIM-Karten ausgestattet und tauschen Daten über das Mobilfunknetz der Telekom aus. Bisher von B.A.S. selbst bereitgestellte Rechenkapazitäten sind ins Telekom Rechenzentrum umgezogen, von wo aus die Daten zu B.A.S. übertragen werden.

Fazit
Vom Sensor, der den Verkehrsfluss misst, über die sichere Verarbeitung und den Transport der Daten bis hin zur Verwaltung mobiler Geräte: B.A.S. bekommt IT- und Kommunikationslösungen gesichert und verschlüsselt aus einer Hand.

Weiterführende Links zum Thema

Internetseite des Baustellen-Absperr-Service (B.A.S.) Verkehrstechnik AG