Neuer Prozessor (A10 Fusion Chip mit 64‑Bit Architektur), verbesserte Kamera (beim iPhone 7 Plus mit zweichfach optischem Zoom) und zwei neue Farben (schickes Schwarz – glänzend oder matt – statt Spacegrau) Apple hat bei seinen neuen 7er-iPhones hochwertige Modellpflege im Stile seiner „S-Geräte“ betrieben. Kein neues Gehäuse zwar, aber ordentlich Power und viele sinnvolle Ergänzungen unter der Schale.

iPhone 7 vs iPhone 7 Plus: Die Displays im Vergleich

Wie auch bei den Geräten der 6er- und 6S-Generation gibt es auch bei den aktuellen iPhones zwei Geräte mit unterschiedlichen Bildschirmgrößen: Das 4,7-Zoll-Display des iPhone 7 (Diagonale: 11,94 Zentimeter) bietet eine Auflösung von 1334 x 750 Pixel. Das entspricht einem Schärfegrad von 326 ppi (Pixel pro Zoll). Im Praxistest ist das iPhone-7-Display ausreichend scharf. Im Vergleich mit einem iPhone 6S wirkte der Bildschirm des Neuen sogar heller. Ob er tatsächlich (wie Apple verspricht) auch mehr knackige Farben darstellt, ließ sich mit bloßem Auge nicht ausmachen.

Die Displays von iPhone 7 (im Bild) und iPhone 7 Plus sind im Vergleich zu den direkten Vorgängern um bis zu 25 Prozent heller. Die Displays von iPhone 7 (im Bild) und iPhone 7 Plus sind im Vergleich zu den direkten Vorgängern um bis zu 25 Prozent heller. (© 2016 Apple)

Anders beim größeren der beiden Neulinge: Das iPhone 7 Plus mit seinem 5,5-Zoll-Display (13,97 Zentimeter Diagonale) zeigt im Vergleich mit einem iPhone 6S Plus kräftigere Farbakzente. Die Auflösung ist mit 1920 x 1080 Pixel (Full-HD) identisch zum Vorgänger. Damit bleibt auch die Pixeldichte mit 401 ppi gleich. An der Helligkeit des Displays hat Apple aber gewaltig geschraubt: Um bis zu 25 Prozent höher soll der Wert laut Apple-Chef Tim Cook liegen. In der Praxis zeigte das Display des 7 Plus dann auch einen deutlich erkennbaren Helligkeitsunterschied zum iPhone 6S Plus. Das bedeutet: Bessere Ablesbarkeit des Displays im Freien auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen – wie direktem Sonnenschein. In der Praxis ein echter Mehrwert.

Dual-Kamera: Zwei Linsen im iPhone 7 Plus

Ein wesentlicher Vorteil des iPhone 7 Plus gegenüber dem kleineren 7er Modell ist seine Kamera-Technik mit zwei Linsen. Beide bieten 12-Megapixel-Auflösung mit lichtstarker Blende (f/1,8, bzw. f/2.8). Eine der beiden Linse ist ein Weitwinkel-Objektiv mit 28 mm Brennweite. Linse Nr. 2 bietet doppelte Brennweite (58 mm) und übernimmt in dem Kamera-Duo den Part eines Tele-Objektivs.

Die Dualkamera im iPhone 7 Plus mit Weitwinkel- und Teleobjektiv. Die Dualkamera im iPhone 7 Plus mit Weitwinkel- und Teleobjektiv. (© 2016 Apple)

Weitere Foto-Besonderheit beim iPhone 7 Plus: Der Nutzer kann per Fingerwisch vom digitalen Zoom (fünffach) direkt zum optischen Zweifachzoom wechseln. Das erlaubt dann eine stufenlose Zehnfach-Vergrößerung – was in der Praxis hervorragend funktioniert. Auch an der Qualität solcher Fotos gab es nichts zu kritisieren. Aufnahmen, ganz gleich ob mit optischem oder dem digitalen Zoom aus der Ferne eingefangen, zeigten eine hohe Detailtreue. Sie eignen sich daher zum Beispiel für eindrucksvolle Projekt-Präsentationen beim Kunden. Vergleichsweise wenig Bildstörungen gab es zudem bei Aufnahmen, die bei schlechten Lichtverhältnissen fotografiert wurden. Das gilt sowohl für die 12-Megapixel-Kamera des iPhone 7 als auch für die Dual-Kamera des iPhone 7 Plus. Beide iPhone 7 beherrschen außerdem Videodrehs mit 4K-Auflösung (30 fps) sowie in Full-HD („1080p“ mit 30 fps oder 60 fps). Die Qualität ist beindruckend und reicht locker, um Filme an einem hochauflösenden Flachbild-TV beispielsweise während eines Meetings oder eines Messeauftritts vorzuführen.

Rückansichten: Die neuen 7er-Smartphones gibt's in den Farben Rosé-Gold, Gold, Silber, Matt-Schwarz und in hochglänzendem Diamantschwarz (von links nach rechts). Rückansichten: Die neuen 7er-Smartphones gibt's in den Farben Rosé-Gold, Gold, Silber, Matt-Schwarz und in hochglänzendem Diamantschwarz (von links nach rechts). (© 2016 Apple)

Verflixt schnell: Der neue Vier-Kern-Prozessor

Neues iPhone, neue Prozessor-Generation: Im iPhone 7/iPhone 7 Plus steckt jetzt der leistungsfähige A10 Fusion-Prozessor (4 x 2,23 GHz). Laut Apple laufen zwei Kerne davon mit einem Fünftel der Energie, was Akkukapazitäten sparen soll. Das zeigte sich auch im Praxistest. Im Vergleich mit den Vorgänger-Modellen kamen beide 7er-iPhones auf einige Stunden mehr Durchhaltevermögen.

Auch beim Arbeitstempo konnten die beiden neuen iPhones zulegen: Bei Benchmark-Tests zur Bewertung der Prozessor-Leistung erzielten die Geräte die derzeit höchsten Resultate aller Smartphone-Prozessoren. Und das obwohl Apple mit Arbeitsspeicher „geizt“: Dem iPhone 7 stehen nur zwei Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung, beim 7 Plus sind es drei Gigabyte. Viele Android-Geräte, wie das Samsung Galaxy Note 7, bringen es hier bereits auf vier Gigabyte.

Viel Power für Mobil-Nutzer

Für rasantes Datentempo abseits von schnellen DSL-Anschlüssen im Büro ist Dank LTE CAT 6 bei beiden iPhones gesorgt. Damit sind Übertragungen beim Download mit bis zu 300 Mbit/s kein Problem. Außerdem unterstützen iPhone 7 und 7 Plus (wie auch schon die beiden direkten Vorgänger-Modelle) nahezu jede weltweit verfügbare LTE-Frequenz. Dafür steckt in den Geräten eine Antenne für bis zu 23 verschiedene LTE-Frequenzen.

Sollen große Daten wie hochauflösende Videos, PowerPoint-Präsentationen oder umfangreiche Excel-Dokumente mit Makros schnell vom oder ins Büro-Netz übertragen werden, wählen sich die iPhones 7 über die WLAN-Bänder 2,4- oder 5 GHz ein. Die sogenannte MIMO-Technik (dabei sorgen mehrere Antennen für mehr Tempo und Reichweite) zündet dann den Übertragungsturbo.

So sieht iOS 10 aus. Apple spricht dabei vom größten Update seines Mobil-Betriebssystems. So sieht iOS 10 aus. Apple spricht dabei vom größten Update seines Mobil-Betriebssystems. (© 2016 Apple)

Bedienung: Das ist neu

Die aktuellste iOS -Version 10 läuft inzwischen auf den iPhone-7-Geräten. Aber auch ältere iPhones sind fit für iOS 10. Bis iPhone 5, beziehungsweise iPhone 5C, lässt sich das neue Betriebssystem noch installieren. Das System zeigt bereits bei gesperrtem Gerät eintreffende Nachrichten, E-Mails und Termine an. Auch ist die Darstellung der Benachrichtigungs-Mitteilungen klarer gestaltet. Und es erscheint nach einem festen Fingerdruck auf eine Benachrichtigung zusätzlich ein Untermenü mit verschiedenen Aktionen. Neu ist auch: Die Wischgeste zum Entsperren des iPhones ist mit iOS 10 verschwunden. Künftig reicht ein Drücker des Home-Buttons zum Entsperren von iPhone 7 oder iPhone 7 Plus.

Weitere Neuerung von iOS10: Sämtliche Widgets erreicht man jetzt übersichtlich mit einem Wisch nach rechts auf einen Blick, entweder aus dem Sperrbildschirm heraus oder von der ersten Seite der App-Übersicht.

Wie schon in den 6S-iPhones steckt auch in den 7er-Modellen die innovative Touch-Technologie 3D Touch – eine Hardware-Funktion im Displayglas. Per 3D Touch können Nutzer schneller an Informationen, wie E-Mails, oder Internetseiten gelangen. Dafür lassen die Bildschirme der neuen iPhones in unterschiedlichen Stärken drücken – ähnlich wie bei einem Rechtsklick auf der Computermaus. Drückt man etwa im Maileingangsordner auf eine Nachricht, wird im Handumdrehen eine Vorschau angezeigt. Die Mail kann dann bei Bedarf gleich gelöscht werden. Soll sie ganz angezeigt werden, drückt man etwas kräftiger auf den Bildschirm. Das klappte im Test zuverlässig.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von 3D Touch: Wer stärker auf das Telefon-Symbol drückt, kann sofort eine Liste der vier wichtigsten Kontakte öffnen – diese lassen sich vorab einstellen. Auch können die Mailbox abgehört, der letzte Anruf angezeigt oder ein Kontakt gesucht werden.

Die kabellosen AirPods nehmen per Bluetooth-Funk automatisch Kontakt zum iPhone auf. Die kabellosen AirPods nehmen per Bluetooth-Funk automatisch Kontakt zum iPhone auf. (© 2016 Apple)

Klinkenbuchse ade

Erstmals kommen die iPhones ohne 3,5-mm-Klinkenbuchse für Headsets auf den Markt. Die kabelgebundenen Kopfhörer für die neuen 7er-Geräte aus Cupertino werden jetzt in den Lightning-Anschluss (der auch fürs Laden des Geräts zuständig ist) gestöpselt. Apple nennt als Grund dafür eine deutlich bessere Soundqualität. Im Lieferumfang liegt ein Set solcher Headsets dabei – übrigens auch ein Adapter für herkömmliche Kopfhörer mit 3,5-Millimeter-Anschluss. Allerdings gibt es einen entscheidenen Nachteil bei der Lightninglösung: Gleichzeitiges Laden und Musikhören (oder via Headset telefonieren) geht nicht. Es sein denn: die neuen, drahtlosen AirPods von Apple sind im Einsatz.

Diese kann man sich für 179 Euro zusätzlich leisten. Beim Einsetzen ins Ohr verbinden sich die AirPods automatisch mit iOS-10- aber auch mit macOS Sierra- und watch-OS-3-Geräten. Die Verbindung kommt über Bluetooth zustande und klappt auch mit älteren Apple-Geräten. Über Optik lässt sich bekanntlich streiten, nicht aber über einen sicheren Sitz. Die AirPods (ab Oktober verfügbar) soll laut der ersten Testereindrücke fest im Ohr sitzen und so zuverlässig halten wie bereits die kabelgebundenen EarPods.

Und so funktioniert es: Die neuen AirPods stecken in einer kleinen weißen Schachtel. Wird sie geöffnet und das Display des iPhone 7 ist entsperrt, erfolgt die Verbindung der Geräte automatisch. Wenn die Verbindung steht, wird auf dem Bildschirm angezeigt, wie voll die Akkus der AirPods und auch des Kästchens sind. Der Akku in der Box lädt die AirPods nach, wenn sie darin aufbewahrt werden. Bedienen lassen sich die AirPods per zweimaligen Fingertipp und dann per Siri-Sprachbefehl – daran kann man sich in der Praxis durchaus gewöhnen.

Die neuen 7er-iPhones sind nach IP67 offiziell staub- und wasserdicht (bis 1 Meter). Die neuen 7er-iPhones sind nach IP67 offiziell staub- und wasserdicht (bis 1 Meter). (© 2016 Apple)

Fazit

Obgleich sich bei Design und Größe kaum etwas geändert hat, stecken unter der Haube von iPhone 7 (4,7 Zoll) und iPhone 7 Plus (5,5 Zoll) gelungene Weiterentwicklungen: Herauszuheben ist vor allem die Doppel-Kamera mit eingebautem optischen Zoom im größeren Modell. Auch der im Tempo und Sparsamkeit verbesserte vier-Kern-Prozessor A10 überzeugte mit hohem Tempo und geringerem Akkuverbrauch im Praxistest.

Erstmals werden jetzt Apple-Smartphones ohne 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse ausgeliefert. Nutzer können ihre bisherigen Headsets aber weiter verwenden, denn den 7er-iPhones liegen dafür entsprechende Adapter bei. Wer hingegen ganz aufs Kabel verzichten möchte, kann den neuen Bluetooth-Kopfhörer AirPods (179 Euro extra) als Zubehör kaufen.

Weitere Neuerungen: Beide iPhone-Modelle sind gemäß IP67-Standard jetzt offiziell staub- und wasserdicht. Laut dieser Schutz-Norm sollen iPhone 7 und 7 Plus unter Wasser in maximal 1 Meter Tiefe keinen Schaden nehmen. Allerdings schränkt Apple ein und schreibt auf der iPhone 7-Produktseite: „Die Garantie deckt keine Schäden durch Flüssigkeiten ab.“ Und auch der Home-Button hat eine Änderung erfahren: Er lässt sich nicht mehr mechanisch eindrücken, sondern reagiert jetzt auf unterschiedlich starken Druck.

Für Ästheten gibt’s außerdem eine gute Nachricht: Die beiden neuen tiefen Schwarztöne für iPhone (glänzend oder matt) sehen umwerfend gut aus. Den Hingucker im nächsten Meeting oder dem nächsten Kundentermin hätten Sie damit gewiss sicher.

Im Größenvergleich: Die aktuellen Mitglieder der iPhone-Familie. Von Links: iPhone 7 Plus, iPhone 7 und iPhone SE. Im Größenvergleich: Die aktuellen Mitglieder der iPhone-Familie. Von Links: iPhone 7 Plus, iPhone 7 und iPhone SE. (© 2016 Apple)

Pluspunkte

  • Verbesserte 3D-Touch-Funktion für den Homebutton
  • 12 Megapixel Kamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv beim iPhone 7 Plus
  • Wasser- und Staubdicht nach IP67

Technische Daten

    Display (Maße und Auflösung):
    iPhone 7: 4,7 Zoll (11,94 Zentimeter Diagonale), 1334 x 750 Pixel bei 326 ppi
    iPhone 7 Plus: 5,5 Zoll (13,94 Zentimeter Diagonale), 1920 x 1080 Pixel bei 401 ppi

    Beide: Sehr helle Anzeige und natürliche Farbwiedergabe

    Abmessungen:
    iPhone 7: 13,8 x 6,7 x 0,7 cm, 138 Gramm;
    iPhone 7 Plus: 15,8 x 7,8 x 0,73 cm, 188 Gramm

Weitere Ausstattung:

  • A10 Fusion Chip mit 64‑Bit Architektur, 2 Gigabyte (iPhone 7), bzw. 3 GB (iPhone 7 Plus) Arbeitsspeicher
  • bis 256 GB interner Speicher (kleinere Speichergrößen: 32 und 128 GB), keine Speichererweiterung per microSD-Karten
  • LTE CAT 6 für alle Frequenzen bis 300 Mbit/s im Download; sobald die Netze dafür ausgelegt sind, wird auch LTE CAT 9 (bis 450 Mbit/s) von den neuen iPhones unterstützt.
  • iOS 10
  • Für 2,4- und 5 GHz-WLAN-Netze, auch für 5 GHZ WLAN-ac , MIMO-Unterstützung
  • Hauptkamera: 12 MP, Frontkamera: 7 Megapixel für Videotelefonate via Skype und Full-HD-Videoaufnahme (1080p)
  • NFC für schnelles Koppeln von Geräten per Bluetooth eingebaut
  • Bluetooth 4.2

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