Heiter, weil wolkig

Cloud-Computing ist die unverzichtbare Basis für erfolgreiches, digitalisiertes Arbeiten. Es gewährleistet schier grenzenlose IT-Ressourcen auf Knopfdruck – von der Software bis zum Server. Doch wollen deutsche Unternehmen die Angebote amerikanischer Anbieter nutzen, gibt es ein großes Hemmnis: den Patriot Act. Das US-amerikanische Gesetz verpflichtet Cloud-Provider aus den USA, Kundendaten auf Anfrage nationaler Behörden herauszugeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Daten in den USA oder in Deutschland gespeichert sind. Die Folge: Viele Cloud-Dienste führender US-Anbieter kommen für deutsche Unternehmen nicht infrage.

Alles für den Datenschutz

Doch neuerdings bietet Microsoft gemeinsam mit der Telekom unter anderem die beliebten Cloud-Dienste Azure und Office 365 aus deutschen Rechenzentren an. Der Clou dabei: Weil die Telekom mit ihrer Tochter T-Systems für die Lösungen aus der Microsoft Cloud Deutschland als Datentreuhänder agiert, kann der Bonner Provider die etwaige Anfrage zur Einsichtnahme ausländischer Behörden in dort gespeicherte Informationen zurückweisen.

Kunden unterschreiben einen Treuhändervertrag, über den sie die Telekom mit dem Schutz ihrer Daten beauftragen. Mit Telekom/T-Systems als deutschem Datentreuhänder, der unter deutschem Recht agiert, können Unternehmen Microsoft-Cloud-Produkte jetzt compliance- und gesetzeskonform einsetzen. Das gilt zum Beispiel für Microsoft Azure oder Office 365.

Cloud-Lösungen aus deutschen Rechenzentren gewährleisten Datenschutz. Cloud-Lösungen aus deutschen Rechenzentren gewährleisten Datenschutz. (© 2017 Shutterstock / Billion Photos)

Eigene Ressourcen sind nicht nötig

Seit der CeBIT 2017 bietet die Telekom die Cloud-Lösungen aus deutschen Rechenzentren an. Alle Daten werden zum Schutz vor eventuellen Ausfällen in regional verteilten Rechenzentren doppelt vorgehalten.

Somit können deutsche Unternehmen die gefragten Cloud-Dienste ohne Datenschutzbedenken nutzen. Zum Beispiel IT-Ressourcen von Microsoft Azure: Die Cloud-Plattform stellt Infrastructure-as-a-Service (IaaS) – also IT-Ressourcen wie Speicher und Rechenkapazitäten – auf Abruf bereit. Etwa für die Datensicherung oder den Betrieb von Anwendungen. Außerdem können Unternehmen mithilfe von Platform-as-a-Service (PaaS) in der Azure-Umgebung Apps und Software entwickeln – ohne dafür eigene, teure Ressourcen anschaffen zu müssen.

Gezahlt wird nach Bedarf

Das hat gleich mehrere Vorteile: Die Telekom prüft die Zugangsanfragen Dritter auf die Daten und hilft mit Microsoft-zertifizierten Experten bei der Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Das beginnt bei der Analyse und individuellen Beratung zur passenden Lösung, über die individuelle Planung bis hin zu Einrichtungs- und Migrations-Services und den Support im laufenden Betrieb.

Ähnlich funktioniert Office 365 aus der Cloud: Mit dem Bezug der Office-Klassiker wie Word, Excel, PowerPoint und Outlook im Mietmodell als sogennante ‚Services‘ aus der Cloud sind Unternehmen gleich in mehrfacher Hinsicht flexibler: Mitarbeiter nutzen die Software an jedem Ort ihrer Wahl sowie unabhängig vom Endgerät. Und gezahlt wird nur nach Bedarf, denn die Abos sind mit unterschiedlichen Laufzeiten als Montas- oder Jahresabo verfügbar. Verlassen Mitarbeiter das Unternehmen oder kommen neue hinzu, können die jeweiligen Firmen jederzeit spontan reagieren, statt teure Lizenzen zu zahlen, die sie möglicherweise gar nicht benötigen. All das wird dafür sorgen, dass die wesentlichen Hemmnisse rund ums Cloud-Computing in Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen.

 

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