Nähroboter produktiver als Menschen

Softwear Automation ist ein Spezialist für Nähroboter. Sein jüngstes Modell schafft unter der Mitwirkung eines Arbeiters pro Stunde ebenso viele T-Shirts wie 17 menschliche Kollegen. Nimmt man einen Acht-Stunden-Tag als Maßstab, dann produziert der Nähroboter im Alleingang immerhin 1.142 T-Shirts. Zehn Menschen stellen in einer normalen Produktionslinie während der gleichen Zeit 669 Stück her.

Softwear hat die Technik deutlich verbessert

Der Vorgänger-Typ namens Lowry von 2015 war langsamer und konnte lediglich einfache Textilien wie Badematten herstellen. Die aktuelle Version ist wesentlich besser, wie „Futurezone“ berichtet. Demnach hat Softwear Automation aus dem US-amerikanischen Atlanta, Georgia, den Nähroboter mit speziellen Kameras ausgestattet, die verzerrte Stoffe erkennen. Auch mechanisch ist er leistungsfähiger geworden.

Das weckt Interesse. Zum Beispiel bei Tianyuan Garments. Das chinesische Unternehmen fertigt für Marken wie Adidas und Armani. 2018 will es in Little Rock, Arkansas, für 20 Millionen US-Dollar ein Werk mit einer Fläche von 100.000 Quadratmetern hochziehen. Darin sollen 21 Produktionsstraßen mit Nährobotern stehen und jährlich 1,2 Millionen T-Shirts fabrizieren. Der Standort ist quasi Pflicht, weil Softwear Automation nicht ins Ausland liefert. Der technische Aufwand sei zu groß.

Kosten? Vorteil Nähroboter!

Normalerweise wären die Produktionskosten in China wegen niedrigerer Löhne deutlich günstiger als in den USA. Aber: Tang Xinhong, Vorsitzender von Tianyuan Garments, sagte „World Textile Information Network“, dass in einer vollständig automatisierten Produktionslinie auf amerikanischem Boden die menschliche Arbeit unterm Strich akzeptable 0,33 US-Dollar je Stück koste. Ohne Nähroboter läge der Einzelpreis dort bei 7,47 US-Dollar.