Deutsche Bahn überwacht Weichen mit Stromverbrauch-Sensoren

Die Diagnose- und Analyseplattform (DIANA) ist eine neue Technik der Deutschen Bahn, um die Funktionsfähigkeit der Weichen zu überwachen und so die Zuverlässigkeit des Schienennetzes zu verbessern. Anknüpfungspunkt der „Infrastruktur 4.0“ mit einem Investitionsvolumen in zweistelliger Millionenhöhe sind die Antriebsmotoren, welche die beweglichen Teile einer Weiche steuern. Wenn eine Weiche nicht richtig funktioniert, brauchen die Motoren mehr Energie, um die sogenannten Weichenzungen in Position zu bringen. DIANA misst den Energiebedarf jeder Weiche bei den Stellvorgängen über Sensoren im Stellwerk. Alle Werte werden anschließend im Programm mit hinterlegten Sollwerten verglichen.

DIANA-App meldet Probleme direkt an Wartungstechniker

Wenn die tatsächlichen Werte von den Sollwerten abweichen, schlägt das System Alarm. Dieser wird an eine App gemeldet, die je nach Intensität der Abweichung für die betreffende Weiche ein gelbes oder rotes Warnsignal ausgibt und so das Wartungspersonal auf das Problem aufmerksam macht. Nach Angaben der Bahn funktioniert DIANA wie ein Frühwarnsystem, das die Zahl der Weichenstörungen halbieren kann. Das wiederum hilft, den Zugverkehr noch zuverlässiger zu machen.

30.000 Weichen sollen überwacht werden

Alle größeren Stellwerke in Deutschland (Hannover, Berlin, Frankfurt/Main, Leipzig, Karlsruhe und München) sind bereits mit den Sensoren bestückt. Das entspricht 5.000 Weichen mit Ferndiagnose-Überwachung. Bis Ende 2020 soll die Zahl auf 30.000 steigen. Die bisherigen Prüfzyklen des Schienennetzes bleiben bestehen und werden im Bedarfsfall durch Präventivmaßnahmen auf Grundlage von DIANA-Alarmen ergänzt.