Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs

Die deutsche Wirtschaft wird ihr kräftiges Wachstum fortsetzen und im laufenden Jahr um 2,2 Prozent und im Jahr 2016 um 1,9 Prozent wachsen. Verantwortlich für das Wachstum sind in erster Linie der private Konsum und der starke Arbeitsmarkt, wo die Zahl der Beschäftigten weiter zunimmt.

Für 2015 rechnen die DIW-Experten mit rund 300.000 zusätzlichen Jobs und für kommendes Jahr mit rund 200.000 neuen Stellen. Die steigenden Löhne kurbeln den Konsum zusätzlich an.

Marcel Fratzscher , Präsident des DIW, fasst die Konjunkturprognose mit folgenden Worten zusammen:

"Die deutsche Wirtschaft wächst wieder kräftig - dank des starken Arbeitsmarktes, aber auch der niedrigeren Energiepreise und des schwächeren Euros. Trotzdem ist die Welt eine andere als vor der Krise: Die Exporte spielen eine geringere Rolle, weil wichtige Absatzmärkte – vor allem der Euroraum – an Dynamik verloren haben."

Die Exporte werden nach DIW-Einschätzung deshalb mit geringerem Tempo als in den Vorkrisenjahren steigen und lediglich um einen Prozentpunkt zulegen.

Mindestlohn: Vorsicht geboten

Die befürchteten negativen Folgen des Mindestlohnes auf die Beschäftigung sind bislang ausgeblieben. Dennoch mahnt Marcel Fratzscher zur Vorsicht: „Ich warne davor, den Mindestlohn zu hoch anzusetzen.“ Denn mittelfristig rechne er nach wie vor damit, dass eine neue Untergrenze 100.000 bis 200.000 Arbeitsplätze kosten könne.

Risiken bleiben

Trotz der guten Zahlen bleiben die Risiken für die deutsche Wirtschaft aus Sicht des DIW hoch. Folgende Faktoren könnten die heitere Konjunkturprognose verdüstern:

  • das Wiederaufflammen der Eurokrise, aufgrund von verschleppten Reformen in den Krisenländern der Eurozone,
  • eine Zuspitzung im Ukraine-Konflikt und die damit verbundenen Verwerfungen an den Finanzmärkten, sowie
  • das Abrutschen des Euroraums in eine Deflation, was den Schuldenabbau erschweren und die Nachfrage dämpfen würde.

Weiterführende Links:

  • Die detaillierte Konjunkturprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung können Sie hier nachlesen.