Einzelhandel will Angebote personalisieren

Der Einzelhandel will seinen Kunden immer personalisierte Werbung und Angebote präsentieren können. Dafür greifen die Läden auf neue technische Möglichkeiten zurück: So lassen sie die Gesichter der Kunden von Kameras analysieren oder wollen die Smartphones ihrer Kunden tracken, um eine möglichst gläserne Klientel zu bekommen. Beim Tracking scannen Smartphones mit aktivierter WLAN-Funktion ihre Umgebung auf der Suche nach Netzen und WLAN-Hotspots. Während dieser Prozedur sendet das Gerät unter anderem auch eine eindeutige Gerätekennung aus, womit sich der Besitzer identifizieren lässt.

Wie das Nachrichtenportal „Spiegel Online“ unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) nun berichtet, sind die Deutschen mit diesen Maßnahmen nicht einverstanden. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) sind für ein generelles Tracking-Verbot ihrer Handys, 34 Prozent finden diese Vorgehensweise nur unter bestimmten Voraussetzungen akzeptabel. Lediglich neun Prozent der Befragten haben kein Problem damit, wenn ihre Bewegungsdaten im Einzelhandel erfasst werden.

EU-Richtlinie erlaubt Offline-Tracking

Die E-Privacy-Verordnung der EU sieht laut dem Bericht keine Einschränkungen beim Zugriff auf Offline-Daten vor. Das ist dem Verbraucherschutz ein Dorn im Auge; die Organisation fordert, dass Kunden erst ausdrücklich einwilligen müssen, bevor ein Geschäft die Handys anzapfen darf. 68 Prozent der Befragten stimmen dieser Ansicht zu.