Deep Tech bestimmt die nächste Welle der Digitalisierung

Die USA und China sind bislang tonangebend in Sachen Digitalisierung. Der frühere Exportweltmeister Deutschland hat sich derweil zum meisterlichen Kopisten entwickelt. Experten warnen bereits davor, dass deutsche Unternehmen den Anschluss verlieren könnten, heißt es auf "Impulse.de".

Diese Sorge teilt nicht jeder. Laut der Studie "State of European Tech" sei Deutschland für die nächste Digitalisierungswelle sogar gut aufgestellt. Die Studie wurde von Atomico durchgeführt, einem Risikokapitalfonds, der von dem Skype-Mitgründer Niklas Zennström geleitet wird. Atomico-Partner Yann de Vries spricht von einem "Wendepunkt für Europa". Insbesondere die Entwicklung Deutschlands sieht er optimistisch.

Die nächste Welle der Digitalisierung soll das sogenannte Deep Tech begründen. Dazu zählen verschiedene Bereiche:

  • Künstliche Intelligenz
  • Internet der Dinge
  • Maschinelles Lernen

Wissen, Finanzierung und Industriebasis als Push-Faktoren

Deep Tech würde in Deutschland vor allem aus drei Gründen eine positive Entwicklung nehmen, sagt de Vries. So verfüge man hierzulande über das Wissen, um neue Technologien voranzubringen. "Europaweit führen deutsche Städte, wenn es um Talente im Bereich Deep Tech geht." Laut Angaben des Atomico-Partners zählen München, Berlin und Frankfurt europaweit zu den fünf besten Standorten, die über Deep-Tech-Spezialisten verfügen. In Berlin etwa stehe Amazons Deep Tech Center, das sich auf Künstliche Intelligenz konzentriert. In München arbeite IBM am Internet der Dinge.

Weiterhin habe sich die Finanzierung auf europäischem Boden verbessert. Der schwierige Zugang zu Risikokapital (VC) galt bisher zu den großen Schwächen Europas. Nun fließt aber immer mehr Geld über den Atlantik. Traditionelle Investoren wagen sich immer häufiger an Tech-Start-ups heran, berichtet "Impulse". Allein 2016 wurden 88 Milliarden Dollar in das europäische Deep-Tech-Segment investiert – mehr als je zuvor. Großbritannien und Frankreich liegen dabei vor Deutschland.

Viele traditionelle deutsche Industriebranchen wie der Auto- und Maschinenbau rüsten massiv auf, um ihre guten wirtschaftlichen Positionierungen nicht zu verlieren. Damit bringen sie die digitalen Forschungen voran. Laut der Studie haben "Zwei Drittel von Europas größten Konzernen […] direkt in Tech-Firmen investiert. Und ein Drittel hat seit 2015 bereits eine Tech-Firma aufgekauft. Beispiele dafür sind: Allianz, Audi, BMW, Daimler, Deutsche Telekom, Munich Re oder ProSiebenSat1."

Aufgrund dieser drei Faktoren – Wissen, Finanzierung und Industriebasis – prophezeien die Macher der Studie deutschen Unternehmen gute Chancen auf digitale Innovationen "Made in Germany", die weltweit Erfolge feiern könnten.

Weiterführende Links:

  • Welche Chancen und Risiken die Digitalisierung der Arbeitswelt für Entscheider bringt, lesen Sie im mDM-Beitrag.
  • Wie stellt sich die Generation Y eigentlich die Arbeitswelt vor? Dies wurde in einer Studie genauer untersucht.