Digitalisierte Unternehmen langfristig besser aufgestellt

Digitalisierte Unternehmen verlagern ihre Produktion zehnmal häufiger zurück nach Deutschland als andere und stärken damit den hiesigen Standort. Das zeigt eine Studie der Hochschule Karlsruhe und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Gründe dafür seien eine höhere Flexibilität und sinkende Lohnkosten aufgrund der erhöhten Automatisierung der Produktion. Geringere Lohnkosten im Ausland würden somit weniger attraktiv und relevant. Im Jahr 2015 hätten laut der Studie insgesamt mehr als 500 Betriebe Teile ihrer Produktion nach Deutschland zurückverlagert.

VDI-Direktor Ralph Appel betonte auf der Hannover Messe am Montag aber noch einmal, dass digitale Technologien kein Jobkiller seien. Unternehmen, die den technischen Fortschritt nutzen, seien langfristig besser aufgestellt.

Digitalisierung steigert Arbeitsproduktivität enorm

Die Rückverlagerung von Produktionskapazitäten nach Deutschland bewegt Unternehmen zudem dazu, wieder vermehrt hierzulande zu investieren. Weiterer Vorteil der Digitalisierung: Die Arbeitsproduktivität steigt signifikant an, in der Untersuchung um 27 Prozent. Laut Appel sei das Potenzial in dieser Hinsicht riesig:

"Wenn alle Industrieunternehmen in Deutschland mindestens zwei oder drei Digitalisierungstechnologien einsetzen, würden wir Produktivitätssteigerungen in Höhe von etwa acht Milliarden Euro erzielen."

An der Studie haben sich 1.282 in Deutschland ansässige Betriebe unterschiedlicher Größenklassen beteiligt.