Blackberry mag es, gegen den Trend zu gehen. Mit dem Passport bringen die Kanadier ein breites, nahezu quadratisches Smartphone auf den Markt, mit echten Tasten und knapp 200 Gramm schwer. Auch äußerlich geht Blackberry in die Vollen und macht aus einem Namen kurzerhand Programm: Das Passport sieht nämlich so aus, wie es heißt. Seine Maße sind denen des Reisepasses abgekupfert, so kommt das Smartphone auf eine Größe von 12,8 x 9 Zentimetern. Solche äußere Formen sind wenig schmeichelhaft, aber praktisch. Man sieht als Smartphone aus wie eine Tafel Schokolade. Die Ähnlichkeit zu Ritter Sport zeigt sich auch bei 0,9 Zentimeter dickem Rand. In Zeiten des Handy-Schlankheitswahns sind solche Zahlen eigentlich ein Makel. Aber: im Inneren des Geräts steckt dafür ein 3450 mAh-Akku – so viel Power verspricht kaum ein anderes aktuelles Smartphone. Punkt für Blackberry.


BlackBerry Passport bei der Telekom

Ein Smartphone mit Ecken und Kanten Ein Smartphone mit Ecken und Kanten (© 2015 Blackberry)

Das BlackBerry Passport gibt es im Mobilfunkshop der Telekom.

Gut und sicher verpackt

Auch die elegante und solide Verarbeitung des Blackberry Passport kann sich wahrlich sehen lassen. Stabile Tasten für Lautstärke und fürs Auslösen der Sprachsteuerung haben die Ingenieure an die Außenseite gepackt, dazu ihrem Passport einen schicken Metallrahmen spendiert und das Sahnehäubchen oben aufgesetzt: eine vollständige Tastatur.

Außerdem kommt das Gerät mit einer 13-Megapixel-Kamera und vielen nützlichen Blackberry-Anwendungen daher. Wer das Passport fürs Business nutzt, kann sich freuen.

Ein Smartphone mit Ecken und Kanten Wer einmal nicht weiter weiß, ruft den Assistant auf. Die Hilfe ist immer zur Stelle und navigiert durch die Funktionen. Auch bei der Einrichtung des Hubs oder einem Mail-Konto zeigt sich der Assistant als hilfreich. (© 2015 Blackberry)

Und läuft, und läuft, und läuft

196 Gramm für ein Smartphone fallen ins Gewicht. Aber die immense Fülle ist in erster Linie dem großen Akku im Passport geschuldet. Im Test hielt dieser mit einer Ladung bei einem typischen Anwendungsmix prompt fast zwei Tage lang durch. Klarer Fall: Für dieses Mehr an mobiler Arbeitszeit lohnt es sich schon, das Extra an Gewicht in Geschäftstermine mitzuschleppen. Zumal das Passport auch bei Ihren Terminen für Aufsehen sorgen wird: denn so ein Smartphone gab es bisher noch nicht!

Bildschirm im Querformat

Das quadratische 4,5 Zoll (Diagonale: 11,43 Zentimeter) große Display des Blackberry-Passport bietet eine Auflösung von 1400 x 1400 Pixel. Das entspricht einer satten Pixeldichte von 453 ppi. Für die Praxis bedeutet das: Kräftige Farben und eine gestochen scharfe Darstellung aller Inhalte. Texte und Bilder sind auch von der Seite immer noch gut erkennbar. Selbst bei starker Sonneneinstrahlung ließen sich auf dem Bildschirm des Passport noch Internetseiten ablesen. Ein weiteres Plus: Durch die breite Bildschirmdarstellung lassen sich Tabellen und Texte besser betrachten und auch bearbeiten.


Smartphone mit Tastatur
Mit ihrer Tastatur bleiben sich die Techniker von Blackberry treu. Kaum ein Smartphone-Hersteller traut sich noch, in Europa ein Gerät mit Tasten auf den Markt zu bringen. Ausnahmen machten Samsung, HTC, LG, Nokia oder Huawei zwar vor etwa drei Jahren. Doch die Geräte wurden nicht gekauft. Anders der asiatische Markt: Dort sind Tasten-Telefone sehr beliebt.

Blackberrys Stärke bleibt die Tastatur

Wohl jeder, der oft auf dem Smartphone E-Mails an Kunden tippen muss, Office-Dokumente bearbeitet oder sich über aktuelle Projekte in den sozialen Medien informiert, ärgert sich über die Touchscreen-Tastatur. Bedienung ohne Hingucken? Ausgeschlossen! Daneben getippt? Klar, es gibt ja keine spürbare Abgrenzung zwischen den Buchstaben! Blackberry-Nutzer erinnern sich da nur zu gern an Geräte mit klassischer Hardware-Tastatur, über die sich Texte flott und fehlerfrei eintippen ließen. Mit dem Passport führt Blackberry jetzt wieder eine vollständige, dreireihige QWERTZ-Tastatur ein.

Dank ordentlicher Tastengröße mit deutlich spürbarem Druckpunkten lässt sich damit flott und fehlerfrei tippen – wenn auch nicht im Einhand-Betrieb. Zusätzlich werden Sonderzeichen und Ziffern über der Tastatur auf dem Touchscreen eingeblendet. Genau wie beim Blackberry Z30 schlägt die intelligente und lernfähige Worterkennung im Passport Wörter schon beim Eintippen des ersten Buchstabens vor. Per Wisch von der Tastatur zum Bildschirm lassen sich die passenden Vorschläge dann einfach in die E-Mail oder in das Word-Dokument schubsen.
Aber das Blackberry kann noch mehr: Die Tastatur dient gleichzeitig als Touchpad für die Steuerung auf Internetseiten, durchs Geräte-Menü oder den Blackberry-Hub – die Nachrichtenzentrale des Passport. Prädikat: Einzigartig!

Ein Smartphone mit Ecken und Kanten Der Name ist Programm: Das Passport heißt nicht nur so, es sieht auch so aus wie ein Reisepass. Ecken und Kanten wie hier findet man derzeit bei Smartphones wenig. Obwohl das Passport groß und relativ schwer ist, lässt es sich dennoch gut bedienen. (© 2015 Blackberry)

Hub: die Nachrichtenzentrale

Die zentrale Anlaufstelle des Blackberry ist der sogenannte "Hub". Dieser zeigt neue E-Mails, SMS, Twitter- oder Facebook-Nachrichten auf einen Blick an und ist aus jeder Anwendung mit maximal zweimal Wischern über den Touchscreen erreichbar. Besonders wichtige Nachrichten und Ereignisse landen ohne Umwege auf Wunsch in dem "Priority Hub". Sie legen selbst fest, welche Adressen Eintritt in diesen VIP-Bereich Ihres Blackberry Passport erhalten, und welche nicht.

E-Mails tippen mit einer Hand? Auch das war einmal eine von Blackberrys großen Stärken. Dank echter Tasten gelang das bei geübten Nutzern auch ohne hinzugucken. Um die Tastatur des Passport – und natürlich auch die Menüs – fehlerfrei zu bedienen, braucht es allerdings zwei Hände. Das Gerät ist einfach zu breit für eine Einhand-Bedienung. Dann aber geht alles wirklich fix und geschmeidig vonstatten.

Der Assistant kümmert sich um alles

Unterwegs gibt Blackberry allen, die schnell auf Firmen-Mails antworten müssen, den Blackberry Assistant an die Hand. Ähnlich wie Google Now  auf Android-Systemen oder Siri auf dem iPhone arbeitet Blackberrys Spracherkennungssoftware meist verlässlich. Im Test ließen sich via Blackberry Assistant gut verständlich E-Mails oder SMS vorlesen sowie neue Nachrichten fehlerfrei diktieren und dann auch gleich versenden. Im Auto klappte die Verbindung zu einer Freisprechanlage ebenso problemlos.

Mit dem Vierkern-Prozessor Snapdragon 801 von Qualcomm (Taktung: 2,26 GHz) und 3 Gigabyte Arbeitsspeicher laufen alle Anwendungen und auch das Betriebssystem Blackberry OS (Version: 10.3) auf dem Passport flüssig. Aussetzer und Ruckler ließen sich nicht beobachten.
Die immer noch überschaubare Auswahl an Blackberry-Apps lässt sich beim Passport ab jetzt unkompliziert erweitern. Wie? Ganz einfach: Blackberry erlaubt allen Passport-Besitzern den direkten Zugriff auf Android-Apps aus dem Amazon-App Store. Das hört sich nach Kuddelmuddel an, aber die Android-Apps verstehen sich teils sogar richtig gut mit den Anwendungen des Blackberry OS.


Fazit
Eigentlich hat Blackberry mit dem Passport alles falsch und gleichzeitig alles richtig gemacht: eine schlanke Silhouette haben die Kanadier für einen leistungsstarken Akku geopfert, Einhand-Bedienung ist nicht möglich dafür aber flottes Tippen auf echten Tasten mit zwei Händen. Wahlweise können E-Mails auch über die ausgereifte Sprachsteuerung des Passports diktiert und auch gleich verschickt werden. Das Display ist im Gegensatz zu anderen Top-Smartphones nicht länglich, sondern quadratisch. Damit lassen sich zwar Videos nicht so gut anschauen – dafür aber Tabellen und E-Mails. Wie es sich für ein verlässlichen Mitarbeiter gehört.

Die Inhalte von Blackberry jetzt auf dem Computer oder Tablet – mit Blackberry Blend

Bei der Gratissoftware Blend hat Blackberry besonders an mobile Nutzer gedacht. Mit Blend lassen sich Dateien wie Word-Dokumente, Notizen, SMS oder E-Mails, die sich auf dem Blackberry Passport befinden, auch auf dem PC, Mac oder Tablet bearbeiten. Das geht in der Regel bequemer als auf dem Smartphone. Blackberry Blend stellt die Inhalte auf dem Blackberry Passport auch kabellos über Wifi oder das Mobilfunknetz auf jedem Gerät, das mit Windows, Mac, Android und iOS arbeitet, zur Verfügung. Dort kann der Passport-Nutzer darauf zugreifen und die Dateien bearbeiten. Abgespeichert wird das Ergebnis dann automatisch wieder auf dem Smartphone. Wird die Blend-Anwendung beendet, verbleiben keinerlei Spuren mehr auf dem Computer oder Tablet. Eine sehr komfortable und sinnvolle Funktion, die man bei anderen Smartphones vergebens sucht.

Ein Smartphone mit Ecken und Kanten Keine Lust auf Tippen? Hände am Steuer? Einfach Spracheingabe starten, los geht's. So lassen sich bequem Mails diktieren, SMS verfassen, Notizen erstellen oder passende Wege finden. Auch der Router gehorcht aufs Wort. (© 2015 Blackberry)

Das Office in der Tasche

Mit WLAN-ac für Datenraten von bis zu 1300 Mbit/s kann das Passport im Büro für mächtig Dampf sorgen und Videos und Fotos blitzschnell ins Firmennetz transferieren. Dafür wählt sich das Passport in die WLAN-Frequenz (5 GHz) eines entsprechenden Routers ein – etwa den Telekom Speedport W724V. Für rasantes Datentempo unterwegs gibt’s LTE und HSPA+ (bis 42,2, Mbit/s). Der erweiterbare Gerätespeicher von 32 GB auf bis zu 128 Gigabyte via microSD-Karte und die 13-Megapixel-Kamera mit optischem Bildstabilisator und LED-Blitz runden die Oberklasse-Hardware des Passport ab. Zum Erstellen und Bearbeiten von Word-, Excel- oder PowerPoint-Dateien gibt’s beim Blackberry Passport bereits eine vorinstallierte Lösung. Gute Sicherheitsfeatures und ein ausgewachsener Kalender machen die Software-Ausstattung des Smartphones sinnvoll für den Büroalltag.