Ab 2020 Elektroautos für lange Distanzen

Embatt, so heißt eine neue Art von Batterien, die Elektroautos mehr Reichweite bringen soll. 1.000 Kilometer sind das Ziel, das sich die Forscher im Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) damit gesetzt haben. Ihr Zeitplan ist knapp bemessen. Bereits 2020 möchten sie erste Testwagen mit der vergleichsweise großen Ausdauer auf die Straße bringen. Derzeit schaffen besonders potente Elektroautos etwa 500 bis 600 Kilometer ohne Zwischenstopp an einer Elektrotankstelle.

Platz für mehr Akkus

Das Problem der aktuellen Energiespeicher ist der relativ große Platz, den vor allem ihre Gehäuse sowie die verbindende Technik zwischen den einzelnen Akkus beanspruchen. An dieser Stelle setzt das Fraunhofer IKTS an. Die Wissenschaftler beschichten Metallbänder, die die Batterien bilden, mit einer Keramik-Kunststoff-Mischung und stapeln sie übereinander. Das Ergebnis der neuartigen, engeren Verbindung ist mehr Kapazität auf kleinerem Raum, weil die Zellen direkt miteinander in Kontakt stehen. In der Folge passen mehr Akkus in die Elektroautos, sodass deren Reichweite steigt.

Ein weiterer Vorteil: Der innere Widerstand der Konstruktion sinkt. Deshalb geben Batterien ihre Leistung einerseits schneller ab und nehmen sie andererseits auch schneller auf. Das verkürzt die Ladezeit der Elektroautos. Die Idee hinter Embatt ist nicht taufrisch, bislang aber nur bei Brennstoffzellen gebräuchlich. In der E-Mobilität steht diese Technologie in Konkurrenz zu den Akku-Systemen.

Neue Impulse für die E-Mobilität

Die Stapeltechnik macht akkubetriebene Fahrzeuge leistungsfähiger und auf lange Sicht günstiger, so die Hoffnung der Forscher. Bislang ist in der E-Mobilität große Reichweite nur mit großem finanziellen Einsatz der Kunden zu haben. Ein Beispiel dafür sind die Modelle des US-Herstellers Tesla. Seine ausdauerndsten Fahrzeuge schaffen rund 600 Kilometer am Stück, kosten allerdings ab rund 80.000 Euro.