Zukunftstechnologie: Induktives Laden

Strom durch die Luft: Beim induktiven Laden überträgt eine Ladespule, die in der Straße oder in einem Parkplatz untergebracht ist, die Energie über ein Magnetfeld an das Elektroauto. Dadurch muss der Fahrer beim Aufladen der Batterie nicht mehr aussteigen und kann bequem im Wagen sitzen bleiben. Forscher des Fraunhofer Instituts haben nun die Leistung des Ladesystems erhöht – auch wenn Auto und Spule nicht dicht aneinander liegen. Projektleiter René Marklein erklärt:

"Selbst bei einem Luftspalt von 20 Zentimetern erreichen wir einen Wirkungsgrad von 93 bis 95 Prozent – und das über den kompletten Leistungsbereich von 400 Watt bis 3,6 Kilowatt."

Ebenfalls innovativ: Die Forscher bauen in das Spulensystem weniger Ferritplatten ein. Dieses Material dient zur Abschirmung des Magnetfeldes – es ist sehr schwer und recht teuer. Durch den sparsamen Einsatz der Ferritplatten sind die Spulen günstiger und leichter als bisher, so das Fraunhofer Institut.

So tragen Elektrofahrzeuge zum Gelingen der Energiewende bei

Das neue Ladesystem soll auch einen Beitrag zur Energiewende leisten. Wenn der Wind zu heftig bläst oder die Sonne zu lange scheint, dann liefern die Windkraftanlagen und Solarzellen zu viel Energie. Das Stromnetz ist folglich überlastet. Der Plan der Entwickler: Die überschüssige Energie soll über die Spulen in die Batterien der Elektrofahrzeuge fließen – als Zwischenspeicher. Wenn die Windräder stillstehen und die Sonne nicht mehr scheint, dann soll der Strom wieder ins Netz zurückströmen. So würden die Stromnetze stabiler und der Ausbau der erneuerbaren Energieträger könnte weiter voranschreiten.

Bis es so weit ist, stellen die Entwickler erst mal einen Prototypen der neuen Spulen vor. Vom 15. bis 18. September erhalten Interessierte auf der Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt (Halle 4, Stand D33) einen Einblick in das innovative kabellose System.

Weiterführende Links:

  • Weiter Informationen zum Thema induktives Laden finden Sie auf der Homepage des Fraunhofer Instituts.
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