Roboter Gita erfasst seine Umgebung mit Videokameras

Sein Name ist Gita und seine Mission ist nobel: Er hilft als Lastenträger aus. Sein Anblick dagegen ist gewöhnungsbedürftig. Er erinnert an ein hellblaues Fass, das an den Rändern anscheinend von zwei Fahrradreifen eingefasst wird. In seinem Inneren lassen sich immerhin bis zu 20 Kilogramm Gepäck verstauen. Der Roboter kann einem Menschen wie ein braves Hündchen folgen, ganz alleine fahren oder aber mit anderen Robotern seines Kalibers vorwärtskommen. Nach spätestens acht Stunden geht ihm die Puste aus und er muss wieder an der Steckdose aufgeladen werden. Mit vollem Akku kann Gita wieder mit bis zu 37 km/h unterwegs sein.

Dass die KI nicht mit jedem Hindernis kollidiert, ist ihrer Sensor-Technologie zu verdanken. Der Roboter erfasst seine Umgebung mit Videokameras. Sein System vergleicht Bilder, die zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen wurden und schließt dann anhand der Unterschiede auf die dreidimensionale Struktur einer Szene, heißt es in der Onlineausgabe der "Technology Review". Bei der Erfassung behilflich seien eine stereoskopische Kamera sowie mehrere Weitwinkel-Kameras, die zusammen eine 360-Grad-Sicht ermöglichen.

Roboter soll den Transportbereich revolutionieren

Der praktische Lastenträger ist eine Erfindung des italienischen Unternehmens Piaggio, das vor allem für seine Vespa-Roller bekannt ist. Laut Jeffrey Schnapp, CEO der Tochterfirma Piaggio Fast Forward, versucht die Firma den Transportbereich zu revolutionieren:

"Ein Großteil der Aufmerksamkeit richtet sich auf Autos und Drohnen. Es gibt aber Bereiche, in denen eine Interaktion von Menschen und Robotern sinnvoll ist."

Gita befindet sich noch in der Testphase. Der Roboter könnte sich im industriellen Raum als nützlich erweisen. Die Hersteller erhoffen sich jedoch, dass er auch bei Verbrauchern ankommt, die beispielsweise beim Gehen, Radfahren oder Joggen einen Gepäckträger haben wollen.

In jedem Fall steht Gita ganz im Zeichen der Zukunft. Geht es nämlich nach den Prognosen der International Federation of Robotics (IFR), spielen Service-Roboter in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle in unserem Alltag.

Weiterführende Links:

  • Wie ist es um die Akzeptanz von Robotern als Kollegen bestellt? Entscheider sind sich unsicher, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der Deutschen Telekom ergab.
  • Roboter statt Personaler – diese Vision verfolgt Dr. Tom Bowles mit seiner Headhunter-Software. Der Londoner Forscher hält viel von seinem Programm, weil es frei von Gefühlen und Vorurteilen ist. So würde es die besten Bewerber finden und Günstlinge mit viel Vitamin B aussieben.