Kein Anschluss im Nahverkehr

Seit Anfang des Jahres steht Fahrgästen in den ICEs der Deutschen Bahn kostenloses WLAN zur Verfügung  – auch in der zweiten Klasse. Im Nahverkehr hingegen befinden sich Passagiere nach wie vor häufig im Tal beziehungsweise Tunnel der Ahnungslosen. Dies gilt insbesondere für unterirdische Strecken, also beispielsweise für weite Teile des U-Bahn-Netzes in vielen deutschen Großstädten. Hier sind oft keine mobilen Datenverbindungen möglich.  Daher fordern Fahrgastverbände nun kostenloses WLAN auch in U-Bahnen und Regionalzügen. Der Ehrenvorsitzende des Verbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, erklärt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa):

„In allen Zügen des Nahverkehrs müsste das heute Standard sein, damit Anschlussinformationen verfügbar sind.“

Der Berliner Fahrgastverband IGES schlägt in die gleiche Kerbe und regt eine Verbesserung der Internetverbindungen in Tunneln an. Sobald Fahrgäste erst einmal unterwegs seien, könnten sie oft nicht mehr nachsehen, wo sie umsteigen müssten, erklärte der stellvertretende Vorsitzende  des Verbandes, Jens Wieseke. Das mobile Daten- und Telefonnetz in Berliner U-Bahn-Tunneln ist Fahrgastvertretern zufolge schlechter als in anderen Großstädten. Aktuell verfügen immerhin 74 der 173 Berliner U-Bahn-Stationen über WLAN-Hotspots, bis Ende 2018 soll kostenloses WLAN an allen Berliner U-Bahnhöfen verfügbar sein. In den fahrenden Zügen würde die Verbindung aber nach wie vor oft abreißen.

Kostenloses WLAN im Nahverkehr relevanter als im ICE

Nach Einschätzung des Fahrgastverbands Pro Bahn ist kostenloses Internet in den Zügen des Nahverkehrs sogar wichtiger als im ICE. Denn in ländlichen Gegenden sei das Mobilfunknetz teilweise immer noch schlecht ausgebaut. Zudem führen Anschlusszüge seltener. Daher sei es gerade hier besonders wichtig, dass Fahrgäste sich im Falle von Zugverspätungen unterwegs über alternative Verbindungen informieren können.

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